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Home Gesundheit Frauengesundheit
Autor: PTA Redaktion
Geprüft von: Stephanie Nitsch
Lesezeichen
Lesedauer ca. 22 min
24.04.2026

Rosazea – wenn das Hautbild den Alltag prägt

Und wie moderne Therapien helfen können, die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern

Rosazea ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die trotz ihrer Häufigkeit noch immer missverstanden wird. Viele Betroffene berichten, dass ihre Beschwerden im persönlichen Umfeld, aber auch im medizinischen Kontext vorschnell vereinfacht erklärt werden, etwa als Ausdruck von Stress, emotionaler Belastung oder einer empfindlichen Haut. Solche Deutungen mögen gut gemeint sein, greifen jedoch zu kurz und können dazu führen, dass die Symptome nicht ernst genommen werden und eine passende, fachgerechte Behandlung ausbleibt.

Dabei handelt es sich bei Rosazea um eine medizinisch klar definierte, chronisch entzündliche Erkrankung mit einem komplexen biologischen Hintergrund. Nachweisbare pathophysiologische Mechanismen wie eine gestörte Gefäßregulation, eine fehlregulierte angeborene Immunantwort, entzündliche Prozesse sowie eine beeinträchtigte Hautbarriere spielen eine zentrale Rolle. Eine genetische Prädisposition gilt als begünstigender Faktor und kann die individuelle Ausprägung der Erkrankung beeinflussen.

Diese Einordnung ist wesentlich, um Rosazea nicht auf ein kosmetisches Problem oder eine unspezifische Befindlichkeit zu reduzieren. Gerade weil die Erkrankung überwiegend das Gesicht betrifft und damit für andere sichtbar ist, kann sie eine erhebliche Belastung darstellen und den Alltag sowie die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Auf Grundlage dieses heutigen Krankheitsverständnisses stehen moderne, symptombasierte Therapiekonzepte zur Verfügung, mit denen sich Rosazea häufig gut kontrollieren lässt. Eine individuell abgestimmte Behandlung kann dazu beitragen, die Beschwerden spürbar zu lindern und eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen.

Was ist Rosazea?

Rosazea ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die überwiegend das Gesicht betrifft. Charakteristisch sind schubweise auftretende Rötungen (Flush), die auch dauerhaft bestehen bleiben können, sichtbar erweiterte Blutgefäße (Teleangiektasien) sowie – abhängig vom klinischen Erscheinungsbild – entzündliche Papeln und Pusteln; hinzu kommen häufig nicht sichtbare Beschwerden wie Brennen oder Stechen der Haut. Im Gegensatz zur Akne vulgaris fehlen Komedonen.

Die Erkrankung tritt meist im Erwachsenenalter auf und zeigt häufig einen schubweisen Verlauf. Phasen mit milden Beschwerden können sich mit deutlich ausgeprägteren Symptomen abwechseln. Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich: Während einige Betroffene über Jahre hinweg relativ stabile Symptome aufweisen, kommt es bei anderen zu wiederkehrenden Verschlechterungen oder zu einer schleichenden Zunahme einzelner Krankheitsmerkmale.

Frühere Konzepte ordneten Rosazea in feste Stadien ein, die aufeinander folgten. Dieses Modell gilt heute als überholt. Stattdessen wird Rosazea nach ihrem klinischen Erscheinungsbild eingeordnet. Diese symptombasierte Betrachtung trägt dem heterogenen Krankheitsbild Rechnung und ermöglicht eine gezielte, flexible und an die aktuelle Ausprägung angepasste Therapie. Ziel der Behandlung ist es, eine möglichst vollständige Erscheinungsfreiheit zu erreichen und diese langfristig zu stabilisieren. Die Therapie sollte individuell angepasst und im Verlauf regelmäßig überprüft werden.

Aktueller Stand zur Pathophysiologie

Die Entstehung der Rosazea ist nicht vollständig geklärt. Nach aktuellem Verständnis handelt es sich um ein multifaktorielles Krankheitsgeschehen, bei dem mehrere biologische Mechanismen ineinandergreifen. Immunologische, vaskuläre, neuroinflammatorische und strukturelle Veränderungen der Haut tragen gemeinsam zum Krankheitsbild bei.

Fehlregulation der angeborenen Immunantwort

Bei Rosazea reagiert die angeborene Immunabwehr der Haut überempfindlich auf innere und äußere Reize, wodurch entzündliche Signalwege übermäßig aktiviert werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei das antimikrobielle Peptid Cathelicidin, das normalerweise als schützender Bestandteil der Immunabwehr zur Keimabwehr und zur Regulation von Entzündungsprozessen beiträgt. Bei Rosazea ist jedoch sowohl die Bildung als auch die Verarbeitung dieses Peptids gestört: Es wird vermehrt und in veränderter Form gebildet, sodass seine schützende Wirkung in den Hintergrund tritt und stattdessen entzündungsfördernde Effekte sowie verstärkte Gefäßreaktionen überwiegen.

Neurovaskuläre Dysregulation

Parallel dazu zeigen sich deutliche Veränderungen der Gefäß- und Nervenregulation. Die Blutgefäße der Gesichtshaut reagieren schneller und stärker als normal auf Reize wie Hitze, Alkohol, scharfe Speisen oder Temperaturwechsel. Die Folge sind anfallsartige Flushreaktionen, anhaltende Rötungen und im Verlauf sichtbare Gefäßerweiterungen.

Diese Reaktionen sind nicht als rein funktionelle Gefäßphänomene zu verstehen, sondern Teil eines entzündlichen Geschehens. Nervenfasern setzen vasoaktive Neuropeptide frei, die Gefäße erweitern und Entzündungsprozesse verstärken. Diese enge Wechselwirkung zwischen Nerven, Gefäßen und Immunsystem erklärt typische Missempfindungen wie Brennen, Stechen oder Hitzegefühl – auch dann, wenn nur wenige sichtbare Hautveränderungen bestehen.

Gestörte Hautbarriere und Mikrobiom

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die gestörte Hautbarriere. Dadurch verliert die Haut leichter Feuchtigkeit, was die häufig berichtete Trockenheit, Reizbarkeit und die eingeschränkte Verträglichkeit vieler Pflege- und Kosmetikprodukte erklärt. Zudem können Reizstoffe leichter in die Haut eindringen und bestehende Entzündungsprozesse weiter verstärken. Auch Veränderungen des Hautmikrobioms werden als modulierende Faktoren diskutiert. Insbesondere eine erhöhte Besiedelung mit Demodex folliculorum wird häufig beobachtet. Die Milben gelten nicht als alleinige Ursache der Rosazea, können jedoch über immunologische Reaktionen zur Entzündungsaktivität beitragen.

Ergänzende pathophysiologische Aspekte

Neben den zentralen pathophysiologischen Mechanismen werden weitere Prozesse beschrieben, die das Krankheitsbild beeinflussen können. Dazu zählen strukturelle Veränderungen der dermalen Matrix und des Gefäßendothels, die mit einer verminderten Gefäßstabilität assoziiert sind. Ob diese Veränderungen primär zur Krankheitsentstehung beitragen oder sekundär infolge vaskulärer Dysregulation entstehen, ist bislang nicht abschließend geklärt.

Auch oxidativer Stress spielt bei Rosazea eine Rolle. Dabei entstehen vermehrt aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellen, Gefäße und Hautstrukturen schädigen und Entzündungen in der Haut aufrechterhalten können. Untersuchungen der betroffenen Haut zeigen zudem eine vermehrte Neubildung von Blutgefäßen. Dieser Prozess wird unter anderem durch Wachstumsfaktoren wie VEGF gesteuert und trägt dazu bei, dass Rötungen bestehen bleiben und feine, sichtbare Gefäßerweiterungen (Teleangiektasien) entstehen.

Typische Hautveränderungen bei Rosazea

Klinische Einordnung nach Phänotypen

Rosazea wird heute symptombasiert eingeordnet. Maßgeblich ist nicht die Zuordnung zu einer festen Unterform, sondern welche charakteristischen Merkmale und Beschwerden aktuell vorliegen. Das klinische Bild ist dabei sehr variabel: Symptome können gleichzeitig auftreten, sich überschneiden oder sich im Verlauf verändern. So kann die Erkrankung bei manchen Betroffenen zunächst mit entzündlichen Papeln und Pusteln beginnen, während bei anderen anhaltende Rötungen im Vordergrund stehen. Auch Begleitsymptome wie Brennen, Stechen, Trockenheit oder okuläre Beschwerden können unterschiedlich ausgeprägt sein.

Die okuläre Rosazea stellt eine häufige Manifestation der Erkrankung dar und kann unabhängig von oder auch vor den kutanen Veränderungen auftreten. Laut S2k-Leitlinie zeigen rund die Hälfte aller Rosazea-Betroffenen eine Augenbeteiligung. Charakteristisch sind chronische Reizsymptome der Augen wie Brennen, Trockenheits- oder Fremdkörpergefühl, rezidivierende Lidrandentzündungen (Blepharitis) sowie eine Meibomdrüsen-Dysfunktion mit Störung der Lipidphase des Tränenfilms. Auch diese Ausprägung beruht auf entzündlichen, neurovaskulären und immunologischen Fehlregulationen und wird im phänotypischen Konzept als eigenständiges Merkmal berücksichtigt.

Im heutigen phänotypischen Diagnostikkonzept gelten bestimmte Merkmale als besonders aussagekräftig. Bereits eine dauerhaft bestehende Rötung im zentralen Gesicht oder phymatöse Veränderungen, vor allem an der Nase, können für die Diagnose Rosazea ausreichen. Liegen diese Zeichen nicht vor, ist Rosazea wahrscheinlich, wenn mindestens zwei typische Hauptsymptome gemeinsam auftreten, etwa entzündliche Papeln und Pusteln, anfallsartiges Erröten, sichtbare Gefäßerweiterungen oder Augenbeschwerden.

Begleitsymptome wie Brennen, Stechen, Juckreiz, Trockenheit, Rauigkeit oder Schwellungen sind häufig, jedoch für sich allein nicht diagnostisch. Sie liefern dennoch wichtige Hinweise auf die Krankheitsaktivität, die individuelle Belastung und den Beratungsbedarf.

Dieses Vorgehen ersetzt frühere starre Stadienmodelle, da Rosazea nicht zwangsläufig fortschreitend verläuft und keine feste Abfolge von Erscheinungsformen zeigt. Die phänotypische Einordnung trägt dem dynamischen Charakter der Erkrankung Rechnung und bildet die Grundlage für eine individuell angepasste, symptombasierte Therapie und Beratung.

Diagnostik der Rosazea – warum sie häufig verkannt wird

Die Diagnose der Rosazea wird überwiegend anhand des Hautbildes und der geschilderten Beschwerden gestellt, da bislang keine spezifischen Labor- oder bildgebenden Untersuchungen zur Verfügung stehen. Das heutige Verständnis der Erkrankung beruht jedoch auf zahlreichen wissenschaftlichen Studien. In diesen wurden unter anderem Haut- und Gefäßveränderungen sowie entzündliche Prozesse untersucht, wodurch zentrale immunologische, vaskuläre und neuroinflammatorische Mechanismen beschrieben werden konnten. Diese gelten als gut belegt, auch wenn nicht alle Zusammenhänge im Detail abschließend geklärt sind.

Die Erkrankung wird häufig spät oder nicht eindeutig erkannt. Ein wesentlicher Grund ist das sehr variable Erscheinungsbild: Symptome wie Rötungen, entzündliche Hautveränderungen, sichtbare Gefäße, Missempfindungen oder Augenbeschwerden können einzeln, kombiniert oder wechselnd auftreten. Frühzeichen wie flüchtige Rötungen oder Erröten werden zudem oft als stress- oder emotionsbedingt fehlinterpretiert. Der schubweise Verlauf erschwert die Einordnung zusätzlich, da die Haut in beschwerdearmen Phasen zeitweise unauffällig wirken kann.

Sonderformen der Rosazea

Das Morbihan-Syndrom ist eine seltene Sonderform der Rosazea, die durch persistierende, teigige Schwellungen im Gesichtsbereich gekennzeichnet ist. Besonders betroffen sind Wangen, Stirn, Augenlider und Nasenrücken. Die Schwellungen sind meist dauerhaft vorhanden und bilden sich nicht vollständig zurück. Pathophysiologisch werden chronische Entzündungsprozesse, Gefäßveränderungen und insbesondere Störungen des lymphatischen Abflusses diskutiert. Das Morbihan-Syndrom verläuft häufig therapieresistent und stellt eine besondere therapeutische Herausforderung dar.

Die Steroid-Rosazea ist in der S2k-Leitlinie Rosazea (AWMF, 2022) als medikamenteninduzierte Sonderform klassifiziert. Sie kann durch eine längerfristige topische oder systemische Anwendung von Glukokortikosteroiden entstehen. Das klinische Bild vereint Merkmale der papulopustulären Rosazea mit typischen Steroidnebenwirkungen wie flächigen Erythemen, Hautatrophie und Teleangiektasien; häufig findet sich zudem eine ausgeprägte Demodex-Besiedlung. Nach Absetzen der Kortikosteroide ist zunächst mit einer Verschlechterung zu rechnen, bevor im weiteren Verlauf eine langsame Abheilung einsetzt.

Die Rosazea fulminans ist eine seltene, aber besonders schwere Verlaufsform. Sie beginnt abrupt mit massiver entzündlicher Rötung und zahlreichen schmerzhaften Papeln, Pusteln und teils knotigen Läsionen. Typische Vorstadien fehlen häufig. Betroffen sind überwiegend junge Frauen. Die Erkrankung gilt als dermatologischer Notfall und erfordert eine rasche fachärztliche Behandlung mit systemischer Therapie.

Die phymatöse Rosazea ist durch eine fortschreitende Verdickung und Vergröberung der Haut gekennzeichnet, die auf eine chronische Entzündung und Gewebevermehrung zurückzuführen ist. Am bekanntesten ist das Rhinophym, bei dem vor allem die Nase betroffen ist; seltener können auch Kinn, Stirn, Ohren oder Augenlider beteiligt sein. Phymatöse Veränderungen entwickeln sich meist langsam über Jahre und treten häufiger bei Männern auf.

Differenzialdiagnosen – Abgrenzung zu ähnlichen Hauterkrankungen

Ein zentraler Bestandteil der Diagnostik ist die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen, die ebenfalls mit Rötungen oder entzündlichen Hautveränderungen im Gesicht einhergehen können. Eine sorgfältige Differenzialdiagnose ist erforderlich, da therapeutische Ansätze und Prognose erheblich variieren.

Abgrenzung zur Akne vulgaris

Die Akne vulgaris ist eine der häufigsten Differenzialdiagnosen, insbesondere bei papulopustulären Verläufen. Klinisch unterscheiden sich beide Erkrankungen jedoch deutlich.

Akne beginnt meist im Jugendalter und ist durch das Auftreten von Komedonen gekennzeichnet. Neben dem Gesicht sind häufig auch Rücken und Brust betroffen. Die Haut ist oft fettig, und entzündliche Läsionen entwickeln sich aus verstopften Talgdrüsen. Rosazea tritt hingegen überwiegend im Erwachsenenalter auf, zeigt keine Komedonen und ist meist auf das zentrale Gesicht beschränkt. Die bei Rosazea auftretenden Papeln und Pusteln entstehen auf dem Boden einer entzündlich veränderten, geröteten Haut und gehen häufig mit Brennen, Stechen oder Hitzegefühl einher. Im Gegensatz dazu sind Papeln und Pusteln bei Akne typischerweise Teil eines polymorphen Krankheitsbildes mit Komedonen, betreffen häufig auch Rücken und Brust und sind weniger mit anhaltender Rötung oder Hautempfindlichkeit verbunden.

Flushreaktionen, persistierende Erytheme und eine ausgeprägte Hautsensibilität sind charakteristisch für Rosazea, jedoch untypisch für Akne. Diese Unterschiede sind diagnostisch wegweisend, können in frühen Krankheitsphasen jedoch noch unvollständig ausgeprägt sein und werden daher nicht immer sofort erkannt.

Abgrenzung zur perioralen Dermatitis

Die periorale Dermatitis betrifft häufig jüngere Frauen und zeigt entzündliche Papeln im Bereich um Mund, Nase oder Augen. Charakteristisch ist eine schmale, ausgesparte Zone direkt am Lippenrot.

Im Gegensatz zur Rosazea ist die übrige Gesichtshaut bei der perioralen Dermatitis häufig unauffällig, Flushreaktionen und Teleangiektasien fehlen in der Regel. Beide Erkrankungen können in Einzelfällen zeitgleich auftreten oder sich in ihrem klinischen Erscheinungsbild ähneln, was die diagnostische Abgrenzung erschweren kann.

Abgrenzung zum seborrhoischen Ekzem

Das seborrhoische Ekzem kann ebenfalls mit Rötungen im Gesicht einhergehen, insbesondere im Bereich der Nasolabialfalten, der Augenbrauen oder der behaarten Kopfhaut. Typisch sind fettige, gelbliche Schuppen.

Während Rosazea vor allem durch Gefäßreaktionen und entzündliche Prozesse geprägt ist, stehen beim seborrhoischen Ekzem eine gestörte Hautbarriere und eine veränderte entzündliche Reaktion auf lipophile Hefepilze der Gattung Malassezia im Vordergrund. Flushreaktionen sowie papulopustulöse Veränderungen sind für das seborrhoische Ekzem untypisch.

Abgrenzung zum kutanen Lupus erythematodes

Anhaltende Rötungen im Gesicht können sowohl bei Rosazea als auch beim kutanen Lupus erythematodes auftreten. Während beim kutanen Lupus erythematodes meist persistierende, häufig scharf begrenzte und ausgeprägt photosensitive Erytheme im Vordergrund stehen, ist die Rosazea typischerweise durch anfallsartige und/oder persistierende Rötungen im zentralen Gesicht, Flushreaktionen, sichtbare Gefäßerweiterungen sowie entzündliche Papeln und Pusteln gekennzeichnet. Die Haut ist bei Rosazea häufig sehr empfindlich; Sonnenlicht kann die Beschwerden verstärken, wirkt dabei jedoch vor allem als Trigger. Eine narbige Abheilung ist für Rosazea untypisch.

Beim kutanen Lupus erythematodes sind die Hautveränderungen hingegen überwiegend klar begrenzt und deutlich lichtabhängig. Typisch sind schuppende Läsionen, Pigmentveränderungen und – insbesondere beim diskoiden Lupus erythematodes – eine mögliche Narbenbildung. Entzündliche Papeln und Pusteln gehören nicht zum charakteristischen Erscheinungsbild.

Triggerfaktoren bei Rosazea – Verstärker, nicht Ursache

Im Zusammenhang mit Rosazea wird häufig nach auslösenden Faktoren gesucht. Viele Betroffene berichten, dass sich ihre Haut unter bestimmten Bedingungen deutlich verschlechtert. Wissenschaftlich ist dabei eine klare Differenzierung wichtig: Solche Faktoren gelten nicht als alleinige Ursache der Rosazea, können bei bestehender Erkrankung jedoch Symptome provozieren, verstärken oder sichtbarer machen.

Diese Unterscheidung ist zentral für das Verständnis der Erkrankung. Nach aktuellem Kenntnisstand beruht Rosazea auf einem komplexen Zusammenspiel endogener Faktoren, darunter genetische Prädispositionen sowie neurovaskuläre Überreaktionen, immunologische Fehlregulation und eine beeinträchtigte Hautbarriere. Trigger wie UV-Strahlung, Hitze, Alkohol oder emotionale Belastung wirken auf diese bestehende Anfälligkeit ein und beeinflussen vor allem die klinische Ausprägung und das Auftreten von Schüben.

Warum Trigger individuell unterschiedlich sind

Ein charakteristisches Merkmal der Rosazea ist die ausgeprägte Variabilität der Triggerempfindlichkeit. Zwar sind bestimmte Auslöser allgemein bekannt, die häufig typische Symptome hervorrufen, doch reagieren nicht alle Menschen mit Rosazea gleich auf sie. Diese individuellen Unterschiede lassen sich durch die verschieden stark ausgeprägten Krankheitsmechanismen erklären.

Bei Personen mit ausgeprägter neurovaskulärer Überempfindlichkeit stehen häufig Flushreaktionen im Vordergrund, die besonders stark auf thermische Reize reagieren. Bei anderen dominieren entzündliche Prozesse oder eine gestörte Hautbarriere, sodass mechanische oder chemische Reize stärker ins Gewicht fallen. Diese individuelle Ausprägung erklärt, warum es keine allgemeingültige Liste von Triggern gibt, die für alle Betroffenen gleichermaßen relevant ist.

Häufig beschriebene Triggerfaktoren

In Studien und Beobachtungen werden bestimmte Faktoren immer wieder als symptomverstärkend beschrieben. Dazu zählen unter anderem:

  • Thermische Reize wie Hitze, Kälte, kalter Wind, starke Temperaturwechsel oder heiße Bäder/ heißer Wasserdampf
  • UV-Strahlung, insbesondere bei fehlendem oder unzureichendem Schutz
  • Alkohol, vor allem Rotwein
  • Scharfe oder stark gewürzte Speisen
  • Heiße Getränke
  • Körperliche Anstrengung
  • Emotionale Belastungen

Diese Faktoren wirken vor allem über neurovaskuläre Mechanismen. Sie führen zu einer raschen Gefäßerweiterung, verstärken Entzündungsprozesse oder beeinträchtigen die Hautbarriere zusätzlich.

Entscheidend ist jedoch, dass das Auftreten von Symptomen nicht zwingend an einen erkennbaren Trigger gebunden ist. Viele Betroffene erleben Schübe auch ohne identifizierbaren äußeren Anlass.

Psychosoziale Faktoren wie soziale Angst können als Trigger wirken und Symptome auslösen oder bestehende Beschwerden verstärken. Gemeint ist damit nicht das Entstehen der Erkrankung selbst, sondern das Auftreten oder die Intensivierung klinischer Zeichen im Sinne eines Schubs. Rosazea gilt weiterhin nicht als psychosomatische Erkrankung, sondern als chronisch entzündliche Hauterkrankung, deren Verlauf durch verschiedene individuelle Triggerfaktoren beeinflusst werden kann. Vermutet wird, dass Stress über neurovaskuläre und entzündliche Prozesse Flushreaktionen, Brennen oder Rötungen begünstigen kann.

Wichtig ist die klare Abgrenzung: Rosazea ist keine psychosomatische Erkrankung. Psychische Belastungen erklären weder das Entstehen der Erkrankung noch rechtfertigen sie eine Reduktion der Rosazea auf eine reine Stressreaktion.

Viele Betroffene berichten im Krankheitsverlauf von emotionaler Belastung, Verunsicherung oder Rückzugstendenzen. Psychische Symptome entstehen dabei häufig als Folge der sichtbaren Hautveränderungen und der damit verbundenen Belastung – nicht als Ursache der Rosazea selbst. Die Leitlinie empfiehlt daher, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte Einschränkungen der Lebensqualität sowie mögliche depressive oder angstbezogene Symptome erfassen und in die Therapieentscheidung einbeziehen. Eine wirksame dermatologische Behandlung kann nicht nur die Hautsymptomatik, sondern häufig auch das allgemeine Wohlbefinden deutlich verbessern.

Rosazea wird nicht durch bestimmte Lebensmittel verursacht. Studien und Patientenbefragungen zeigen jedoch, dass eine Anpassung der Ernährung bei einzelnen Betroffenen dazu beitragen kann, die Ausprägung der Symptome zu beeinflussen. Eine Ernährungsumstellung kann daher als unterstützende Maßnahme empfohlen werden.

In Erhebungen, unter anderem der National Rosacea Society, werden bestimmte Lebensmittelgruppen häufiger mit einer Verschlechterung von Flush, Rötungen oder Brennen in Verbindung gebracht. Dazu zählen insbesondere heiße Getränke (z. B. heißer Kaffee oder Tee), alkoholische Getränke (vor allem Rotwein und hochprozentiger Alkohol) sowie scharf gewürzte Speisen mit capsaicinhaltigen Bestandteilen (z. B. Chili, Cayennepfeffer, scharfe Soßen).

Darüber hinaus werden auch Lebensmittel beschrieben, die über zimtaldehydbezogene Reizmechanismen wirken können. Während Zimt direkt über seinen Inhaltsstoff Zimtaldehyd wirkt und durch die Aktivierung sensorischer Nervenrezeptoren (u. a. TRPA1) Vasodilatation, Flush und Rötungen auslösen kann, wirken Tomaten, Zitrusfrüchte und Schokolade über ähnliche neurovaskuläre Reizmechanismen, die ebenfalls zu einer Verstärkung bestehender Rosazea-Symptome führen können.

Rosazea wird heute nicht mehr ausschließlich als reine Hauterkrankung betrachtet. Studien zeigen, dass bestimmte Begleiterkrankungen bei Betroffenen häufiger auftreten als in der Allgemeinbevölkerung. Beschrieben wurden insbesondere Zusammenhänge mit Depressionen, Angststörungen und Migräne. Dabei spielen vermutlich sowohl gemeinsame neurovaskuläre und entzündliche Mechanismen als auch die psychische Belastung durch die sichtbare, chronische Hauterkrankung eine Rolle. Vereinzelt wurden auch statistische Zusammenhänge mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson beschrieben. Hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass eine frühere Diagnosestellung durch häufigere Arztkontakte die Ergebnisse beeinflussen könnte. Ein ursächlicher Zusammenhang ist bislang nicht belegt.

Neben neurologischen und psychischen Begleiterkrankungen werden auch gastrointestinale Erkrankungen im Zusammenhang mit Rosazea diskutiert. In kleineren Studien wurde nach Behandlung eines SIBO teilweise eine deutliche Besserung der Hautsymptomatik beobachtet. Die Datenlage ist jedoch uneinheitlich und reicht derzeit nicht aus, um gesicherte Empfehlungen abzuleiten. Eine routinemäßige Testung oder Behandlung allein aufgrund einer Rosazea wird daher derzeit nicht empfohlen.

Als möglicher übergeordneter Erklärungsansatz wird die sogenannte Darm–Hirn–Haut-Achse beschrieben. Dieses Modell geht davon aus, dass Darmmikrobiom, Immunsystem, Nervensystem und Haut in Wechselwirkung stehen können. Entzündliche Prozesse und neurovaskuläre Mechanismen könnten dabei eine Rolle spielen. Auch hier handelt es sich um ein plausibles, aber nicht abschließend bewiesenes Konzept.

Für die Praxis bedeutet dies: Rosazea betrifft zwar in erster Linie die Haut, dennoch sollten mögliche Begleitbeschwerden ernst genommen werden. Bei auffälligen psychischen oder gastrointestinalen Symptomen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Ein interdisziplinärer Blick kann helfen, die Erkrankung ganzheitlich zu erfassen.

Therapie der Rosazea – langfristig, symptombasiert und individuell

Die Behandlung der Rosazea verfolgt kein kuratives Ziel, da es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung handelt. Ziel der Therapie ist vielmehr eine möglichst vollständige Kontrolle der sichtbaren Symptome, eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität sowie die langfristige Stabilisierung der Haut. Moderne Therapiekonzepte orientieren sich konsequent am individuellen klinischen Erscheinungsbild und an den jeweils dominierenden Symptomen.

Ein wesentliches Merkmal der Rosazea-Therapie ist ihre Langfristigkeit. Anders als bei akuten Hauterkrankungen ist nicht mit einer schnellen und dauerhaften Abheilung zu rechnen. Vielmehr handelt es sich um ein fortlaufendes Management, bei dem Akutbehandlung, Erhaltungstherapie und begleitende Maßnahmen ineinandergreifen.

Basismaßnahmen als Fundament jeder Therapie

Unabhängig vom Schweregrad bilden eine reizfreie Hautpflege und ein konsequenter Schutz vor UV-Strahlung die Grundlage jeder Behandlung. Diese Maßnahmen können helfen, um Entzündungsreaktionen zu reduzieren und die Hautbarriere zu stabilisieren.

Eine gestörte Hautbarriere ist bei Rosazea ein zentrales pathophysiologisches Merkmal. Wird sie nicht berücksichtigt, bleiben auch medikamentöse Therapien häufig unzureichend wirksam oder schlecht verträglich. Deshalb sind Basismaßnahmen nicht als Ergänzung, sondern als integraler Bestandteil der Therapie zu verstehen.

Zur Reinigung empfiehlt die Leitlinie lauwarmes Wasser, pH-hautneutrale Syndets und schonendes Trockentupfen. Mechanische Reize wie Peelings sowie irritierende Inhaltsstoffe wie Alkohol, ätherische Öle, Menthol und bestimmte Duftstoffe sind zu meiden. Auch Mizellenwasser oder Reinigungsfluide können eingesetzt werden, da sie die natürlichen Feuchthaltefaktoren der Haut schonen.

Bei der Pflege werden leichte, hydrophile Formulierungen bevorzugt – idealerweise Öl-in-Wasser-Emulsionen mit geringem Fettanteil, Hydrogele oder Gelcremes. Ein zu hoher Ölanteil kann okklusiv wirken und Beschwerden verstärken. Fettreiche Kosmetika – etwa solche für trockene oder atopische Haut – sowie Anti-Ageing-Produkte und keratolytische Präparate sind zu vermeiden. Dennoch können abdeckende Kosmetika (Camouflage) empfohlen werden, da sie sichtbare Rötungen kaschieren und die Lebensqualität der Betroffenen spürbar verbessern können.

Beim Sonnenschutz empfiehlt die Leitlinie ein tägliches Breitspektrum-Produkt mit Schutz vor UV-A- und UV-B-Strahlung, auch an bewölkten Tagen. Mineralische UV-Filter auf hydrophiler, lipidarmer Grundlage sind zu bevorzugen; chemische Filter können empfindliche Haut reizen.

Als akute Sofortmaßnahme bei Hautreizungen und Hitzegefühl kann Thermalwasser-Spray eingesetzt werden. Ihm werden kühlende und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben, die auf seiner besonderen mineralischen und mikrobiellen Zusammensetzung beruhen.

Augenbeteiligung bei Rosazea (okuläre Rosazea)

Behandlung der okulären Rosazea

Im Vordergrund der Behandlung der okulären Rosazea stehen lokale Maßnahmen, insbesondere eine konsequente Lidrandhygiene sowie der Einsatz von Tränenersatzmitteln, bevorzugt lipidhaltige Präparate zur Stabilisierung des Tränenfilms. Ergänzend kommen topische antiinflammatorische Therapien wie Ciclosporin-Augentropfen oder Azithromycin-Augentropfen zum Einsatz. Das Tragen einer Sonnenbrille mit geeignetem UV-Schutz kann helfen, Lichtempfindlichkeit zu reduzieren und die Augen vor äußeren Reizen zu schützen.

Topische Therapie – erste Wahl bei vielen Verläufen

Bei leichten bis moderaten Verlaufsformen der Rosazea stellen topische Wirkstoffe die Therapie der ersten Wahl dar. Sie wirken direkt an der Haut entzündungshemmend und beeinflussen die für Rosazea typischen immunologischen Prozesse.

Zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen zählen:

  • Metronidazol, das antientzündlich wirkt und zur Behandlung der mäßig ausgeprägten papulopustulösen Rosazea zugelassen ist.
  • Azelainsäure, die zur Behandlung der papulopustulösen Rosazea zugelassen ist und gezielt entzündliche Papeln und Pusteln reduziert.
  • Ivermectin, das einen dualen Wirkmechanismus besitzt: Es wirkt sowohl gegen Demodex-Milben als auch entzündungshemmend und ist insbesondere bei der mittelschweren bis schweren papulopustulösen Rosazea indiziert.

Die Wahl des geeigneten Wirkstoffs erfolgt laut aktueller S2k-Leitlinie nicht nach einem festen Stufenschema, sondern individuell – abhängig vom Schweregrad, dem klinischen Erscheinungsbild und dem Hauttyp. Alle drei Wirkstoffe werden von der Leitlinie gleichwertig empfohlen. Die genannten Wirkstoffe unterscheiden sich in ihrem Wirkmechanismus, verfolgen jedoch ein gemeinsames Ziel: die Reduktion der Entzündungsaktivität in der Haut. Erste Verbesserungen können sich bei einigen Betroffenen bereits früh zeigen. Der volle therapeutische Effekt entwickelt sich jedoch in der Regel erst über mehrere Wochen konsequenter Anwendung. Bei schweren, stark entzündlichen Formen wird die topische Therapie mit einer systemischen Behandlung kombiniert.

Behandlung des dominierenden Erythems

Zur symptomatischen Behandlung des persistierenden zentrofazialen Erythems nennt die S2k-Leitlinie Brimonidin (zugelassen) sowie Oxymetazolin 1 % als mögliche Optionen. Die Anwendung von Oxymetazolin erfolgt außerhalb einer spezifischen Zulassung für Rosazea in Deutschland und liegt in ärztlicher Verantwortung.

Systemische Therapie – antientzündlich, nicht antibiotisch

Bei moderaten bis schweren Verläufen, bei unzureichendem Ansprechen auf topische Maßnahmen sowie bei okulärer Beteiligung kann eine systemische Therapie erforderlich werden. Bei okulärer Beteiligung können systemische Therapien leitlinienbasiert eingesetzt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass für einzelne Wirkstoffe – insbesondere niedrig dosiertes Doxycyclin – die zugelassene Indikation die kutane Rosazea betrifft und für okuläre Manifestationen nur begrenzte Daten vorliegen.

Im Fokus stehen die drei systemischen Wirkstoffe mit der größten praktischen Relevanz. Weitere in der S2k-Leitlinie aufgeführte Substanzen – darunter Makrolide, Betablocker und Glukokortikoide – werden hier nicht berücksichtigt, da sie entweder als Alternativen bei spezifischen Kontraindikationen oder nur für Sonderformen der Rosazea vorgesehen sind.

Als etablierte systemische Therapieoption gilt niedrig dosiertes Doxycyclin, das unterhalb der antibiotischen Wirkschwelle eingesetzt wird. In dieser Dosierung entfaltet es primär antientzündliche Effekte, etwa durch die Hemmung proinflammatorischer Zytokine und Enzyme. Die dabei erreichten Wirkspiegel liegen unterhalb der klassischen antimikrobiellen Wirkschwelle; ein relevanter antibakterieller Effekt steht daher nicht im Vordergrund.

Minocyclin zeigt eine vergleichbare Wirksamkeit wie Doxycyclin, wird jedoch aufgrund seines Nebenwirkungsprofils nicht als First-Line-Therapie empfohlen und spielt in der aktuellen Praxis eine untergeordnete Rolle.

Bei schweren, therapieresistenten Verläufen kann niedrig dosiertes Isotretinoin (10–20 mg täglich, off-label) eingesetzt werden — unter dermatologischer Kontrolle, mit zuverlässiger Verhütung und strikter Vermeidung der Kombination mit Doxycyclin (Risiko: Pseudotumor cerebri).

Zum Einsatz kommt Doxycyclin in einer speziellen, niedrig dosierten Formulierung mit veränderter Wirkstofffreisetzung. Es wird bei Rosazea eingesetzt, um entzündliche Hautveränderungen zu reduzieren – nicht zur Behandlung einer Infektion. Die Behandlung erfolgt unter ärztlicher Kontrolle.

Typische Patientenfragen

  • „Ich habe früher schon einmal Doxycyclin bekommen – was ist jetzt der Unterschied?“
    Früher wurde Doxycyclin meist in einer antibiotisch wirksamen Dosierung eingesetzt. Bei Rosazea kommt heute eine niedrig dosierte Formulierung mit veränderter Wirkstofffreisetzung zum Einsatz, die vor allem entzündungshemmend wirkt und unterhalb der klassischen antibiotischen Wirkung bleibt.
  • „Handelt es sich trotzdem um ein Antibiotikum?“
    Der Wirkstoff gehört zwar zur Gruppe der Antibiotika, wird hier jedoch in einer niedrigen Dosierung gezielt wegen seiner entzündungshemmenden Eigenschaften eingesetzt. Die dabei erreichten Wirkspiegel liegen unterhalb der klassischen antibiotischen Wirkung.
  • „Muss ich mir Sorgen wegen Nebenwirkungen machen?“
    Die niedrige Dosierung ist in der Regel gut verträglich. Gelegentlich können Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Wichtig ist vor allem die richtige Einnahme: Die Kapsel sollte mit ausreichend Wasser und in aufrechter Körperhaltung eingenommen werden, um Reizungen der Speiseröhre zu vermeiden.
  • „Ich bekomme nach Antibiotika oft einen Scheidenpilz – ist das hier auch zu erwarten?“
    Bei dieser niedrig dosierten Anwendung wurde in Studien kein vermehrtes Auftreten von Scheidenpilzinfektionen beobachtet. Ein solches Risiko ist jedoch aus der Wirkstoffklasse der Tetracycline bei höheren Dosierungen bekannt. Wenn Sie dazu neigen, besprechen Sie dies am besten vor Beginn der Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • „Warum soll ich das Medikament nüchtern einnehmen?“
    Bestimmte Nahrungsmittel – vor allem Milchprodukte oder Mineralstoffe wie Calcium oder Magnesium – können die Aufnahme von Doxycyclin vermindern. Deshalb sollte die Einnahme morgens nüchtern, idealerweise mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit, erfolgen.
  • „Darf ich Milchprodukte oder Mineralstoffe dazu einnehmen?“
    Produkte mit Calcium, Magnesium, Eisen oder Zink sowie Antazida oder Sucralfat können die Aufnahme deutlich beeinträchtigen. Zwischen der Einnahme sollten daher mindestens 2–3 Stunden Abstand eingehalten werden.
  • „Kann ich das zusammen mit meinen anderen Medikamenten einnehmen?“
    In der Regel ist eine Kombination problemlos möglich. Da einzelne Wirkstoffe die Aufnahme oder Wirkung beeinflussen können, ist es sinnvoll, die Medikation ärztlich abzustimmen oder in der Apotheke prüfen zu lassen.
  • „Muss ich bei Sonne aufpassen?“
    Ja, die Haut kann während der Behandlung empfindlicher auf Sonnenlicht reagieren. Direkte Sonnenexposition sollte möglichst vermieden werden. Ein geeigneter Sonnenschutz ist bei Rosazea grundsätzlich wichtig.
  • „Was mache ich, wenn ich Durchfall bekomme?“
    Bei anhaltendem oder stärkerem Durchfall sollten Sie ärztlichen Rat einholen. In seltenen Fällen kann ein Zusammenhang mit der Behandlung bestehen, der abgeklärt werden sollte.
  • „Wie lange muss ich das Medikament einnehmen?“
    Die Behandlung erfolgt in der Regel über mehrere Wochen. Der Verlauf wird regelmäßig durch die behandelnde Dermatologin oder den behandelnden Dermatologen kontrolliert und die Therapiedauer individuell angepasst.

Apparative und chirurgische Verfahren

Apparative Verfahren wie Laser- oder IPL-Therapien können persistierende Rötungen und sichtbare Gefäßerweiterungen reduzieren. Sie wirken gezielt auf vaskuläre Strukturen, beeinflussen jedoch nicht die zugrunde liegende Entzündung. Daher ersetzen sie keine medikamentöse Basistherapie, sondern ergänzen diese.

Bei phymatösen Veränderungen, insbesondere beim Rhinophym, können chirurgische oder laserbasierte Verfahren häufig zu einer deutlichen und anhaltenden funktionellen und ästhetischen Verbesserung führen. In vielen Fällen sind Betroffene langfristig oder dauerhaft beschwerdefrei, auch wenn die zugrunde liegende Rosazea als chronische Erkrankung bestehen bleibt.

Ergänzende Maßnahmen bei Rosazea

Neben der leitliniengerechten medikamentösen Therapie können bei Rosazea ergänzende Maßnahmen eingesetzt werden, um entzündliche Prozesse zu begleiten und einzelne Symptome zu lindern. Diese Maßnahmen ersetzen die Standardtherapie nicht, können aber je nach individueller Situation unterstützend eingesetzt werden.

Ichthyolhaltige Arzneimittel
Systemische sowie topische Zubereitungen mit Natrium- bzw. Ammoniumbituminosulfonat besitzen entzündungshemmende, antimikrobielle und leicht antiödematöse Eigenschaften. Laut Gebrauchsinformation können sie zur Behandlung der Rosazea eingesetzt werden.

In aktuellen Leitlinien werden sie jedoch nicht als Standardtherapie geführt und kommen daher allenfalls ergänzend zum Einsatz. Die Verträglichkeit ist individuell unterschiedlich. Im Bereich der systemischen, rezeptfrei erhältlichen Arzneimittel stehen bei Rosazea nur sehr wenige Optionen zur Verfügung. Zubereitungen mit Natrium- bzw. Ammoniumbituminosulfonat können in diesem Kontext eine ergänzende Rolle spielen.

Nahrungsergänzungsmittel
Omega-3-Fettsäuren werden aufgrund ihrer entzündungsmodulierenden Eigenschaften insbesondere bei okulärer Beteiligung unterstützend eingesetzt. Die Datenlage ist heterogen, sodass sich derzeit keine eindeutige Einordnung in die leitlinienbasierte Standardtherapie ergibt.

Probiotika und ausgewählte Mikronährstoffe können im Einzelfall ergänzend eingesetzt werden, vor allem bei entsprechender Indikation oder nachgewiesenem Mangel. Ihr Einsatz orientiert sich dabei eher an allgemeinen ernährungsmedizinischen Aspekten als an einer spezifischen Therapie der Rosazea.

Mineralstoffe wie Zink und Selen sowie Vitamine wie Vitamin D, C und E tragen zur normalen Haut- und Immunfunktion bei. Eine ergänzende Zufuhr kann insbesondere bei bestehender Unterversorgung sinnvoll sein.

Bei hochdosierter Einnahme einzelner B-Vitamine kann es zu unerwünschten Hautreaktionen kommen. Insbesondere Vitamin B3 (Niacin) kann dosisabhängig eine ausgeprägte Hautrötung mit Wärmegefühl verursachen (sogenannter Niacin-Flush). Bei Rosazea sollte daher auf eine ungezielte oder hochdosierte Supplementierung verzichtet werden.

Rosazea – Verlauf, Prognose und Gesamteinordnung

Der Verlauf der Rosazea ist individuell sehr unterschiedlich und nicht sicher vorhersagbar. Ziel der leitliniengerechten Behandlung ist eine vollständige Erscheinungsfreiheit (clear), da erst dieser Zustand für viele Betroffene mit einer echten Entlastung und der größten Verbesserung der Lebensqualität verbunden ist. Eine nahezu erscheinungsfreie Haut (almost clear) kann zwar eine deutliche Besserung darstellen, wird von Patientinnen und Patienten jedoch häufig weiterhin als nicht erreichtes Therapieziel empfunden. Auch wenn verbleibende Rötungen oder nicht sichtbare Hautbeschwerden wie Brennen, Stechen oder Überempfindlichkeit für Außenstehende kaum erkennbar sind, prägen sie den Alltag vieler Betroffener und haben großen Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden.

Gleichzeitig ist Rosazea eine chronische Erkrankung. Auch bei sehr gutem Ansprechen auf die Therapie sind daher häufig Erhaltungsstrategien, proaktive Weiterbehandlung oder Kombinationstherapien erforderlich, um den erreichten Zustand zu stabilisieren und Rückfällen vorzubeugen.

Rosazea betrifft überwiegend die Gesichtshaut und die Augen. In seltenen Fällen kann es zusätzlich zu einer extrafazialen Beteiligung kommen, etwa an der Kopfhaut sowie im oberen Brust- oder Rückenbereich. Der Erkrankung liegt ein komplexes Zusammenspiel genetischer Prädispositionen sowie immunologischer, vaskulärer, neuroinflammatorischer sowie struktureller Veränderungen von Haut, Gefäßsystem und Bindegewebe.

Die moderne Einordnung erfolgt symptombasiert und orientiert sich am individuellen klinischen Bild. Dieses Verständnis hilft, vereinfachende Erklärungen, etwa eine Reduktion auf Stress oder äußere Einflüsse, zu vermeiden. Rosazea ist keine Befindlichkeitsstörung, sondern eine medizinisch klar definierte Erkrankung mit komplexem Hintergrund.

Trotz moderner Therapien gelingt es nicht bei allen Betroffenen, die Beschwerden vollständig zu kontrollieren. Entsprechend arbeiten Forschung und klinische Medizin kontinuierlich daran, bestehende Behandlungsansätze weiterzuentwickeln und neue Therapieoptionen zu erschließen. Auf dieser Grundlage stehen heute moderne Therapiekonzepte zur Verfügung, mit denen sich Rosazea bei fachlicher Abklärung und individueller Behandlung häufig gut kontrollieren lässt. Für viele Betroffene bedeutet eine erfolgreiche Behandlung deshalb mehr als eine sichtbare Verbesserung – sie eröffnet die Möglichkeit, den Alltag wieder unbelastet zu erleben.

Rosazea – PTA-Wissen kompakt

  • Keine Befindlichkeitsstörung, sondern eine Erkrankung – Rosazea ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung mit komplexem biologischen Hintergrund; nicht auf Stress oder empfindliche Haut reduzierbar.
  • Typische Symptome – Anhaltende Rötungen, sichtbar erweiterte Gefäße (Teleangiektasien), Papeln und Pusteln sowie Brennen oder Stechen der Haut, überwiegend im Gesicht. Komedonen fehlen – das ist der wichtigste Unterschied zur Akne.
  • Triggerfaktoren verstärken – sie verursachen nicht – UV-Strahlung, Hitze, Alkohol (besonders Rotwein), scharfe Speisen und Stress können Schübe auslösen oder verschlechtern, sind aber nicht die Ursache der Erkrankung.
  • Augenbeteiligung nicht vergessen – Etwa die Hälfte aller Betroffenen leidet zusätzlich an okulärer Rosazea (Brennen, Fremdkörpergefühl, Lidrandentzündung). Auch Tränenersatzmittel und Lidrandhygiene gehören zur Therapie.
  • Basismaßnahmen sind Pflicht – Reizarme Hautpflege und konsequenter UV-Schutz bilden die Grundlage jeder Behandlung und sollten bei jeder Beratung aktiv angesprochen werden.
  • Topische Therapie der ersten Wahl – Metronidazol, Azelainsäure und Ivermectin (gegen Demodex-Milben und Entzündung) sind gleichwertig leitlinienempfohlen; die Wahl richtet sich nach dem individuellen Erscheinungsbild.
  • Niedrig dosiertes Doxycyclin wirkt entzündungshemmend, nicht antibiotisch – Es wird unterhalb der antibiotischen Wirkschwelle eingesetzt; Interaktionen mit Milchprodukten, Calcium, Magnesium und Eisen beachten; Einnahme morgens nüchtern empfehlen.
  • Chronischer Verlauf erfordert langfristiges Management – Rosazea heilt nicht aus; Ziel ist eine möglichst vollständige Erscheinungsfreiheit. Erhaltungstherapien und regelmäßige ärztliche Kontrolle sind notwendig.
  • Psychische Belastung ernst nehmen – Die sichtbare Erkrankung kann zu Rückzug und depressiven Symptomen führen. Eine wirksame Behandlung verbessert häufig auch das allgemeine Wohlbefinden deutlich.

Literatur

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  • Lenders D, Handgretinger G, Borelli C, Schaller M. Rosazea (Teil 2, Therapie): Neue Aspekte in Diagnostik, Klassifikation und Therapie. Dtsch Arztebl. 2024;121(2). DOI:10.3238/persderma.2024.01.26.01.
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Autor
PTA Redaktion

Unsere Redaktion besteht aus ausgewählten PR-Redakteuren und -Beratern aus dem Bereich der Gesundheitskommunikation.

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Geprüft von
Stephanie Nitsch

Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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Inhalt

  • Was ist Rosazea?
  • Aktueller Stand zur Pathophysiologie
  • Klinische Einordnung nach Phänotypen
  • Diagnostik der Rosazea – warum sie häufig verkannt wird
  • Sonderformen der Rosazea
  • Differenzialdiagnosen – Abgrenzung zu ähnlichen Hauterkrankungen
  • Triggerfaktoren bei Rosazea – Verstärker, nicht Ursache
  • Therapie der Rosazea – langfristig, symptombasiert und individuell
  • Rosazea – Verlauf, Prognose und Gesamteinordnung
  • Symptome und Diagnostik der Blasenentzündung

    09.01.2026: Eine akute Zystitis äußert sich in erster Linie durch Brennen beim Wasserlassen. Die Diagnose wird meist anhand der typischen Beschwerden gestellt.

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    Lesezeichen
    Lesedauer ca. 5 min
    21.04.2026

    Behandlung und Prävention der Blasenentzündung

    Viele Frauen sind erleichtert, wenn sie erfahren, dass eine unkomplizierte Blasenentzündung in etwa zwei von drei Fällen auch ohne Antibiotikum ausheilt. In der heutigen Versorgungspraxis steht daher zunächst die Linderung der unangenehmen Beschwerden im Vordergrund. Ziel ist es, die Symptome zu kontrollieren und gleichzeitig unnötige Antibiotikagaben zu vermeiden, um Nebenwirkungen und Resistenzentwicklungen vorzubeugen.

    Nicht-antibiotische Therapie bei akuter unkomplizierter Zystitis

    Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist eine der wichtigsten Maßnahmen bei einer Blasenentzündung. Viel trinken unterstützt das Durchspülen der Harnwege und hilft, Bakterien auszuschwemmen. Empfohlen werden Wasser und ungesüßte Tees. Bei wiederkehrenden Infekten kann eine Erhöhung der Trinkmenge auf etwa drei Liter pro Tag sinnvoll sein.

    Wichtig: Bei Herz- oder Nierenerkrankungen sowie im höheren Lebensalter ist die Regulation des Flüssigkeitshaushalts häufig eingeschränkt, sodass hohe Trinkmengen belastend sein können.

    Wärme wird von vielen Betroffenen als sehr wohltuend empfunden. Wärmflaschen, warme Fußbäder und körperliche Schonung können die Beschwerden zusätzlich lindern.

    Zur medikamentösen Symptomlinderung eignen sich schmerz- und entzündungshemmende Arzneimittel wie Ibuprofen. Bei krampfartigen Beschwerden können krampflösende Wirkstoffe wie Butylscopolamin die Blasenmuskulatur entspannen.

    Unterstützende Therapieoptionen zur Behandlung und Vorbeugung von Blasenentzündungen

    D-Mannose kann sowohl bei akuten Beschwerden als auch zur Vorbeugung wiederkehrender Blasenentzündungen eingesetzt werden. Der natürliche Zucker bindet Escherichia coli, den häufigsten Erreger der Zystitis, und verhindert dessen Anhaften an der Blasenwand, sodass die Bakterien mit dem Urin ausgeschieden werden. Studien zeigen eine Besserung akuter Symptome sowie eine Reduktion rezidivierender Harnwegsinfekte.

    Ergänzend können pflanzliche Arzneimittel den Heilungsprozess unterstützen, insbesondere wenn eine antibiotische Therapie nicht zwingend erforderlich ist. Dazu zählen Blasen- und Nierentees sowie Brennnesseltee, die die Harnausscheidung fördern und das mechanische Ausschwemmen von Keimen unterstützen. Auch Bärentraubenblätter werden traditionell eingesetzt; ihre Anwendung sollte jedoch zeitlich begrenzt und beratend begleitet erfolgen. Weitere pflanzliche Optionen sind Kapuzinerkressekraut und Meerrettichwurzel, die häufig kombiniert angewendet werden und antimikrobielle Eigenschaften besitzen.

    Ergänzend trägt die Stabilisierung der Intimflora mit schützenden Laktobazillen dazu bei, das physiologische Milieu im Vaginalbereich zu erhalten und erneuten Harnwegsinfektionen vorzubeugen. Eine intakte, laktobazillendominierte Vaginalflora senkt den pH-Wert und wirkt damit der Ansiedlung pathogener Keime entgegen.

    Aktuelle Empfehlungen sehen den Einsatz probiotischer Präparate insbesondere bei wiederkehrenden Blasenentzündungen, nach Antibiotikatherapien sowie bei einer nachgewiesenen oder vermuteten Störung der Vaginalflora als sinnvolle unterstützende Maßnahme. Probiotika können dabei vaginal oder – je nach Präparat – auch oral angewendet werden, mit dem Ziel, die natürliche Schutzfunktion der Schleimhäute zu fördern.

    Bei Östrogenmangel, insbesondere in den Wechseljahren, ist die Vaginalschleimhaut häufig dünner und anfälliger für Infektionen. In diesen Fällen kann nach ärztlicher Rücksprache zusätzlich eine lokal anzuwendende Östrogencreme sinnvoll sein, um die Schleimhaut zu stabilisieren, die Besiedelung mit Laktobazillen zu fördern und die Infektanfälligkeit zu reduzieren.

    Wann sind Antibiotika notwendig?

    Eine antibiotische Therapie ist dann angezeigt, wenn die Beschwerden stark sind, sich trotz symptomatischer Maßnahmen nicht bessern oder sich sogar verschlechtern. Auch bei sichtbarem Blut im Urin, Fieber oder Rückenschmerzen sollte immer ärztlich behandelt werden.

    In diesen Fällen verschreibt der Arzt in der Regel eine Einmal- oder Kurzzeittherapie über wenige Tage. Zum Einsatz kommen Wirkstoffe wie Fosfomycin-Trometamol, Nitrofurantoin, Nitroxolin oder Pivmecillinam. Die Auswahl erfolgt empirisch auf Basis der zu erwartenden Erreger, in erster Linie E. coli.

    Gut zu wissen: Aktuelle Daten aus der ambulanten Versorgung zeigen einen klaren Trend hin zu einer leitliniengerechten Antibiotikaverordnung bei Harnwegsinfekten. Der Einsatz von Erstlinienantibiotika wie Fosfomycin, Pivmecillinam, Nitrofurantoin und Nitroxolin hat insbesondere bei Frauen zugenommen, während Fluorchinolone deutlich seltener verordnet werden. Damit entspricht die Versorgung zunehmend den Leitlinienempfehlungen, die auf eine wirksame Therapie bei gleichzeitiger Reduktion von Resistenzentwicklung und Nebenwirkungen abzielen.

    Chronisch rezidivierende Blasenentzündungen

    Von chronisch rezidivierenden Blasenentzündungen spricht man, wenn die Beschwerden mindestens dreimal pro Jahr oder zweimal innerhalb von sechs Monaten auftreten. In diesen Fällen stehen zunächst nicht-antibiotische Maßnahmen im Vordergrund. Dazu zählen eine umfassende Verhaltensberatung, eine ausreichende Trinkmenge, die Einnahme von D-Mannose, pflanzliche Arzneimittel sowie die gezielte Unterstützung der Intimflora durch Laktobazillen.

    Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine antibiotische Langzeitprophylaxe oder eine prophylaktische Einmalgabe nach dem Geschlechtsverkehr in Betracht gezogen werden. In den Wechseljahren kann nach ärztlicher Rücksprache auch eine lokal anzuwendende Östrogencreme eine Alternative zur antibiotischen Langzeittherapie darstellen.

    Prävention – ein zentraler Baustein der PTA-Beratung

    Zur Vorbeugung von Blasenentzündungen spielen Alltagsmaßnahmen eine entscheidende Rolle. Dazu gehören eine ausreichende Trinkmenge, regelmäßiges Wasserlassen und eine vollständige Blasenentleerung. Nach dem Geschlechtsverkehr wird empfohlen, zeitnah die Toilette aufzusuchen, um mögliche Keime auszuspülen.

    Ebenso wichtig ist eine sanfte, pH-angepasste Intimhygiene. Auf Scheidenspülungen, Intimsprays und aggressive Reinigungsprodukte sollte verzichtet werden. Nach dem Toilettengang sollte immer von vorne nach hinten gewischt werden, um Darmbakterien nicht in Richtung Harnröhre zu verschleppen. Atmungsaktive Baumwollunterwäsche, das Vermeiden von Unterkühlung sowie der Aufbau einer stabilen Intimflora tragen ebenfalls zur Prävention bei.

    Übersichtstabelle – Behandlung & Prävention

    Therapie-/PräventionsbereichWichtige Inhalte für die Beratung
    Spontanheilung2 von 3 unkomplizierten Zystitiden heilen ohne Antibiotikum
    BasismaßnahmenViel trinken, Ruhe, Wärme
    SchmerztherapieIbuprofen (schmerzlindernd & entzündungshemmend)
    KrampflösungButylscopolamin
    D-MannoseBindet E. coli, verhindert Anheften an die Blasenwand
    Pflanzliche MittelBlasen- & Nierentee, Brennnessel, Bärentraube, Kapuzinerkresse, Meerrettich
    Antibiotika (ärztlich)Fosfomycin, Nitrofurantoin, Nitroxolin, Pivmecillinam
    RezidivprophylaxeD-Mannose, Laktobazillen, Trinkmenge
    IntimfloraProbiotische Laktobazillen
    VerhaltensmaßnahmenWasserlassen nach GV, richtige Hygiene
    WechseljahreLokale Östrogentherapie nach ärztlicher Rücksprache

    Beratungsfokus: Behandlung und Prävention

    In der Apothekenberatung steht zunächst die Einschätzung der Beschwerdestärke im Vordergrund. Viele unkomplizierte Blasenentzündungen heilen auch ohne Antibiotikum aus, sodass zunächst symptomlindernde und unterstützende Maßnahmen im Fokus stehen. Antibiotika sind schweren, anhaltenden oder komplizierten Verläufen vorbehalten und sollten gezielt eingesetzt werden.

    Bei wiederkehrenden Beschwerden gewinnt die Prävention an Bedeutung. Neben einer ausreichenden, bedarfsgerechten Flüssigkeitszufuhr und einfachen Verhaltensmaßnahmen kann insbesondere die Stabilisierung der Intimflora einen wichtigen Beitrag leisten. Ziel der Beratung ist es, individuelle und alltagstaugliche Strategien aufzuzeigen, um erneuten Infekten vorzubeugen und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.

    Literatur

    1. Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.) (2016). Blasenentzündungen – zwei von drei Frauen werden ohne Antibiotikum gesund. Online verfügbar unter: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/blasenentzundungen-zwei-von-drei-frauen-werden-ohne-antibiotikum-gesund-1688.php. Abgerufen am 12.08.2024.
    2. Brennen beim Wasserlassen S3-Leitlinie und Anwenderversion der S3-Leitlinie Harnwegsinfektionen AWMF-Register-Nr. 053-001DEGAM Autoren Schiemann, Guido, Klaus Gebhardt, Eva Hummers. Konzeption und wissenschaftliche Redaktion: Ständige Leitlinien-Kommission der DEGAM. Stand: 07/ 2018. Online verfügbar unter: https://www.degam.de/files/Inhalte/Leitlinien-Inhalte/Dokumente/DEGAM-S3-Leitlinien/053-001_Brennen%20beim%20Wasserlassen/053-001l_Brennen%20Wasserlassen_Langversion_29-08-18.pdf. Abgerufen am 07.06.21.
    3. Deutsche Familienversicherung. Blasenentzündung: Ursachen, Symptome, Therapie. Stand: 29.10.20. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-familienversicherung.de/krankenhauszusatzversicherung/ratgeber/artikel/blasenentzuendung-ursachen-symptome-therapie/. Abgerufen am 03.05.21., Clara. Miktionsbeschwerden. Tabuthema Blasenprobleme. Stand:10.04.19. Online verfügbar unter:https://www.pharmazeutische-zeitung.de/tabuthema-blasenprobleme/. Abgerufen am: 22.04.21.
    4. Domenici L, Monti M, Bracchi C, Giorgini M, Colagiovanni V, Muzii L, Benedetti Panici P. D-mannose: a promising support for acute urinary tract infections in women. A pilot study. Eur Rev Med Pharmacol Sci. 2016 Jul;20(13):2920-5. PMID: 27424995.
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    6. Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. Sommerleiden Blasenentzündung – Erstmal ohne Antibiotikum behandeln. Medizin – Kommunikation Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.
      Online verfügbar unter: https://idw-online.de/de/news719653. Abgerufen am 01.06.21.
    7. Hanslmeier T, Alsaiad S, Hueber S, Kurotschka PK, Gerlach R, Gágyor I, Kaußner Y. Prescription of antibiotics for urinary tract infections in outpatient care in Bavaria: An analysis of routine data. PLoS One. 2024 Oct 25;19(10):e0312620. doi: 10.1371/journal.pone.0312620. PMID: 39453905; PMCID: PMC11508671.

    Inhalt

    • Nicht-antibiotische Therapie bei akuter unkomplizierter Zystitis
    • Unterstützende Therapieoptionen zur Behandlung und Vorbeugung von Blasenentzündungen
    • Beratungsfokus: Behandlung und Prävention
    • Symptome und Diagnostik der Blasenentzündung

      09.01.2026: Eine akute Zystitis äußert sich in erster Linie durch Brennen beim Wasserlassen. Die Diagnose wird meist anhand der typischen Beschwerden gestellt.

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      Home Gesundheit Frauengesundheit
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      Lesedauer ca. 4 min
      21.04.2026

      Symptome und Diagnostik der Blasenentzündung

      In der Apothekenpraxis kommen viele Frauen mit einem klaren Verdacht auf eine Blasenentzündung, weil sie die Beschwerden aus früheren Episoden kennen. Andere sind verunsichert, weil sie die Symptome zum ersten Mal erleben oder nicht sicher sind, ob tatsächlich eine Blasenentzündung vorliegt. Für PTAs ist es daher besonders wichtig, typische Beschwerden zu erkennen, aber auch Warnsignale sicher einzuordnen.

      Typische Symptome einer unkomplizierten Blasenentzündung

      Eine akute, unkomplizierte Zystitis äußert sich in erster Linie durch Brennen beim Wasserlassen. Hinzu kommt ein häufiger Harndrang, obwohl jeweils nur kleine Mengen Urin abgegeben werden. Viele Betroffene berichten über ein unangenehmes Druck- oder Schmerzgefühl im Unterbauch, das als sehr belastend empfunden wird.

      Der Urin kann trüb erscheinen, stark konzentriert sein und unangenehm riechen. Blut im Urin kann ebenfalls vorkommen. Häufig handelt es sich dabei um sogenannte Mikroblutungen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, aber im Urintest nachgewiesen werden können.

      Im Rahmen einer Blasenentzündung kann zudem ein imperativer Harndrang auftreten. Dieser setzt plötzlich ein und ist nur schwer zu kontrollieren. In ausgeprägten Fällen kann es sogar zu einer Dranginkontinenz kommen, bei der Betroffene es nicht rechtzeitig auf die Toilette schaffen. Für viele Frauen ist dies besonders belastend und mit Schamgefühlen verbunden – ein sensibler Umgang in der Beratung ist daher essenziell.

      Gerade bei leichten, unkomplizierten Verläufen beschränken sich die Beschwerden häufig auf diese typischen Symptome. Dennoch schränken sie den Alltag oft deutlich ein, weshalb viele Frauen frühzeitig Hilfe in der Apotheke suchen.

      Hinweise auf eine komplizierte oder aufsteigende Infektion

      Für die PTA-Beratung ist es entscheidend, Warnzeichen zu erkennen, die über eine einfache Blasenentzündung hinausgehen. Treten zusätzlich zu den typischen Beschwerden Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen im Rücken, beziehungsweise Flankenbereich auf, besteht der Verdacht, dass sich die Entzündung von der Blase über die Harnleiter bis zum Nierenbecken ausgebreitet hat.

      In diesem Fall spricht man von einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). Diese stellt eine ernsthafte Komplikation dar und muss zwingend ärztlich und antibiotisch behandelt werden. Auch ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl sollte immer ernst genommen werden. Kundinnen mit diesen Symptomen sollten nicht mehr zur Selbstmedikation beraten, sondern gezielt an einen Arzt verwiesen werden.

      Diagnostik bei unkomplizierter Blasenentzündung

      In der ärztlichen Praxis wird die Diagnose einer unkomplizierten Blasenentzündung meist anhand der typischen Beschwerden gestellt. Ergänzend erfolgt in der Regel eine Urinuntersuchung. Dabei wird ein sogenannter Mittelstrahlurin verwendet, um Verunreinigungen zu vermeiden.

      Mithilfe von Teststreifen lassen sich verschiedene Parameter im Urin bestimmen. Der Nachweis von Leukozyten weist auf eine Entzündungsreaktion hin, Nitrit entsteht durch den bakteriellen Abbau von Nitrat und spricht für ein bakterielles Geschehen. Auch Blut im Urin kann festgestellt werden. In Kombination mit den charakteristischen Symptomen gilt die Diagnose eines Harnwegsinfekts dann als sehr wahrscheinlich.

      Bei jungen, ansonsten gesunden Frauen mit typischer Symptomatik reicht diese einfache Diagnostik häufig aus. In diesen Fällen kann, je nach Ausprägung der Beschwerden, zunächst auch eine symptomatische Therapie ohne Antibiotikum erfolgen.

      Erweiterte Diagnostik bei komplizierten oder wiederkehrenden Verläufen

      Bei komplizierten Blasenentzündungen, bei häufig wiederkehrenden Beschwerden oder bei besonderen Patientengruppen ist eine weiterführende Diagnostik erforderlich. Dazu zählt insbesondere die Anlage einer Urinkultur. Hierbei werden die im Urin vorhandenen Erreger auf speziellen Nährböden angezüchtet, um die genaue Erregerart zu bestimmen.

      Ergänzend kann ein Antibiogramm erstellt werden. Dieses zeigt, gegen welche Antibiotika die nachgewiesenen Bakterien empfindlich oder resistent sind. Gerade bei rezidivierenden Blasenentzündungen ist dies wichtig, um gezielt und wirksam behandeln zu können und Resistenzentwicklungen zu vermeiden. Eine Urinkultur wird auch in der Schwangerschaft empfohlen.

      Weitere diagnostische Maßnahmen können eine Ultraschalluntersuchung der Harnwege, die Bestimmung von Restharn oder eine Blasenspiegelung sein. Diese Untersuchungen dienen dazu, anatomische oder funktionelle Ursachen wie Harnstau, Blasensteine oder Abflussstörungen zu erkennen.

      Eine asymptomatische Bakteriurie, bei der Bakterien im Urin nachgewiesen werden, ohne dass Beschwerden bestehen, muss in der Regel nicht behandelt werden.

      Wann ist eine ärztliche Abklärung zwingend erforderlich?

      In der Apothekenberatung ist es wichtig, klar zu benennen, wann eine Selbstmedikation nicht mehr ausreicht und eine ärztliche Abklärung notwendig ist. Dies gilt insbesondere:

      • in der Schwangerschaft,
      • bei Kindern,
      • Fieber, Flanken- oder Rückenschmerzen,
      • sichtbarem Blut im Urin,
      • ausgeprägtem Krankheitsgefühl sowie
      • Vorerkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus.

      Darüber hinaus sollten auch anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.

      Übersichtstabelle – Symptome & Diagnostik

      AspektBeratungsrelevante Inhalte
      LeitsymptomeBrennen/Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang
      Weitere SymptomeSchmerzen oberhalb der Symphyse, trüber oder übelriechender Urin
      Blut im UrinMikro- oder Makrohämaturie möglich
      BlasenkrämpfeImperativer Harndrang, ggf. Dranginkontinenz
      WarnzeichenFieber, Schüttelfrost, Rücken-/Flankenschmerzen
      Verdacht auf KomplikationNierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
      BasisdiagnostikUrinteststreifen (Nitrit, Leukozyten, Blut)
      Erweiterte DiagnostikUrinkultur, Antibiogramm, Ultraschall
      BesonderheitenUrinkultur in der Schwangerschaft empfohlen
      Nicht behandlungsbedürftigAsymptomatische Bakteriurie

      Beratungsfokus: Symptome & Diagnostik

      Ziel der Beratung ist es, Sicherheit zu geben und Beschwerden richtig einzuordnen. Typische Symptome einer unkomplizierten Blasenentzündung können gut erklärt und von Warnzeichen abgegrenzt werden. Besonders wichtig ist es, Kundinnen klar zu vermitteln, bei welchen Anzeichen eine ärztliche Abklärung erforderlich ist, etwa bei Fieber, Rückenschmerzen, Schwangerschaft oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl.

      Literatur

      Leitlinienprogramm DGU: Interdisziplinäre S3 Leitlinie: Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten. Langversion 1.1-2, 2017 AWMF Registernummer: 043/044, http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-044l_S3_Harnwegsinfektionen pdf (Zugriff am: 12.08.2024).

      Inhalt

      • Typische Symptome einer unkomplizierten Blasenentzündung
      • Hinweise auf eine komplizierte oder aufsteigende Infektion
      • Diagnostik bei unkomplizierter Blasenentzündung
      • Beratungsfokus: Symptome & Diagnostik
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        Home Gesundheit Frauengesundheit
        Lesezeichen
        Lesedauer ca. 6 min
        21.04.2026

        Ursachen einer Blasenentzündung (Zystitis)

        Die Blasenentzündung, medizinisch als Zystitis bezeichnet, ist eine meist bakteriell verursachte Entzündung der Harnblasenschleimhaut. Sie zählt zu den unteren Harnwegsinfekten und gehört zu den häufigsten bakteriellen Infektionen insgesamt. Da Frauen im Laufe ihres Lebens besonders häufig von Blasenentzündungen betroffen sind, zählen diese zu den relevanten Beratungsthemen im Apothekenalltag.

        Trotz der unangenehmen Beschwerden ist es wichtig zu betonen, dass die Blasenentzündung in den meisten Fällen harmlos verläuft und bei frühzeitiger, angemessener Behandlung folgenlos ausheilt. Für die pharmazeutische Beratung ist es jedoch entscheidend, die verschiedenen Ursachen, Risikofaktoren und Verlaufsformen zu kennen, um zwischen unkomplizierten und behandlungsbedürftigen Situationen unterscheiden zu können.

        Entstehung eines Harnwegsinfekts

        Ein Harnwegsinfekt entsteht durch das Eindringen von Krankheitserregern in die ableitenden Harnwege. In den meisten Fällen handelt es sich um Kolibakterien, insbesondere Escherichia coli. Diese Bakterien gehören zur natürlichen Darmflora und sind dort physiologisch. Gelangen sie jedoch über die Harnröhre in die Harnblase, können sie sich an der Blasenschleimhaut anheften und eine Entzündung auslösen.

        Man spricht in diesem Zusammenhang von einer aufsteigenden, also aszendierenden Infektion. Die typischen Beschwerden einer akuten Blasenentzündung wie Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sowie häufiger Harndrang mit nur geringen Urinmengen sind Ausdruck dieser Entzündungsreaktion. Andere Erreger, etwa Hefepilze wie Candida albicans, Viren oder Parasiten, spielen im Vergleich eine deutlich geringere Rolle.

        Untere und obere Harnwegsinfekte

        Fachlich wird zwischen unteren und oberen Harnwegsinfekten unterschieden. Bei einer unteren Infektion sind die Harnblase und gegebenenfalls die Harnröhre betroffen. Breitet sich die Entzündung jedoch über die Harnleiter bis zum Nierenbecken aus, spricht man von einem oberen Harnwegsinfekt beziehungsweise einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). Diese stellt eine ernsthafte Komplikation dar und erfordert zwingend eine antibiotische Therapie.

        Kehren Harnwegsinfekte immer wieder, werden sie als chronisch oder rezidivierend bezeichnet. Diese Verlaufsform ist mit einem erhöhten Leidensdruck verbunden und erfordert eine umfassendere Diagnostik und Prävention.

        Anatomische Besonderheiten und Geschlechtsunterschiede

        Frauen erkranken deutlich häufiger an einer Blasenentzündung als erwachsene Männer. Ursache hierfür ist vor allem die kürzere weibliche Harnröhre sowie die anatomische Nähe von After, Vagina und Harnröhre. Dies begünstigt das Eindringen von Darmbakterien in die Harnblase.

        Bei Männern ist die Harnröhre deutlich länger, wodurch Krankheitserreger einen weiteren Weg zurücklegen müssen. Dadurch treten Blasenentzündungen seltener auf. Kommt es dennoch zu einer Zystitis, liegt häufig eine zugrunde liegende begünstigende Ursache vor, etwa eine Harnabflussstörung oder eine andere urologische Grunderkrankung, die ärztlich abgeklärt werden sollte.

        Diese anatomischen Unterschiede erklären, warum präventive Maßnahmen im Alltag insbesondere für Frauen eine besondere Rolle spielen.

        Harnwegsinfektionen bei Kindern

        Besteht der Verdacht auf eine Blasenentzündung, sollten Eltern mit ihrem Kind grundsätzlich ärztlichen Rat einholen. Bakterielle Harnwegsinfektionen treten im Kindesalter vergleichsweise häufig auf, zeigen jedoch, insbesondere bei jüngeren Kindern, oft unspezifische Symptome.

        Vor allem im Säuglingsalter kann sich ein Harnwegsinfekt untypisch äußern, etwa durch Trinkschwäche, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall sowie durch Unruhe und Reizbarkeit. Auch vermehrtes Weinen beim Wasserlassen kann ein Hinweis sein. Begünstigt wird eine Infektion in diesem Alter unter anderem durch Keimverschleppung im Windelbereich.

        Eine frühzeitige ärztliche Abklärung ist besonders wichtig, da so ein Aufsteigen der Infektion, chronische Entzündungen und mögliche Nierenschäden verhindert werden können. Vorbeugend wirken Stillen, häufiges Wechseln der Windeln – auch wenn sie noch trocken erscheinen – sowie ein möglichst trocken gehaltener Windelbereich.

        Erst mit zunehmendem Alter können Kinder ihre Beschwerden gezielter äußern, etwa Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen. Auch erneutes Einnässen kann auf einen Harnwegsinfekt hinweisen. Treten Blasenentzündungen wiederholt auf, sollten mögliche anatomische Ursachen wie Fehlbildungen oder ein vesikoureteraler Reflux ärztlich abgeklärt werden.

        Bei Jungen kann im ersten Lebensjahr auch eine physiologische Vorhautverengung eine Rolle spielen. Mädchen sind aufgrund ihrer Anatomie grundsätzlich anfälliger für Harnwegsinfekte. Zusätzlich können das Zurückhalten des Urins oder eine unvollständige Blasenentleerung die Entstehung einer Blasenentzündung begünstigen.

        Hormonelle Einflüsse und Veränderungen der Intimflora

        Hormonelle Veränderungen beeinflussen das Risiko für Harnwegsinfekte erheblich. Während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft und insbesondere in den Wechseljahren kommt es zu Schwankungen des Östrogenspiegels. Sinkt der Östrogenspiegel, wie es typischerweise in der Menopause der Fall ist, verändern sich die Schleimhäute von Scheide, Harnröhre und Harnblase.

        Diese Veränderungen gehen mit einer Abnahme schützender Laktobazillen und einer Erhöhung des vaginalen pH-Wertes einher. Das physiologische Scheidenmilieu wird instabiler, wodurch Krankheitserreger leichter eindringen und sich vermehren können. Frauen nach den Wechseljahren leiden daher nicht nur häufiger unter Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, sondern auch vermehrt unter Harnwegsinfekten.

        Weitere begünstigende Risikofaktoren

        Neben hormonellen Einflüssen gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die das Auftreten einer Blasenentzündung begünstigen können. Dazu zählen ein geschwächtes Immunsystem, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, häufiger Geschlechtsverkehr sowie die Verwendung bestimmter Verhütungsmethoden, insbesondere Diaphragmen und spermizide Präparate.

        Auch eine falsche oder übertriebene Intimhygiene, etwa durch Scheidenspülungen oder aggressive Reinigungsprodukte, kann die natürliche Schutzflora schädigen. Unterkühlung, insbesondere kalte Füße oder nasse Kleidung, wird ebenfalls als begünstigender Faktor angesehen, da sie die Durchblutung vermindern und die lokale Abwehr schwächen kann. Vorangegangene Harnwegsinfekte und kürzlich eingenommene Antibiotika erhöhen das Risiko zusätzlich.

        Untersuchungen zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen dem Nachweis von Gardnerella vaginalis als Bestandteil des veränderten vaginalen Mikrobioms bei bakterieller Vaginose und wiederkehrenden Harnwegsinfekten.

        Sonderrolle der Harnabflussstörungen

        Eine vollständige Blasenentleerung ist ein wichtiger Schutzmechanismus gegen Infektionen. Verbleibt Restharn in der Blase, entsteht ein günstiges Milieu für Bakterien. Ursachen hierfür können eine schwache Blasenmuskulatur, eine Gebärmuttersenkung, Harnröhrenverengungen, Blasensteine, Fremdkörper oder Tumoren sein. Auch medizinische Maßnahmen wie Blasenspiegelungen oder das Tragen von Blasenverweilkathetern erhöhen das Risiko für eine Blasenentzündung.

        Kommt es zu einem dauerhaften Rückfluss des Urins in die Harnleiter oder bis in das Nierenbecken, können langfristig auch die Nieren geschädigt werden. Akut auftretende Blasenentleerungsstörungen sollten daher zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

        Wiederkehrende und besondere Formen der Blasenentzündung

        Von einer rezidivierenden Zystitis spricht man, wenn Blasenentzündungen mehr als zweimal innerhalb eines halben Jahres oder mehr als dreimal pro Jahr auftreten. Die Ursachen entsprechen grundsätzlich denen der akuten Zystitis, erfordern jedoch eine umfassendere Diagnostik und langfristige Präventionsstrategien.

        Eine besondere Form stellt die interstitielle Zystitis dar. Dabei handelt es sich um eine chronische, nicht bakteriell bedingte Entzündung der Blasenwand. Die Erkrankung ist mit starken Unterleibsschmerzen und dauerhaftem Harndrang verbunden und betrifft überwiegend Frauen. Bis zur Diagnosestellung vergeht häufig viel Zeit, da diese Form der Blasenentzündung vergleichsweise selten und wenig bekannt ist.

        Übersichtstabelle – Ursachen & Risikofaktoren

        BereichWichtige Punkte für die PTA-Beratung
        Häufigste UrsacheAufsteigende Infektion mit Escherichia coli aus der Darmflora
        Anatomische FaktorenKurze weibliche Harnröhre, Nähe von After, Vagina und Harnröhre
        Hormonelle EinflüsseÖstrogenabfall (v. a. Menopause), Schwangerschaft, Zyklusveränderungen
        IntimfloraAbnahme schützender Laktobazillen, erhöhter pH-Wert
        Begünstigende FaktorenGeschlechtsverkehr, Unterkühlung, falsche Intimhygiene
        Medizinische RisikofaktorenDiabetes mellitus, Immunschwäche, Antibiotikatherapie
        Gynäkologische ZusammenhängeBakterielle Vaginose (Gardnerella vaginalis)
        Mechanische FaktorenBlasenkatheter, Blasenspiegelung
        HarnabflussstörungenRestharn, Reflux, Blasensteine, anatomische Veränderungen
        Rezidivierende Zystitis≥ 3/Jahr oder ≥ 2/6 Monate

        Beratungsfokus: Ursachen & Risikofaktoren

        In der Apothekenberatung ist es wichtig, die Ursachen einer Blasenentzündung verständlich und wertfrei zu erklären. Viele Kundinnen haben Sorge, selbst etwas „falsch gemacht“ zu haben. Hier kann entlastend vermittelt werden, dass anatomische Gegebenheiten, hormonelle Veränderungen oder eine gestörte Intimflora häufig entscheidender sind als individuelles Verhalten. Gleichzeitig lassen sich aus den bekannten Risikofaktoren konkrete Präventionsmaßnahmen ableiten, etwa zur Trinkmenge, Intimhygiene oder zum Umgang mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten.

        Literatur

        1. Brennen beim Wasserlassen S3-Leitlinie und Anwenderversion der S3-Leitlinie Harnwegsinfektionen AWMF-Register-Nr. 053-001DEGAM Autoren Schiemann, Guido, Klaus Gebhardt, Eva Hummers. Konzeption und wissenschaftliche Redaktion: Ständige Leitlinien-Kommission der DEGAM. Stand: 07/ 2018. Online verfügbar unter: https://www.degam.de/files/Inhalte/Leitlinien-Inhalte/Dokumente/DEGAM-S3-Leitlinien/053-001_Brennen%20beim%20Wasserlassen/053-001l_Brennen%20Wasserlassen_Langversion_29-08-18.pdf. Abgerufen am 07.06.21.
        2. Gilbert NM, O’Brien VP, Lewis AL (2017) Transient microbiota exposures activate dormant Escherichia coli infection in the bladder and drive severe outcomes of recurrent disease. PLoS Pathog 13(3): e1006238. https://doi.org/10.1371/journal.ppat.1006238

        Inhalt

        • Entstehung eines Harnwegsinfekts
        • Untere und obere Harnwegsinfekte
        • Wiederkehrende und besondere Formen der Blasenentzündung
        • Symptome und Diagnostik der Blasenentzündung

          09.01.2026: Eine akute Zystitis äußert sich in erster Linie durch Brennen beim Wasserlassen. Die Diagnose wird meist anhand der typischen Beschwerden gestellt.

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          Home Gesundheit Frauengesundheit
          Autorin: Annika Paulsen
          Lesezeichen
          Lesedauer ca. 12 min
          29.04.2026

          Diabetes in der Schwangerschaft

          Schwangerschaftsdiabetes – auch Gestationsdiabetes genannt – gehört zu den häufigsten Stoffwechselstörungen während der Schwangerschaft und wirft bei betroffenen Frauen viele Fragen und Unsicherheiten auf. Eine verständliche, einfühlsame und gut strukturierte Beratung ist daher besonders wichtig, um die Gesundheit von Mutter und Kind bestmöglich zu unterstützen.

          Dieser Beitrag richtet sich direkt an Frauen mit Gestationsdiabetes und bietet verständliche, praxisnahe Informationen zur Unterstützung im Alltag. Verfasst von Apothekerin Annika Paulsen, vermittelt er Orientierung und Sicherheit und unterstreicht die Apotheke als vertrauensvolle Anlaufstelle bei Fragen rund um den Schwangerschaftsdiabetes.

          Schwangerschaftsdiabetes

          Schwangerschaftsdiabetes, auch bekannt als Gestationsdiabetes, ist eine Form des Diabetes, die während der Schwangerschaft auftritt und die Gesundheit von Mutter und Kind beeinflussen kann. Obwohl der Name etwas Süßes suggeriert, wie der „honigsüße Durchfluss“ des Diabetes mellitus, verbirgt sich dahinter eine ernsthafte Stoffwechselstörung, die eine vermehrte Ausscheidung von Zucker mit dem Urin zur Folge hat. Diese Erkrankung, die zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen zählt, erfordert Aufmerksamkeit und Fürsorge, um die besondere Zeit der Schwangerschaft unbeschwert genießen zu können.

          Was genau ist ein Schwangerschaftsdiabetes?

          „Honigsüßer Durchfluss“ – so lautet die Übersetzung des Diabetes mellitus. Da stelle ich mir immer vor, wie glänzender Honig ruhig und andächtig durch meine Finger rinnt. Das klingt eigentlich ganz nett. Allerdings beschreibt diese Übersetzung anschaulich das Hauptsymptom des Diabetes, nämlich die vermehrte Ausscheidung des süßen Zuckers mit dem Urin. Es handelt sich um eine Störung im Zuckerstoffwechsel. Wird dies zum ersten Mal während einer Schwangerschaft diagnostiziert, spricht man von Schwangerschaftsdiabetes oder auch Gestationsdiabetes mellitus (GDM).

          Weil die Stoffwechselstörung eine der häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen ist, ist es wichtig zu wissen, wie Sie die ersten Symptome früh erkennen können. Denn mit der heutigen Erfahrung im Bereich der Diagnostik, Behandlung und unterstützenden Maßnahmen, können die besonderen Monate der Schwangerschaft trotz Schwangerschaftsdiabetes ganz unkompliziert verlaufen. Doch ein Schwangerschaftsdiabetes erfordert Aufmerksamkeit und Fürsorge.

          Der Schwangerschaftsdiabetes ist eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels (Glukosetoleranzstörung), der erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert wurde. Er wird auch als Gestationsdiabetes mellitus und manchmal als Typ-4-Diabetes bezeichnet. Es handelt sich um eine Sonderform des Diabetes, die glücklicherweise oftmals nach der Schwangerschaft auch wieder verschwindet. In Deutschland sind etwa 5 % aller Schwangeren vom Gestationsdiabetes betroffen.1

          Wie bei anderen Diabetes-Typen ist die Erkrankung durch hohe Blutzuckerwerte gekennzeichnet, die mit einem speziellen Blutzuckerbelastungstest bestimmt werden. Da die Stoffwechselstörung bei vielen Frauen nur wenige oder gar keine Beschwerden verursacht, ist ein Blutzuckerbelastungstest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche vorgesehen, um einen Diabetes frühzeitig zu erkennen und mit Umstellung der Lebensgewohnheiten oder gegebenenfalls Insulin entgegenzusteuern. Wenn die Blutzuckerwerte gut eingestellt sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Mutter und Kind problemlos durch die Schwangerschaft kommen.

          Welche Ursachen hat der Schwangerschaftsdiabetes?

          Die Ursachen des Schwangerschaftsdiabetes entsprechen zum großen Teil denen des Typ-2-Diabetes, d.h. neben einer genetischen Veranlagung begünstigen vor allem Übergewicht und der Lebensstil (Ernährung und Bewegung) die Entstehung dieser Stoffwechselstörung.

          Wie genau die Mechanismen ablaufen, die zum Schwangerschaftsdiabetes führen, ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt. Bekannt ist aber, dass dem Schwangerschaftsdiabetes eine Insulinresistenz zugrunde liegt. Das bedeutet, dass die Wirkung des Hormons Insulin vermindert ist.

          Insulin wird in den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse produziert und ist verantwortlich dafür, dass Körperzellen Zucker (Glukose) aus dem Blut aufnehmen. Dadurch werden die Zellen mit Energie versorgt und die Konzentration an Glukose im Blut sinkt. Bei einer Insulinresistenz funktioniert dies nur unzureichend, sodass der Blutzuckerwert ansteigt.

          Wieso tritt eine Insulinresistenz in der Schwangerschaft auf?

          Eine Schwangerschaft geht mit großen hormonellen Veränderungen einher. Vor allem ab der 20. Schwangerschaftswoche werden vermehrt Hormone, wie Progesteron, Östrogene, Kortisol und Prolaktin gebildet. Diese Hormone schwächen die Wirkung des körpereigenen Insulins ab (physiologische Insulinresistenz). Gesunde Frauen produzieren dann in der Schwangerschaft mehr Insulin, um den höheren Blutzuckerspiegel zu senken.

          Wenn aber bereits vor der Schwangerschaft unbekannterweise eine verringerte Insulinsensivität vorliegt, d.h. die Zellen sprechen nicht so gut auf Insulin an und benötigen mehr davon, dann ist die Bauchspeicheldrüse in der Schwangerschaft mit der nochmals erhöhten Insulinproduktion überfordert. So kann der Blutzuckerspiegel aus eigener Kraft nicht mehr effektiv gesenkt werden.

          Symptome eines möglichen Schwangerschaftsdiabetes

          Das Tückische am Schwangerschaftsdiabetes ist, dass er häufig gar keine oder nur unspezifische Symptome verursacht. Während beim Diabetes mellitus eher die klassischen Beschwerden, wie starker Durst oder erhöhter Harndrang auftreten, muss man beim Gestationsdiabetes manchmal schon genauer hinsehen, um ihn zu erkennen.

          Symptome des Schwangerschaftsdiabetes:

          • Harnwegsinfekte
          • Pilzinfektionen
          • Zucker im Urin (Glucosurie)
          • Gesteigerte Fruchtwassermenge (Polyhydramnion)
          • Übermäßiges Gewicht oder Größe des Kindes (Makrosomie)
          • Bluthochdruck

          Frühe Anzeichen können entweder vollständig ausbleiben oder beispielsweise wiederkehrende Harnwegsinfekte und Vaginalpilzinfektionen sein.

          Zucker gehört normalerweise nicht in den Urin. Ist er dennoch durch den Diabetes dort vorhanden, bietet er gemeinsam mit einer eingeschränkten Blasenentleerung ein warmes und nahrhaftes Angebot für Bakterien und Pilze. Die Blasenentzündung lässt dann nicht mehr lange auf sich warten. Pilze, z. B. Candida albicans, brauchen Zuckerbestandteile, um sich zu vermehren. Das tun sie gern auf Schleimhäuten und können so Vaginalpilzinfektionen auslösen.

          Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft fällt bei der Ultraschalluntersuchung manchmal eine erhöhte Fruchtwassermenge und Wachstumsstörungen des Ungeborenen auf. Das Zuviel an Zucker im Organismus der Mutter führt auch beim Kind zu einer verstärkten Insulinproduktion, was wiederum dessen Wachstum anregt. Das Kind versucht zudem, den Zucker loszuwerden, indem es öfter uriniert. Das ist die Ursache für zu viel Fruchtwasser.

          Schwangere Frauen mit Diabetes haben außerdem ein höheres Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln. Sollten Sie selbst oder Ihr Arzt diese Symptome bemerken, muss unbedingt an Schwangerschaftsdiabetes als Auslöser gedacht werden und Untersuchungen folgen.

          Mögliche Folgen des Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind

          Die Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft müssen unbedingt regelmäßig durch Blutzuckermessungen überwacht und gut eingestellt sein. Ist der Blutzuckerwert außerhalb des Normbereichs, hat das oft negative Auswirkungen auf Mutter und Kind. Es kann sowohl zu akuten als auch zu Langzeitfolgen führen. Ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Gestationsdiabetes ist also gefährlich für das Ungeborene und die Mutter.

          Folgen & Risiken eines Schwangerschaftsdiabetes:

          • Übermäßiges Wachstum (Makrosomie)
          • Unreife
          • Neugeborenengelbsucht
          • Unterzuckerung und Atemnotsyndrom nach der Geburt
          • Fehlbildungen
          • Erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus, Übergewicht und Bluthochdruck

          Über die Nabelschnur wird der überschüssige Zucker in den Kreislauf des Kindes weitergeleitet und löst damit eine übermäßige Insulinfreisetzung aus. Dadurch nimmt das Kind an Größe und Gewicht zu (Makrosomie) bei gleichzeitiger Unreife. Zum Beispiel kann die Ausbildung der Lunge gestört sein, sodass es nach der Geburt zum Atemnotsyndrom kommen kann. Es besteht auch das Risiko von Fehlbildungen an Organen, Neugeborenengelbsucht und Unterzuckerung nach der Geburt. Aus diesen Gründen werden die Babys von erfahrenen Ärzten und Pflegepersonal besonders überwacht und untersucht. Im schlimmsten Fall wird der Mutterkuchen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, wodurch der Fetus nicht mehr am Leben gehalten werden kann.

          Welche Spätfolgen können beim Kind auftreten?

          Es hat sich gezeigt, dass Kinder von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes im Laufe ihres Lebens häufiger zu Übergewicht, Diabetes mellitus und Bluthochdruck neigen, als Kinder von Frauen ohne Blutzuckerstörung in der Schwangerschaft.

          Welche Folgen sind bei der Mutter möglich?

          Hohe Blutzuckerwerte können auch bei der Mutter und bei der Geburt vielfältige Probleme mit sich bringen:

          • Harnwegsinfekte
          • Pilzinfektionen und Scheidenentzündungen
          • Bluthochdruck
          • Präeklampsie („Schwangerschaftsvergiftung“)
          • Fruchtwassersucht
          • Frühgeburt
          • Geburtskomplikationen
          • Diabetes mellitus Typ 2

          Frauen mit Gestationsdiabetes sind anfälliger für Harnwegsinfekte und Pilzinfektionen. Sie tragen ein Risiko für Bluthochdruck und Präeklampsie („Schwangerschaftsvergiftung“), was die Schwangerschaft und das Wochenbett komplizieren kann. Wegen der größeren Menge an Fruchtwasser, kann es passieren, dass der Blasensprung vorzeitig ausgelöst wird. Die Geburt selbst kann auch mit Komplikationen verbunden sein, denn aufgrund der Kindsgröße ist es möglich, dass die Schulter im Becken hängenbleibt und das Kind nicht genügend mit Sauerstoff versorgt wird. Daher wird oft im Vorfeld schon beschlossen, einen Kaiserschnitt zu machen.

          Bei etwa 35-60 % der Frauen, die an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt waren, entwickelt sich innerhalb von 10 Jahren ein Diabetes mellitus Typ 2.1 Deshalb ist es so wichtig, auch nach der Geburt weiterhin auf gesunde Ernährung und Bewegung zu achten, um dies zu verhindern.

          Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes

          Bereits bei der Feststellung der Schwangerschaft sollte Ihre Ärztin abklären, ob Ihr Diabetes-Risiko erhöht ist.

          Risikofaktoren:

          • Übergewicht (BMI über 25,0 kg/m2)
          • Höheres Alter (ab etwa 30 Jahren)
          • Familiäres Auftreten von Diabetes mellitus Typ 2
          • Schwangerschaftsdiabetes in einer vorherigen Schwangerschaft
          • Geburt eines Kindes mit hohem Geburtsgewicht (über 4500 g)
          • Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
          • Einige Medikamente mit Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel, z.B. Glukokortikoide („Kortison“) oder Betablocker (Blutdrucksenker)

          Auf viele Faktoren, wie familiäre Veranlagung oder Vorerkrankungen, haben wir keinen Einfluss. Was aber in Ihrer Hand liegt, ist eine gesunde Ernährung und ein gutes Körpergewicht, um das Risiko zu senken.

          Wie läuft ein Zuckertest in der Schwangerschaft ab?

          Falls Sie ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus haben, wird bereits zu Beginn der Schwangerschaft eine Blutentnahme zur Abklärung einer Zuckerstoffwechselstörung durchgeführt. Andernfalls ist laut Mutterschaftsrichtlinien in der Zeit zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest) vorgesehen.

          Dabei wird zunächst ein „kleiner“ Test (50-g-Suchtest) gemacht. Sollte dieser Auffälligkeiten zeigen, muss eine zweite Untersuchung, der „große“ Zuckertest (oraler Glukosetoleranztest = oGTT), stattfinden.

          In der Antike und bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts stellten Ärzte die Diabetes-Diagnose noch durch eine Geschmacksprobe des Urins fest. Heute muss aber keiner mehr süßen Urin probieren. Kleine Mengen Blut aus der Vene und ein geeignetes Messgerät reichen aus.

          Wie läuft der „kleine“ Zuckertest (50-g-Suchtest) ab?

          Vor dem kleinen Zuckerbelastungstest sind keinerlei Vorbereitungen zu treffen, der Test wird unabhängig von Tageszeit und Nahrung durchgeführt. Es werden hierfür 50 g Glukose in 200 ml Wasser aufgelöst und getrunken. Nach einer Stunde wird der Blutzuckerwert bestimmt. Ein Ergebnis von mehr als 135 mg/dl (7,5 mmol/l) erfordert eine weitere Überprüfung mittels großem Zuckerbelastungstest. Sollte der 50-g-Suchtest allerdings schon einen Blutzuckerwert von über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) anzeigen, wird nicht erneut getestet, weil die Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes damit als gesichert gilt.

          Wie läuft der „große“ Zuckertest (oraler Glukosetoleranztest =oGTT) ab?

          Anders als beim „kleinen“ Test wird der „große“ Zuckerbelastungstest (oGTT) unter Standardbedingungen vollzogen. Die Patientin kommt morgens zwischen 6 und 9 Uhr nüchtern zum Test. Es wird dann erstmal der Nüchternblutzuckerwert bestimmt. Im Anschluss trinkt sie innerhalb von 3-5 Minuten, nicht „auf ex“, 75 g gelöste Glukose in 300 ml Wasser. Nach 60 und nach 120 Minuten werden erneut die Zuckerwerte gemessen.

          Erhöhte Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft

          Ein Schwangerschaftsdiabetes liegt vor, wenn mindestens einer der folgenden Werte im oGTT erreicht ist:

          1. Nüchtern: > 92 mg/dl (5,1 mmol/l)
          2. 1-Stunde: ≥ 180 mg/dl (10,0 mmol/l)
          3. 2-Stunden: > 153 mg/dl (8,5 mmol/l)

          Worauf soll beim oGTT unter Standardbedingungen geachtet werden?

          • Am Vorabend Nüchternperiode ab 22 Uhr einhalten, mindestens 8 Stunden lang
          • Am Morgen vor dem Test keine Einnahme von Medikamenten, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen, z. B. Cortisol, L-Thyroxin oder ß-⁠Sympathomimetika
          • Testbeginn zwischen 6 und 9 Uhr wegen der tageszeitlichen Abhängigkeit der Glukosetoleranz
          • Keine Durchführung während einer akuten Erkrankung, Fieber oder übermäßigem Schwangerschaftserbrechen
          • keine außergewöhnliche körperliche Belastung, auch während der Messung nicht Umherlaufen oder Rauchen

          Wie wird ein Schwangerschaftsdiabetes behandelt?

          Wenn bei Ihnen die Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes gestellt wurde, lassen Sie sich zu einer Diabetes-Schwerpunktpraxis überweisen. Dort lernen Sie in einer Schulung, wie Sie mit kleinen Veränderungen in der Ernährung und durch körperliche Aktivität Ihren Blutzuckerspiegel senken können.

          Die gute Nachricht ist: 2 von 3 Patientinnen können durch Umstellung ihrer Ess- und Trinkgewohnheiten und zusätzlicher Bewegung ihre Blutzuckerwerte optimal einstellen.2 Ziel ist es, die Blutzuckerwerte in einem idealen Bereich zu halten.

          Welche Blutzuckerwerte sind in der Schwangerschaft normal?

          Im Rahmen der Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes spricht man in diesem Zusammenhang auch von sogenannten Zielwerten.

          ZeitpunktNormaler Blutzuckerwert
          Nüchternwert60-90 mg/dl (3,3-5,0 mmol/l)
          Nach dem Essen (1 Stunde)< 140 mg/dl (<7,8 mmol/l)
          Nach dem Essen (2 Stunden)< 120 mg/dl (<6,7 mmol/l)
          Vor dem Schlafengehen90-120 mg/dl (5,0-6,6 mmol/l)

          Welcher Blutzuckerwert gut ist, hängt davon ab, wann und ob Nahrung aufgenommen wird. So sollte der Wert eine Stunde nach dem Essen unter 140 mg/dl (<7,8 mmol/l) liegen. Zwei Stunden nach einer Mahlzeit sollte die Konzentration des Blutzuckers auf unter 120 mg/dl (<6,7 mmol/l) gesunken sein. Der Nüchternwert, also vor dem Essen, darf 60-90 mg/dl (3,3-5,0 mmol/l) betragen.

          Maßnahmen, die den Blutzucker senken

          Zwei Punkte sind entscheidend, um den Blutzuckerwert in den Normbereich zu bringen: Ernährung und Bewegung.

          Geeignete und ungeeignete Lebensmittel bei Schwangerschaftsdiabetes

          Die Nahrung sollte zu 40-50 % aus Kohlenhydraten, zu 20 % aus Proteinen und zu 30-35 % aus Fett bestehen.6 Sie sollten drei nicht zu große Hauptmahlzeiten und 2-3 kleinere Zwischenmahlzeiten am Tag essen, inklusiver einer Spätmahlzeit.

          Konkret bedeutet das, dass Sie mehr Gemüse, ballaststoffreiche Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte zu sich nehmen. Der Verzehr von Süßigkeiten, Weißmehlprodukten oder salzhaltigen Fertiggerichten sollte stark verringert werden. Außerdem muss auf eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr geachtet werden. Viel erreichen können Sie auch dadurch, dass Sie Wasser oder ungesüßten Tee trinken anstatt von Säften oder Softdrinks.

          Empfehlenswerte Lebensmittel:Nur selten verzehren:
          Vollkornnudeln, VollkornreisWeizennudeln, geschälter Reis
          Wasser, Mineralwasser, ungesüßter TeeFruchtsäfte, Softdrinks
          Magerquark, HüttenkäseSahne, Créme fraiche
          Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen)Fertiggerichte, Fastfood
          Mageres Fleisch (z.B. Pute), SeefischFettes Fleisch, z.B. Rindfleisch oder Schwein
          Pflanzenöle (Oliven- oder Rapsöl)Butter, Schmalz
          Gemüse, ObstKuchen, Süßigkeiten

          Ernährungshinweise als Patientenbroschüre des Diabeteszentrums Lüneburger Heide

          Wie soll die Bewegungstherapie aussehen?

          Eine gute Möglichkeit, den Blutzuckerwert zu senken, ist zügiges Spazierengehen. Mindestens 30 Minuten 2-3 Mal wöchentlich können schon einen großen positiven Effekt haben. Auch viele Sportarten können während der Schwangerschaft fortgesetzt werden, beispielsweise Radfahren, Schwimmen oder Schwangerschaftsyoga, sofern dem gesundheitlich nach Absprache mit Ihrem Arzt nichts im Wege steht.

          Wann wird Insulin gespritzt?

          Falls die Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht den gewünschten Erfolg bringt, folgt eine Behandlung mit Insulin, das gespritzt wird. Blutzuckersenkende Tabletten sind in der Schwangerschaft nicht offiziell zugelassen. Sie werden nur unterstützend als letztes Mittel „off-label“ eingesetzt, wenn sich der Blutzuckerspiegel auf anderem Wege nicht unter Kontrolle bringen lässt.

          Welche Nebenwirkungen hat Insulin in der Schwangerschaft?

          Insulin ist das einzige Medikament, das zur Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes zugelassen ist, weil es sich als sehr sicher und wirksam erwiesen hat. Es schadet Ihrem Kind nicht. Da das Hormon Insulin eine aufbauende Wirkung im Körper hat, ist eine Gewichtszunahme möglich. Wichtig ist, dass Insulin immer optimal an Ihren Blutzuckerwert angepasst dosiert werden muss. Denn zu viel Insulin kann zu einer Unterzuckerung führen.

          Wann gibt es ein Beschäftigungsverbot bei Schwangerschaftsdiabetes?

          Beim Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes handelt es sich um eine Risikoschwangerschaft. Das bedeutet aber nicht, dass Sie zwangsläufig besorgt sein müssen oder grundsätzlich nicht arbeiten dürfen, sondern dass Sie in der Schwangerschaft engmaschiger überwacht werden. Stellt Ihr Arzt aber fest, dass Ihre Arbeit gefährdend für Sie oder Ihr Kind ist, weil beispielsweise die Gefahr einer Frühgeburt erkennbar ist, kann er ein individuelles Beschäftigungsverbot aussprechen.

          Wie lässt sich einem Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen?

          Um das Gestationsdiabetes-Risiko zu verringern, sollten Sie bereits spätestens ab dem Kinderwunsch damit beginnen, sich körperlich fit zu halten, indem Sie sich gesund und ausgewogen ernähren. Wer schon vor der Schwangerschaft einen gesunden und aktiven Lebensstil führt, reduziert das Risiko deutlich stärker als diejenigen, die erst während der Schwangerschaft ihre schlechten Lebensgewohnheiten über Bord werfen. Später anzufangen ist trotzdem besser, als es gar nicht zu tun.

          Wie sieht es mit dem Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt aus?

          Glücklicherweise stabilisiert sich die Stoffwechsellage in den allermeisten Fällen und der Diabetes verschwindet nach der Geburt wieder. Falls Insulin in der Schwangerschaft gespritzt wurde, wird die Insulinbehandlung ab Beginn der Wehentätigkeit eingestellt. Zur Kontrolle werden aber noch die Blutzuckerwerte überprüft.

          Grundsätzlich wird dann nach 6-12 Wochen nach der Geburt ein erneuter „großer“ Zuckerbelastungstest (oGTT) durchgeführt, weil der Diabetes in Einzelfällen bestehen bleiben kann.

          Auch in den folgenden Jahren wird Ihnen je nach persönlichem Risiko alle 1-3 Jahre ein weiterer Test angeboten. Die Teilnahme an den Nachsorgeuntersuchungen ist unerlässlich, da ein unentdeckter Diabetes sich manchmal nicht bemerkbar macht, aber trotzdem Schäden an Ihren Organen anrichten kann.

          Ist Schwangerschaftsdiabetes nur Panikmache?

          Das Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes in den letzten 15 Jahren ist weltweit deutlich gestiegen.1 Das hört sich zunächst erschreckend an. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass dies teilweise an veränderten Screeningverfahren und der Einführung neuer diagnostischer Grenzwerte liegt.
          Außerdem steigt die Zahl der Schwangeren, die wesentliche Risikofaktoren, wie beispielsweise Übergewicht und höheres Alter, mitbringen. Wichtig ist, dass ein Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig erkannt wird. Nur so lässt sich dagegen etwas tun, damit Mutter und Kind ohne gesundheitliche Folgen durch die Schwangerschaft kommen.

          Durch meine persönliche Erfahrung als Apothekerin kann ich berichten, dass Patientinnen mit Schwangerschaftsdiabetes in aller Regel eine nahezu normale Schwangerschaft erleben. Es ist immer erfreulich zu sehen, dass auch die Kinder gesund und munter zur Welt kommen, wenn die Mütter sich an die Vorgaben zur Senkung des Blutzuckerwertes halten.

          Quellenangaben

          1. AWMF online. Das Portal der wissenschaftlichen Medizin. S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge, 2. Auflage. AWMF-Registernummer: 057-008. Stand 03/2018. Online verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/057-008l_S3_Gestationsdiabetes-mellitus-GDM-Diagnostik-Therapie-Nachsorge_2019-06.pdf Abgerufen am 13.02.2021
          2. AWMF online. Das Portal der wissenschaftlichen Medizin. S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge, 2. Auflage. AWMF-Registernummer: 057-008. Patientinnenleitlinie. Stand 03/2018. Online verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/057-008p_S3_Gestationsdiabetes-mellitus-GDM-Diagnostik-Therapie-Nachsorge_2020-01.pdf Abgerufen am 13.02.2021.
          3. Gensthaler, Brigitte M.. Pharmazeutische Zeitung: Gestationsdiabetes. Risiko für Mutter und Kind. Stand 02/2019. Online verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/risiko-fuer-mutter-und-kind/ Abgerufen am 13.02.2021.
          4. Hinneburg, Iris. Pharmazeutische Zeitung: Diabetes und Schwangerschaft. Gute Einstellung, gesundes Kind. Stand 01/2013. Online verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-042013/gute-einstellung-gesundes-kind/ Abgerufen am 13.02.2021
          5. Hinneburg, Iris. Pharmazeutische Zeitung: Glucosetoleranzstörung. Nebenwirkung Diabetes. Stand 04/2012. Online verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-182012/nebenwirkung-diabetes/ Abgerufen am 13.02.2021
          6. Hummel, Michael. Deutsches Ärzteblatt: Diabetes und Schwangerschaft: Was alles zu beachten ist. Stand 05/2014. Online verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/159783/Diabetes-und-Schwangerschaft-Was-alles-zu-beachten-ist Abgerufen am 13.02.2021.
          7. Kleinwechter, Helmut; Heinemann, Lutz; Freckmann, Guido. Deutsches Ärzteblatt: Diagnostik des Gestationsdiabetes: Die Crux liegt bei der Blutentnahme. Stand 04/2015. Online verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/169312/Diagnostik-des-Gestationsdiabetes-Die-Crux-liegt-bei-der-Blutentnahme Abgerufen am 13.02.2021.

          Inhalt

          • Was genau ist ein Schwangerschaftsdiabetes?
          • Welche Ursachen hat der Schwangerschaftsdiabetes?
          • Symptome eines möglichen Schwangerschaftsdiabetes
          • Mögliche Folgen des Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind
          • Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes
          • Wie läuft ein Zuckertest in der Schwangerschaft ab?
          • Wie wird ein Schwangerschaftsdiabetes behandelt?
          • Welche Blutzuckerwerte sind in der Schwangerschaft normal?
          • Symptome und Diagnostik der Blasenentzündung

            09.01.2026: Eine akute Zystitis äußert sich in erster Linie durch Brennen beim Wasserlassen. Die Diagnose wird meist anhand der typischen Beschwerden gestellt.

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            Home Gesundheit Frauengesundheit
            Autor: PTA Redaktion
            Geprüft von: Stephanie Nitsch
            Lesezeichen
            Lesedauer ca. 5 min
            23.04.2026

            Behandlung der akuten Vaginalmykose

            Vaginalmykosen (Vulvovaginalkandidosen) werden in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle durch den Hefepilz Candida albicans verursacht. Dieser gehört zur natürlichen Mikroflora des menschlichen Körpers und kann aus dem Darm in die Vagina gelangen. Es handelt sich daher meist um eine endogene Infektion. Die typischen Beschwerden einer akuten Vaginalmykose lassen sich in der Regel rasch und effektiv lindern, insbesondere bei frühzeitiger und sachgerechter Behandlung.

            Antimykotische Therapie

            Standard der Therapie ist die lokale Anwendung eines Antimykotikums aus der Gruppe der Imidazole, insbesondere Clotrimazol. Clotrimazol wirkt fungistatisch bis fungizid, indem es die Ergosterol-Biosynthese in der Zellmembran der Pilze hemmt. Der Wirkstoff besitzt zudem ein breites antimikrobielles Spektrum und zeigt Wirksamkeit auch gegen bestimmte Bakterien wie Gardnerella vaginalis, Streptococcus– und Staphylococcus-Arten.

            Clotrimazol ist aufgrund seiner guten Verträglichkeit und hohen Wirksamkeit das Mittel der ersten Wahl zur Behandlung unkomplizierter Vaginalmykosen. Es ist apothekenpflichtig, aber ohne Rezept erhältlich. Die Standardtherapie erfolgt lokal über drei Tage mit Vaginaltabletten oder Vaginalzäpfchen, die in Kombination mit einer clotrimazolhaltigen Creme zur äußeren Anwendung eingesetzt werden. Die kombinierte innere und äußere Behandlung erzielt eine höhere Erfolgsrate als Monotherapien.

            Die Behandlungsdauer kann individuell variieren. Auch nach dem Abklingen der Symptome sollte die Creme noch über mehrere Tage weiter angewendet werden. Bei ausgeprägten Befunden kann eine zweite, weitere 3-Tages-Therapie erforderlich sein.

            Während der Menstruation sollte auf die Anwendung vaginaler Präparate verzichtet werden, da die Wirkstoffkonzentration in der Vagina vermindert sein kann. In der Schwangerschaft darf Clotrimazol angewendet werden, jedoch ohne Applikator, um eine mögliche mechanische Reizung des Gebärmutterhalses zu vermeiden.

            Therapieprinzipien und Nachsorge

            Sowohl 1-Tages- als auch 3-Tages-Therapien sind bei unkomplizierten Vaginalmykosen wirksam. Während die 1-Tages-Therapie mit einer einzigen Anwendung vollständig abgeschlossen ist, muss die 3-Tages-Therapie konsequent an allen vorgesehenen Tagen durchgeführt werden. Wird sie vorzeitig abgebrochen, kann die Infektion unvollständig behandelt bleiben und Beschwerden können fortbestehen. Die Mitbehandlung des Partners ist nur bei nachgewiesener Infektion oder Symptomen erforderlich; ein routinemäßiges Vorgehen ist nicht notwendig.

            Nach einer antimykotischen Behandlung braucht die Vaginalschleimhaut in der Regel keine spezielle Regeneration, da lokale Antimykotika die Schleimhaut nicht schädigen. Viele Frauen empfinden nach einer Infektion jedoch eine gewisse Trockenheit oder Reizung. Hier können milde, lipid- oder dexpanthenolhaltige Produkte die Schleimhaut beruhigen und die Barrierefunktion unterstützen.

            Liegt dagegen ein Mangel an Laktobazillen oder ein erhöhter vaginaler pH-Wert vor, etwa nach einer Antibiotikatherapie, können milchsäurehaltige Präparate sinnvoll sein, um die physiologische Vaginalflora zu stabilisieren und die Abwehr gegenüber pathogenen Keimen zu stärken.

            Eine von Laktobazillen dominierte Vaginalflora gilt im Allgemeinen als protektiv: Laktobazillen konkurrieren mit Candida um Adhäsionsstellen und können – stammabhängig – Stoffwechselprodukte wie Wasserstoffperoxid, Milchsäure oder antimikrobielle Peptide bilden, die das Wachstum von Hefen begrenzen. Vor diesem Hintergrund können probiotische Laktobazillen, nach Abschluss der Akuttherapie, dazu beitragen, das Scheidenmilieu langfristig zu stabilisieren und das natürliche Gleichgewicht der Vaginalflora wieder aufzubauen

            Chronisch rezidivierende Vaginalmykose

            Treten innerhalb eines Jahres vier oder mehr Episoden auf, spricht man von einer chronisch rezidivierenden Vaginalmykose. Etwa fünf Prozent der betroffenen Frauen sind hiervon betroffen. In diesen Fällen ist eine genaue diagnostische Abklärung erforderlich, um prädisponierende Faktoren wie Diabetes mellitus, hormonelle Einflüsse oder eine Partnerbesiedelung zu identifizieren.
            Zur Erregerdifferenzierung sollte eine Pilzkultur angelegt werden, um gegebenenfalls auch andere Candida-Spezies (z. B. C. glabrata, C. krusei) nachzuweisen, die gegen Azol-Antimykotika resistent sein können.

            In besonders hartnäckigen oder rezidivierenden Fällen kann eine systemische Therapie erwogen werden. Zu den möglichen Wirkstoffen zählen Triazole, Polyene oder Ciclopiroxolamin. Die Wahl des Präparats richtet sich nach der Schwere des Befundes, dem Erregernachweis und der individuellen Verträglichkeit. Während der Schwangerschaft ist eine systemische Therapie kontraindiziert.

            Begleitende Maßnahmen – was Kundinnen zusätzlich tun können

            Eine sorgfältige, aber sanfte Intimhygiene unterstützt den Heilungsprozess und beugt Rückfällen vor. Zur täglichen Reinigung genügt lauwarmes Wasser oder eine milde, auf die Intimregion angepasste Waschlotion. Wichtig ist, den empfindlichen Intimbereich nicht zu stark zu reinigen oder mechanisch zu reizen, eine übertriebene Hygiene kann die natürliche Schutzflora schwächen.

            Darüber hinaus können folgende Maßnahmen die Behandlung sinnvoll unterstützen:

            • Atmungsaktive Baumwollunterwäsche tragen und täglich wechseln.
            • Enge oder synthetische Kleidung meiden, um ein feucht-warmes Milieu zu vermeiden, in dem Hefepilze sich wohlfühlen.
            • Nasse Kleidung, etwa nach dem Schwimmen oder Sport, möglichst sofort wechseln.
            • Handtücher und Waschlappen täglich erneuern und nicht mit anderen Personen teilen.
            • Intimdeos, Scheidenspülungen oder desinfizierende Produkte vermeiden, sie können die Schleimhaut reizen und das Gleichgewicht der Scheidenflora stören.
            • Stress soweit möglich reduzieren, da anhaltender Stress die Immunabwehr schwächen und Infektionen begünstigen kann.
            • Während der Behandlung möglichst auf Geschlechtsverkehr verzichten; anschließend kann der Gebrauch von Kondomen sinnvoll sein, damit die Schleimhaut in Ruhe abheilen kann und nicht gereizt wird.
            • Hinweis zur Sicherheit von Kondomen: Vaginalcremes und -zäpfchen auf Öl- oder Fettbasis können die Reißfestigkeit von Latexkondomen und Diaphragmen beeinträchtigen.
            • Risiken im Schwimmbad beachten: Gechlorte Schwimmbecken gelten als unkritisch, während beheizte Whirlpools ein günstiges Umfeld für Pilzerreger bieten können. Längerer Aufenthalt im warmen Wasser lässt die Haut im Intimbereich leicht aufquellen und macht sie anfälliger. Vor dem Schwimmen kann im äußeren Intimbereich eine dünne Schicht einer wasserabweisenden, lipid- oder silikonhaltigen Schutzcreme aufgetragen werden, um die Haut vor Feuchtigkeit und Chlorreizungen zu schützen.
            • Ernährung im Blick behalten: Einige Fachleute gehen davon aus, dass eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung das Pilzwachstum begünstigen kann. Eine Anti-Pilz-Diät gilt jedoch als überholt: Candida albicans kann seinen Stoffwechsel anpassen und überlebt auch ohne Zuckerzufuhr. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung stärkt jedoch das Immunsystem sowie das Darmmikrobiom und kann so indirekt zur Schleimhautgesundheit beitragen.

            Fazit: Die Behandlung der akuten Vaginalmykose ist in der Regel unkompliziert und führt bei korrekter Anwendung zu einer schnellen Linderung der Beschwerden. Clotrimazol gilt aufgrund seines breiten Wirkspektrums und der sehr guten lokalen Verträglichkeit als Standardtherapeutikum. Entscheidend für den Therapieerfolg ist eine gesicherte Diagnose; eine gynäkologische Untersuchung ist daher besonders bei wiederkehrenden, atypischen oder während der Schwangerschaft auftretenden Infektionen erforderlich.

            Eine diskrete, einfühlsame Beratung in der Apotheke kann zusätzlich unterstützen – insbesondere durch Hinweise zur korrekten Anwendung, zur Schonung der Schleimhaut während der Behandlung sowie zu einfachen Maßnahmen, die das Scheidenmilieu stabilisieren und Reizungen vermeiden. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheiten sollte stets eine ärztliche Abklärung empfohlen werden.

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            PTA Redaktion

            Unsere Redaktion besteht aus ausgewählten PR-Redakteuren und -Beratern aus dem Bereich der Gesundheitskommunikation.

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            Geprüft von
            Stephanie Nitsch

            Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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            Literatur

            1. AWMF S2k Leitlinie. Vulvovaginalcandidose. Stand: 09.2020. Online verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-072l_S2k_Vulvovaginalkandidose_2020-10_01.pdf. Abgerufen am 30.04.2024
            2. Ruhnke M, Rickerts V, Cornely OA, Buchheidt D, Glöckner A, Heinz W, Höhl R, Horré R, Karthaus M, Kujath P, Willinger B, Presterl E, Rath P, Ritter J, Glasmacher A, Lass-Flörl C, Groll AH; German Speaking Mycological Society; Paul-Ehrlich-Society for Chemotherapy. Diagnosis and therapy of Candida infections: joint recommendations of the German Speaking Mycological Society and the Paul-Ehrlich-Society for Chemotherapy. Mycoses. 2011 Jul;54(4):279-310. doi: 10.1111/j.1439-0507.2011.02040.x
            3. Mendling W, Atef El Shazly M, Zhang L. Clotrimazole for Vulvovaginal Candidosis: More Than 45 Years of Clinical Experience. Pharmaceuticals (Basel). 2020 Sep 25;13(10):274. doi: 10.3390/ph13100274
            4. Leopoldt, Daniela. Clotrimazol. Stand: 11.2018. Online verfügbar unter: https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Clotrimazol_331#Wirkmechanismus. Zuletzt abgerufen im Mai 2024
            5. Rausch, Rika (2021). Plan B bei Scheidenpilz. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2021/daz-17-2021/plan-b-bei-scheidenpilz (zuletzt abgerufen im Mai 2024)
            6. Beikert, F.C., Ursache und Therapie chronischer Vulvitisbeschwerden (Causes and therapy of chronic vulvar discomfort), Dissertation, Universität Freiburg, 2007, online verfügbar unter: https://freidok.uni-freiburg.de/data/7107 (zuletzt abgerufen im Juni 2024)

            Inhalt

            • Behandlung der akuten Vaginalmykose
            • Antimykotische Therapie
            • Therapieprinzipien und Nachsorge
            • Chronisch rezidivierende Vaginalmykose
            • Begleitende Maßnahmen – was Kundinnen zusätzlich tun können
            • Symptome und Diagnostik der Blasenentzündung

              09.01.2026: Eine akute Zystitis äußert sich in erster Linie durch Brennen beim Wasserlassen. Die Diagnose wird meist anhand der typischen Beschwerden gestellt.

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              Home Gesundheit Frauengesundheit
              Autor: PTA Redaktion
              Geprüft von: Stephanie Nitsch
              Lesezeichen
              Lesedauer ca. 4 min
              23.04.2026

              Symptome und Diagnostik der akuten Vaginalmykose

              Vaginalmykosen (Vulvovaginalkandidosen) treten vorwiegend bei Frauen im reproduktiven Alter auf und gehören zu den häufigsten Infektionen des weiblichen Genitaltrakts. Etwa 70 bis 75 Prozent aller Frauen erleiden im Laufe ihres Lebens mindestens eine Episode. Hauptverursacher ist der Hefepilz Candida albicans, der zum natürlichen Mikrobiom des Körpers gehört und in geringer Menge meist unproblematisch ist. Unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise bei geschwächtem Immunsystem, hormonellen Veränderungen oder nach einer Antibiotikatherapie, kann sich der Pilz jedoch übermäßig vermehren und eine Infektion auslösen. Während der Schwangerschaft oder in Phasen ausgeprägter hormoneller Umstellungen wird die Entstehung einer akuten Vaginalmykose zusätzlich begünstigt.

              Nach den Wechseljahren ist eine Vaginalmykose dagegen deutlich seltener. Durch den sinkenden Östrogenspiegel und die damit einhergehende Veränderung des Schleimhautmilieus kommt es eher zu Pilzinfektionen des äußeren Intimbereichs (Vulva) oder anderer Hautareale.

              Trotz der typischen Symptomatik wird der Scheidenpilz in seiner Häufigkeit überschätzt. Nur etwa ein Drittel der Frauen, die sich wegen Juckreiz oder Ausfluss ärztlich untersuchen lassen, leidet tatsächlich an einer Candida-Infektion. Die übrigen Beschwerden beruhen meist auf anderen Ursachen wie Mischinfektionen, unspezifischen Irritationen oder hormonellen Veränderungen.

              Charakteristische Beschwerden einer akuten Vaginalmykose

              Die Symptome einer Vaginalmykose sind meist charakteristisch. Leitsymptom ist ein starker, oft quälender Juckreiz, insbesondere am Scheideneingang. Häufig treten zusätzlich Brennen, Rötung und Schwellung im Intimbereich auf. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder ein Brennen beim Wasserlassen können auftreten. Typisch ist ein weißlich-bröckeliger oder cremiger Ausfluss, der im Gegensatz zu bakteriellen Infektionen in der Regel geruchlos bleibt. Im Intimbereich zeigen sich häufig Rötungen und Reizungen der Schleimhaut.

              Die Beschwerden zeigen sich häufig zyklusabhängig und treten oft kurz vor der Menstruation auf, wenn der Östrogenspiegel steigt und Hefepilze günstigere Wachstumsbedingungen vorfinden. Da ähnliche Symptome auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können, sollte ein Juckreiz im Intimbereich grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden, insbesondere während der Schwangerschaft oder bei wiederkehrenden Episoden.

              Diagnostik der Vaginalmykose

              Die Diagnostik erfolgt in der gynäkologischen Praxis. Zunächst grenzt die Ärztin oder der Arzt im Anamnesegespräch mögliche Ursachen anhand der beschriebenen Beschwerden ein. Anschließend wird im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung ein Vaginalabstrich entnommen, der mikroskopisch auf Pilzzellen oder andere Erreger untersucht wird. Ergänzend kann die Bestimmung des vaginalen pH-Werts hilfreich sein: Bei einer Vaginalmykose liegt dieser in der Regel im physiologischen Bereich, während er bei bakteriellen Infektionen meist erhöht ist. Steht die Diagnose fest, erfolgt die Behandlung mit einem geeigneten Antimykotikum, das lokal oder systemisch angewendet wird.

              Differenzialdiagnose bei vaginalem Ausfluss – charakteristische Befunde im Vergleich

              Symptom / BefundBakterielle VaginoseTrichomonaden-InfektionVaginalmykose (Candiose)
              GeruchUnauffällig bis unangenehm, fischartig (typisch bei pH-Erhöhung)Stechend oder scharf, häufig intensiver als bei BVIn der Regel geruchsneutral, gelegentlich leicht säuerlich
              Ausfluss (Fluor vaginalis)Dünnflüssig, homogen, weißlich-grau verfärbtGelblich-grün, oft schaumig und vermehrtZunächst dünnflüssig, später weißlich und bröckelig („Hüttenkäse-artig“)
              Juckreiz und lokale IrritationMeist nicht vorhanden; Schleimhaut unauffälligHäufig ausgeprägt, mit Rötung und BrennenStark ausgeprägt; deutliche Rötung und Schwellung der Vulva und Vaginalschleimhaut
              Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)SeltenHäufigGelegentlich
              Vaginaler pH-WertErhöht (≥ 4,5)Erhöht (≥ 4,5)In der Regel normal (3,8 – 4,4)
              LaktobazillenfloraDeutlich reduziert oder fehlendReduziertMeist erhalten; nach Antibiotikatherapie ggf. vermindert

              Quelle: Fessler, B. (2018). DAZ.online, 12. April 2018.

              Wiederkehrende Beschwerden

              Von einer chronischen oder rezidivierenden Vaginalmykose spricht man, wenn vier oder mehr Infektionen pro Jahr auftreten. Etwa fünf von hundert Frauen sind hiervon betroffen. In solchen Fällen wird eine Pilzkultur angelegt, um die genaue Pilzart zu bestimmen und die Therapie entsprechend anzupassen. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, eine Partnerbesiedelung oder andere begünstigende Faktoren vorliegen.

              Auch psychische und körperliche Belastung können eine Rolle spielen, da Stress die Immunabwehr nachweislich schwächt. Kommt es immer wieder zu Infektionen, kann eine längerfristige Behandlung erforderlich sein.

              Fazit: Für die pharmazeutische Beratung ist entscheidend, dass nicht jeder Juckreiz im Intimbereich auf eine Mykose zurückzuführen ist. Eine ärztliche Abklärung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Gynäkologie ist unerlässlich, um Fehldiagnosen, unnötige Selbstmedikation und Resistenzentwicklungen zu vermeiden. Zwar sind gängige Antimykotika zur lokalen Behandlung ohne Rezept erhältlich, dennoch sollte die Anwendung immer unter fachkundiger Beratung erfolgen, insbesondere wenn Symptome untypisch, rezidivierend oder therapieresistent sind. PTA können betroffene Kundinnen darüber informieren, dass eine akute Vaginalmykose in der Regel schnell und gut behandelbar ist, gleichzeitig aber eine ärztliche Abklärung erforderlich bleibt, wenn Beschwerden wiederholt auftreten, ungewöhnlich stark ausgeprägt sind oder während der Schwangerschaft bestehen.

              Autor
              PTA Redaktion

              Unsere Redaktion besteht aus ausgewählten PR-Redakteuren und -Beratern aus dem Bereich der Gesundheitskommunikation.

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              Geprüft von
              Stephanie Nitsch

              Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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              Literatur

              1. Farr A, Effendy I, Frey Tirri B, Hof H, Mayser P, Petricevic L, Ruhnke M, Schaller M, Schaefer APA, Sustr V, Willinger B, Mendling W. Guideline: Vulvovaginal candidosis (AWMF 015/072, level S2k). Mycoses. 2021 Jun;64(6):583-602. doi: 10.1111/myc.13248
              2. Mendling, Werner. Vaginalinfektionen – Wissenswertes zu Behandlung und Prophylaxe. Stand: 2013. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-46-2013/vaginalinfektionen. Abgerufen am 28.08.21.
              3. Deschamps, Silke. Pilzinfektion der Scheide. Stand 23.04.2020. Online verfügbar unter: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/gynaekologische-und-urologische-erkrankungen/pilzinfektion-der-scheide-es-brennt-und-juckt-im-schritt-2017312. Abgerufen am 03.03.21.
              4. Fessler, Beate. (2018, April 12). Auf den Ausfluss achten. DAZ.online. Verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2018/daz-15-2018/auf-den-ausfluss-achten (abgerufen am 23.05.24).

              Inhalt

              • Symptome und Diagnostik der akuten Vaginalmykose
              • Charakteristische Beschwerden einer akuten Vaginalmykose
              • Diagnostik der Vaginalmykose
              • Wiederkehrende Beschwerden
              • Symptome und Diagnostik der Blasenentzündung

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                Home Gesundheit Frauengesundheit
                Autor: PTA Redaktion
                Geprüft von: Stephanie Nitsch
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                Lesedauer ca. 5 min
                21.04.2026

                Ursachen einer akuten Vaginalmykose

                Eine Vaginalmykose zählt zu den häufigsten Infektionen im weiblichen Genitalbereich. Auslöser ist in der Mehrzahl der Fälle der Hefepilz Candida albicans, seltener treten andere Arten wie Candida glabrata oder Candida krusei auf. Hefepilze sind keine klassischen Krankheitserreger, sondern gehören bei vielen Frauen ganz natürlich zur Scheidenflora sowie zum Mikrobiom des Darms, der Haut und des Mund- und Rachenraums. Sie leben dort meist unauffällig, ohne Beschwerden zu verursachen. Erst wenn das empfindliche Gleichgewicht der Vaginalflora gestört wird, kann sich Candida albicans übermäßig vermehren und eine Infektion auslösen.

                In den meisten Fällen handelt es sich um eine endogene Infektion: Der Hefepilz ist bereits auf oder im Körper vorhanden und gelangt von dort in die Scheide. Eine direkte Ansteckung von außen spielt nur eine untergeordnete Rolle. Zwar kann Candida albicans beim Intimkontakt übertragen werden, doch allein die Übertragung führt in der Regel nicht zu einer Erkrankung. Damit sich tatsächlich eine Infektion entwickelt, müssen begünstigende Faktoren hinzukommen, etwa eine geschwächte Immunabwehr, hormonelle Veränderungen oder eine gestörte Scheidenflora.

                Schützendes Gleichgewicht der Scheidenflora

                Unter physiologischen Bedingungen halten Milchsäurebakterien (Laktobazillen, auch Döderlein-Stäbchen genannt) das Scheidenmilieu stabil und schützen vor pathogenen Keimen. Sie wandeln Glykogen, das unter dem Einfluss von Östrogen in der Vaginalschleimhaut gespeichert wird, in Milchsäure um. Dadurch bleibt der pH-Wert der Scheide mit 3,8 bis 4,4 im leicht sauren Bereich – eine Umgebung, in der sich krankmachende Mikroorganismen nur schwer vermehren können.

                Allerdings tritt eine Vaginalmykose in vielen Fällen auch dann auf, wenn der pH-Wert im Normbereich liegt. Entscheidend ist weniger der pH-Wert selbst als die funktionelle Balance der vaginalen Mikroflora. Zwar kann in manchen Fällen die Zahl der Laktobazillen reduziert sein, doch häufig bleibt sie weitgehend erhalten. Die Infektion entsteht, wenn lokale Abwehrmechanismen geschwächt sind oder Hefepilze wie Candida albicans günstige Wachstumsbedingungen vorfinden, beispielsweise durch eine vorübergehende Immunminderung.

                Begünstigende Faktoren

                Verschiedene Einflüsse können das Gleichgewicht der Scheidenflora verändern und damit eine Pilzinfektion begünstigen. Zu den wichtigsten zählen:

                • Hormonelle Veränderungen: Der Hefepilz Candida albicans verfügt über Rezeptoren, die auf Östrogen reagieren. Ein erhöhter Östrogenspiegel, etwa in der ersten Zyklushälfte, in der Schwangerschaft oder unter hormoneller Kontrazeption, kann daher das Wachstum des Pilzes fördern. Auch während einer Hormonersatztherapie kann das Risiko steigen.
                • Grunderkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenstörungen, Allergien oder Neurodermitis können die lokale Immunabwehr schwächen. Bei Diabetes begünstigt zudem der erhöhte Glukosegehalt im Vaginalmilieu das Pilzwachstum.
                • Medikamente: Nach einer Antibiotikatherapie entwickeln viele Frauen eine Scheidenpilzinfektion. Ursache ist vermutlich die Beeinträchtigung der natürlichen Scheidenflora: Antibiotika unterscheiden nicht zwischen krankmachenden und schützenden Bakterien und können daher auch die Milchsäurebakterien (Laktobazillen) verringern, die wesentlich zur Stabilität des vaginalen Milieus beitragen.
                • Immunschwäche und Stress: Ein geschwächtes Immunsystem oder anhaltende psychische Belastung können die Abwehrkräfte der Schleimhaut beeinträchtigen.
                • Übertriebene Intimhygiene: Häufige Scheidenspülungen, parfümierte Waschlotionen oder Intimdeos können das natürliche Milieu reizen und das Risiko für Infektionen erhöhen.
                • Lebensstil und äußere Einflüsse: Eine zuckerreiche Ernährung, feucht-warme Umgebungen sowie Reibung oder kleine Verletzungen im Intimbereich, etwa durch enge Kleidung, Sport oder Geschlechtsverkehr, können die Schleimhautbarriere schwächen und damit das Wachstum von Candida albicans begünstigen.
                • Risiken im Schwimmbad: Gechlorte öffentliche Schwimmbecken gelten als unkritisch und stellen wahrscheinlich kein relevantes Ansteckungsrisiko für Scheidenpilz dar. Beheizte Whirlpools dagegen können ein günstiges Umfeld für Pilzerreger bieten. Durch die Wärme und den längeren Aufenthalt quillt die Haut im Intimbereich leicht auf und wird dadurch anfälliger für Keime. Eine Ansteckung über Oberflächen wie Toilettensitze oder Türklinken ist hingegen sehr unwahrscheinlich, da Pilzerreger an der Luft schnell absterben.
                • Risiken durch eine zuckerreiche Ernährung: Einige Fachleute gehen davon aus, dass eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung das Pilzwachstum begünstigen kann. Auch Lebensmittel mit hohem Hefegehalt oder bestimmte Milchprodukte werden in diesem Zusammenhang genannt. Eine sogenannte Anti-Pilz-Diät gilt jedoch als überholt: Candida albicans kann seinen Stoffwechsel anpassen und überlebt auch ohne Zuckerzufuhr – das „Aushungern“ des Pilzes funktioniert daher nicht. Dennoch kann eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung das Immunsystem und das Darmmikrobiom unterstützen und dadurch indirekt helfen, einer Scheidenpilzinfektion vorzubeugen.

                Wiederkehrende Scheidenpilzinfektionen

                Treten Scheidenpilzinfektionen mehr als viermal pro Jahr auf, spricht man von einer chronisch rezidivierenden Vaginalmykose . Etwa fünf Prozent der Frauen sind davon betroffen. In solchen Fällen bilden sich häufig widerstandsfähige Sporen, die lange im Körper verbleiben und Rückfälle begünstigen. Auch eine Partnerbesiedelung kann zum sogenannten Ping-Pong-Effekt führen. Eine ärztliche Abklärung inklusive Pilzkultur und ggf. Mitbehandlung des Partners sind in diesen Fällen angezeigt.

                Lebensphasen und hormonelle Einflüsse

                Da das Wachstum von Candida albicans eng an den Östrogenspiegel gekoppelt ist, tritt eine Vaginalmykose vor allem im gebärfähigen Alter auf. In der Pubertät und während der Schwangerschaft sind hormonelle Veränderungen besonders ausgeprägt, wodurch die Infektionsneigung steigt. Nach den Wechseljahren nimmt das Risiko dagegen deutlich ab, da der Östrogenspiegel sinkt und die Schleimhaut weniger Glykogen enthält. In dieser Lebensphase sind Pilzinfektionen eher im äußeren Intimbereich zu finden.

                Übertragung und Ansteckungsrisiko

                Eine Vaginalmykose entsteht meist nicht durch Ansteckung, sondern durch eine Störung des mikrobiellen Gleichgewichts. Dennoch ist eine Übertragung beim Geschlechtsverkehr möglich. Insbesondere bei wiederkehrenden Infektionen kann es sinnvoll sein, den Partner mitbehandeln zu lassen. Bei Männern zeigt sich eine Candida-Infektion selten, meist in Form einer Balanitis mit Juckreiz, Rötung und Belägen an der Eichel.

                Fazit für die Beratung

                Akute Vaginalmykosen sind häufig, aber meist harmlos und gut behandelbar. Für die betroffene Frau ist wichtig zu wissen, dass sie in den meisten Fällen endogen entstehen und nicht Ausdruck mangelnder Hygiene sind. Eine ausgewogene Intimhygiene, ein stabiles Immunsystem und die Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapien tragen wesentlich dazu bei, das Gleichgewicht der Scheidenflora zu erhalten. Bei wiederkehrenden Infektionen sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.

                Autor
                PTA Redaktion

                Unsere Redaktion besteht aus ausgewählten PR-Redakteuren und -Beratern aus dem Bereich der Gesundheitskommunikation.

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                Geprüft von
                Stephanie Nitsch

                Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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                1. Lloyd-Price J, Abu-Ali G, Huttenhower C. The healthy human microbiome. Genome Med. 2016 Apr 27;8(1):51. doi: 10.1186/s13073-016-0307-y
                2. AWMF S2k Leitlinie. Vulvovaginalcandidose. Stand: 09.2020. Online verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-072l_S2k_Vulvovaginalkandidose_2020-10_01.pdf. Abgerufen am 30.04.2024.
                3. Laubscher, Silke. Deutsche Apotheker Zeitung. Lästiger Juckreiz. Empfehlungen zur Prophylaxe und Therapie von Vaginalmykosen. Stand 2015. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2015/daz-28-2015/laestiger-juckreiz. Abgerufen am 03.03.21.
                4. Mendling, Werner. Vaginalinfektionen – Wissenswertes zu Behandlung und Prophylaxe. Stand: 2013. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-46-2013/vaginalinfektionen. Abgerufen am 30.04.2024.
                5. Eckes, Tanja (2023). Scheidenpilz: Ein Faktencheck. Online verfügbar unter: https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/erkrankungen-der-weiblichen-geschlechtsorgane/vaginalpilz-ein-faktencheck-980989.html. Abgerufen am 02.05.2024.
                6. Nagel, Geraldine (2022). Scheidenpilz (Vaginalpilz). Online verfügbar unter: https://www.onmeda.de/krankheiten/scheidenpilz-id200507/. Abgerufen am 02.05.2024.
                7. H.-J. Tietz, U. Gunkel. Teil 1: Mykosen in der gynäkologischen Praxis. gyne, 2020, Heft 01

                Inhalt

                • Ursachen einer akuten Vaginalmykose
                • Schützendes Gleichgewicht der Scheidenflora
                • Begünstigende Faktoren
                • Wiederkehrende Scheidenpilzinfektionen
                • Lebensphasen und hormonelle Einflüsse
                • Übertragung und Ansteckungsrisiko
                • Symptome und Diagnostik der Blasenentzündung

                  09.01.2026: Eine akute Zystitis äußert sich in erster Linie durch Brennen beim Wasserlassen. Die Diagnose wird meist anhand der typischen Beschwerden gestellt.

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