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Home Gesundheit Frauengesundheit
Autorin: Annika Paulsen
Lesezeichen
Lesedauer ca. 12 min
12.01.2026

Diabetes in der Schwangerschaft

Schwangerschaftsdiabetes – auch Gestationsdiabetes genannt – gehört zu den häufigsten Stoffwechselstörungen während der Schwangerschaft und wirft bei betroffenen Frauen viele Fragen und Unsicherheiten auf. Eine verständliche, einfühlsame und gut strukturierte Beratung ist daher besonders wichtig, um die Gesundheit von Mutter und Kind bestmöglich zu unterstützen.

Dieser Beitrag richtet sich direkt an Frauen mit Gestationsdiabetes und bietet verständliche, praxisnahe Informationen zur Unterstützung im Alltag. Verfasst von Apothekerin Annika Paulsen, vermittelt er Orientierung und Sicherheit und unterstreicht die Apotheke als vertrauensvolle Anlaufstelle bei Fragen rund um den Schwangerschaftsdiabetes.

Gestationsdiabetes – Wissen schafft Sicherheit für Mutter und Kind

Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes, auch bekannt als Gestationsdiabetes, ist eine Form des Diabetes, die während der Schwangerschaft auftritt und die Gesundheit von Mutter und Kind beeinflussen kann. Obwohl der Name etwas Süßes suggeriert, wie der „honigsüße Durchfluss“ des Diabetes mellitus, verbirgt sich dahinter eine ernsthafte Stoffwechselstörung, die eine vermehrte Ausscheidung von Zucker mit dem Urin zur Folge hat. Diese Erkrankung, die zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen zählt, erfordert Aufmerksamkeit und Fürsorge, um die besondere Zeit der Schwangerschaft unbeschwert genießen zu können.

Was genau ist ein Schwangerschaftsdiabetes?

„Honigsüßer Durchfluss“ – so lautet die Übersetzung des Diabetes mellitus. Da stelle ich mir immer vor, wie glänzender Honig ruhig und andächtig durch meine Finger rinnt. Das klingt eigentlich ganz nett. Allerdings beschreibt diese Übersetzung anschaulich das Hauptsymptom des Diabetes, nämlich die vermehrte Ausscheidung des süßen Zuckers mit dem Urin. Es handelt sich um eine Störung im Zuckerstoffwechsel. Wird dies zum ersten Mal während einer Schwangerschaft diagnostiziert, spricht man von Schwangerschaftsdiabetes oder auch Gestationsdiabetes mellitus (GDM).

Weil die Stoffwechselstörung eine der häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen ist, ist es wichtig zu wissen, wie Sie die ersten Symptome früh erkennen können. Denn mit der heutigen Erfahrung im Bereich der Diagnostik, Behandlung und unterstützenden Maßnahmen, können die besonderen Monate der Schwangerschaft trotz Schwangerschaftsdiabetes ganz unkompliziert verlaufen. Doch ein Schwangerschaftsdiabetes erfordert Aufmerksamkeit und Fürsorge.

Der Schwangerschaftsdiabetes ist eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels (Glukosetoleranzstörung), der erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert wurde. Er wird auch als Gestationsdiabetes mellitus und manchmal als Typ-4-Diabetes bezeichnet. Es handelt sich um eine Sonderform des Diabetes, die glücklicherweise oftmals nach der Schwangerschaft auch wieder verschwindet. In Deutschland sind etwa 5 % aller Schwangeren vom Gestationsdiabetes betroffen.1

Wie bei anderen Diabetes-Typen ist die Erkrankung durch hohe Blutzuckerwerte gekennzeichnet, die mit einem speziellen Blutzuckerbelastungstest bestimmt werden. Da die Stoffwechselstörung bei vielen Frauen nur wenige oder gar keine Beschwerden verursacht, ist ein Blutzuckerbelastungstest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche vorgesehen, um einen Diabetes frühzeitig zu erkennen und mit Umstellung der Lebensgewohnheiten oder gegebenenfalls Insulin entgegenzusteuern. Wenn die Blutzuckerwerte gut eingestellt sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Mutter und Kind problemlos durch die Schwangerschaft kommen.

Welche Ursachen hat der Schwangerschaftsdiabetes?

Die Ursachen des Schwangerschaftsdiabetes entsprechen zum großen Teil denen des Typ-2-Diabetes, d.h. neben einer genetischen Veranlagung begünstigen vor allem Übergewicht und der Lebensstil (Ernährung und Bewegung) die Entstehung dieser Stoffwechselstörung.

Wie genau die Mechanismen ablaufen, die zum Schwangerschaftsdiabetes führen, ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt. Bekannt ist aber, dass dem Schwangerschaftsdiabetes eine Insulinresistenz zugrunde liegt. Das bedeutet, dass die Wirkung des Hormons Insulin vermindert ist.

Insulin wird in den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse produziert und ist verantwortlich dafür, dass Körperzellen Zucker (Glukose) aus dem Blut aufnehmen. Dadurch werden die Zellen mit Energie versorgt und die Konzentration an Glukose im Blut sinkt. Bei einer Insulinresistenz funktioniert dies nur unzureichend, sodass der Blutzuckerwert ansteigt.

Wieso tritt eine Insulinresistenz in der Schwangerschaft auf?

Eine Schwangerschaft geht mit großen hormonellen Veränderungen einher. Vor allem ab der 20. Schwangerschaftswoche werden vermehrt Hormone, wie Progesteron, Östrogene, Kortisol und Prolaktin gebildet. Diese Hormone schwächen die Wirkung des körpereigenen Insulins ab (physiologische Insulinresistenz). Gesunde Frauen produzieren dann in der Schwangerschaft mehr Insulin, um den höheren Blutzuckerspiegel zu senken.

Wenn aber bereits vor der Schwangerschaft unbekannterweise eine verringerte Insulinsensivität vorliegt, d.h. die Zellen sprechen nicht so gut auf Insulin an und benötigen mehr davon, dann ist die Bauchspeicheldrüse in der Schwangerschaft mit der nochmals erhöhten Insulinproduktion überfordert. So kann der Blutzuckerspiegel aus eigener Kraft nicht mehr effektiv gesenkt werden.

Symptome eines möglichen Schwangerschaftsdiabetes

Das Tückische am Schwangerschaftsdiabetes ist, dass er häufig gar keine oder nur unspezifische Symptome verursacht. Während beim Diabetes mellitus eher die klassischen Beschwerden, wie starker Durst oder erhöhter Harndrang auftreten, muss man beim Gestationsdiabetes manchmal schon genauer hinsehen, um ihn zu erkennen.

Symptome des Schwangerschaftsdiabetes:

  • Harnwegsinfekte
  • Pilzinfektionen
  • Zucker im Urin (Glucosurie)
  • Gesteigerte Fruchtwassermenge (Polyhydramnion)
  • Übermäßiges Gewicht oder Größe des Kindes (Makrosomie)
  • Bluthochdruck

Frühe Anzeichen können entweder vollständig ausbleiben oder beispielsweise wiederkehrende Harnwegsinfekte und Vaginalpilzinfektionen sein.

Zucker gehört normalerweise nicht in den Urin. Ist er dennoch durch den Diabetes dort vorhanden, bietet er gemeinsam mit einer eingeschränkten Blasenentleerung ein warmes und nahrhaftes Angebot für Bakterien und Pilze. Die Blasenentzündung lässt dann nicht mehr lange auf sich warten. Pilze, z. B. Candida albicans, brauchen Zuckerbestandteile, um sich zu vermehren. Das tun sie gern auf Schleimhäuten und können so Vaginalpilzinfektionen auslösen.

Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft fällt bei der Ultraschalluntersuchung manchmal eine erhöhte Fruchtwassermenge und Wachstumsstörungen des Ungeborenen auf. Das Zuviel an Zucker im Organismus der Mutter führt auch beim Kind zu einer verstärkten Insulinproduktion, was wiederum dessen Wachstum anregt. Das Kind versucht zudem, den Zucker loszuwerden, indem es öfter uriniert. Das ist die Ursache für zu viel Fruchtwasser.

Schwangere Frauen mit Diabetes haben außerdem ein höheres Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln. Sollten Sie selbst oder Ihr Arzt diese Symptome bemerken, muss unbedingt an Schwangerschaftsdiabetes als Auslöser gedacht werden und Untersuchungen folgen.

Mögliche Folgen des Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind

Die Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft müssen unbedingt regelmäßig durch Blutzuckermessungen überwacht und gut eingestellt sein. Ist der Blutzuckerwert außerhalb des Normbereichs, hat das oft negative Auswirkungen auf Mutter und Kind. Es kann sowohl zu akuten als auch zu Langzeitfolgen führen. Ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Gestationsdiabetes ist also gefährlich für das Ungeborene und die Mutter.

Folgen & Risiken eines Schwangerschaftsdiabetes:

  • Übermäßiges Wachstum (Makrosomie)
  • Unreife
  • Neugeborenengelbsucht
  • Unterzuckerung und Atemnotsyndrom nach der Geburt
  • Fehlbildungen
  • Erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus, Übergewicht und Bluthochdruck

Über die Nabelschnur wird der überschüssige Zucker in den Kreislauf des Kindes weitergeleitet und löst damit eine übermäßige Insulinfreisetzung aus. Dadurch nimmt das Kind an Größe und Gewicht zu (Makrosomie) bei gleichzeitiger Unreife. Zum Beispiel kann die Ausbildung der Lunge gestört sein, sodass es nach der Geburt zum Atemnotsyndrom kommen kann. Es besteht auch das Risiko von Fehlbildungen an Organen, Neugeborenengelbsucht und Unterzuckerung nach der Geburt. Aus diesen Gründen werden die Babys von erfahrenen Ärzten und Pflegepersonal besonders überwacht und untersucht. Im schlimmsten Fall wird der Mutterkuchen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, wodurch der Fetus nicht mehr am Leben gehalten werden kann.

Welche Spätfolgen können beim Kind auftreten?

Es hat sich gezeigt, dass Kinder von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes im Laufe ihres Lebens häufiger zu Übergewicht, Diabetes mellitus und Bluthochdruck neigen, als Kinder von Frauen ohne Blutzuckerstörung in der Schwangerschaft.

Welche Folgen sind bei der Mutter möglich?

Hohe Blutzuckerwerte können auch bei der Mutter und bei der Geburt vielfältige Probleme mit sich bringen:

  • Harnwegsinfekte
  • Pilzinfektionen und Scheidenentzündungen
  • Bluthochdruck
  • Präeklampsie („Schwangerschaftsvergiftung“)
  • Fruchtwassersucht
  • Frühgeburt
  • Geburtskomplikationen
  • Diabetes mellitus Typ 2

Frauen mit Gestationsdiabetes sind anfälliger für Harnwegsinfekte und Pilzinfektionen. Sie tragen ein Risiko für Bluthochdruck und Präeklampsie („Schwangerschaftsvergiftung“), was die Schwangerschaft und das Wochenbett komplizieren kann. Wegen der größeren Menge an Fruchtwasser, kann es passieren, dass der Blasensprung vorzeitig ausgelöst wird. Die Geburt selbst kann auch mit Komplikationen verbunden sein, denn aufgrund der Kindsgröße ist es möglich, dass die Schulter im Becken hängenbleibt und das Kind nicht genügend mit Sauerstoff versorgt wird. Daher wird oft im Vorfeld schon beschlossen, einen Kaiserschnitt zu machen.

Bei etwa 35-60 % der Frauen, die an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt waren, entwickelt sich innerhalb von 10 Jahren ein Diabetes mellitus Typ 2.1 Deshalb ist es so wichtig, auch nach der Geburt weiterhin auf gesunde Ernährung und Bewegung zu achten, um dies zu verhindern.

Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes

Bereits bei der Feststellung der Schwangerschaft sollte Ihre Ärztin abklären, ob Ihr Diabetes-Risiko erhöht ist.

Risikofaktoren:

  • Übergewicht (BMI über 25,0 kg/m2)
  • Höheres Alter (ab etwa 30 Jahren)
  • Familiäres Auftreten von Diabetes mellitus Typ 2
  • Schwangerschaftsdiabetes in einer vorherigen Schwangerschaft
  • Geburt eines Kindes mit hohem Geburtsgewicht (über 4500 g)
  • Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
  • Einige Medikamente mit Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel, z.B. Glukokortikoide („Kortison“) oder Betablocker (Blutdrucksenker)

Auf viele Faktoren, wie familiäre Veranlagung oder Vorerkrankungen, haben wir keinen Einfluss. Was aber in Ihrer Hand liegt, ist eine gesunde Ernährung und ein gutes Körpergewicht, um das Risiko zu senken.

Wie läuft ein Zuckertest in der Schwangerschaft ab?

Falls Sie ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus haben, wird bereits zu Beginn der Schwangerschaft eine Blutentnahme zur Abklärung einer Zuckerstoffwechselstörung durchgeführt. Andernfalls ist laut Mutterschaftsrichtlinien in der Zeit zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest) vorgesehen.

Dabei wird zunächst ein „kleiner“ Test (50-g-Suchtest) gemacht. Sollte dieser Auffälligkeiten zeigen, muss eine zweite Untersuchung, der „große“ Zuckertest (oraler Glukosetoleranztest = oGTT), stattfinden.

In der Antike und bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts stellten Ärzte die Diabetes-Diagnose noch durch eine Geschmacksprobe des Urins fest. Heute muss aber keiner mehr süßen Urin probieren. Kleine Mengen Blut aus der Vene und ein geeignetes Messgerät reichen aus.

Wie läuft der „kleine“ Zuckertest (50-g-Suchtest) ab?

Vor dem kleinen Zuckerbelastungstest sind keinerlei Vorbereitungen zu treffen, der Test wird unabhängig von Tageszeit und Nahrung durchgeführt. Es werden hierfür 50 g Glukose in 200 ml Wasser aufgelöst und getrunken. Nach einer Stunde wird der Blutzuckerwert bestimmt. Ein Ergebnis von mehr als 135 mg/dl (7,5 mmol/l) erfordert eine weitere Überprüfung mittels großem Zuckerbelastungstest. Sollte der 50-g-Suchtest allerdings schon einen Blutzuckerwert von über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) anzeigen, wird nicht erneut getestet, weil die Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes damit als gesichert gilt.

Wie läuft der „große“ Zuckertest (oraler Glukosetoleranztest =oGTT) ab?

Anders als beim „kleinen“ Test wird der „große“ Zuckerbelastungstest (oGTT) unter Standardbedingungen vollzogen. Die Patientin kommt morgens zwischen 6 und 9 Uhr nüchtern zum Test. Es wird dann erstmal der Nüchternblutzuckerwert bestimmt. Im Anschluss trinkt sie innerhalb von 3-5 Minuten, nicht „auf ex“, 75 g gelöste Glukose in 300 ml Wasser. Nach 60 und nach 120 Minuten werden erneut die Zuckerwerte gemessen.

Erhöhte Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft

Ein Schwangerschaftsdiabetes liegt vor, wenn mindestens einer der folgenden Werte im oGTT erreicht ist:

  1. Nüchtern: > 92 mg/dl (5,1 mmol/l)
  2. 1-Stunde: ≥ 180 mg/dl (10,0 mmol/l)
  3. 2-Stunden: > 153 mg/dl (8,5 mmol/l)

Worauf soll beim oGTT unter Standardbedingungen geachtet werden?

  • Am Vorabend Nüchternperiode ab 22 Uhr einhalten, mindestens 8 Stunden lang
  • Am Morgen vor dem Test keine Einnahme von Medikamenten, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen, z. B. Cortisol, L-Thyroxin oder ß-⁠Sympathomimetika
  • Testbeginn zwischen 6 und 9 Uhr wegen der tageszeitlichen Abhängigkeit der Glukosetoleranz
  • Keine Durchführung während einer akuten Erkrankung, Fieber oder übermäßigem Schwangerschaftserbrechen
  • keine außergewöhnliche körperliche Belastung, auch während der Messung nicht Umherlaufen oder Rauchen

Wie wird ein Schwangerschaftsdiabetes behandelt?

Wenn bei Ihnen die Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes gestellt wurde, lassen Sie sich zu einer Diabetes-Schwerpunktpraxis überweisen. Dort lernen Sie in einer Schulung, wie Sie mit kleinen Veränderungen in der Ernährung und durch körperliche Aktivität Ihren Blutzuckerspiegel senken können.

Die gute Nachricht ist: 2 von 3 Patientinnen können durch Umstellung ihrer Ess- und Trinkgewohnheiten und zusätzlicher Bewegung ihre Blutzuckerwerte optimal einstellen.2 Ziel ist es, die Blutzuckerwerte in einem idealen Bereich zu halten.

Welche Blutzuckerwerte sind in der Schwangerschaft normal?

Im Rahmen der Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes spricht man in diesem Zusammenhang auch von sogenannten Zielwerten.

ZeitpunktNormaler Blutzuckerwert
Nüchternwert60-90 mg/dl (3,3-5,0 mmol/l)
Nach dem Essen (1 Stunde)< 140 mg/dl (<7,8 mmol/l)
Nach dem Essen (2 Stunden)< 120 mg/dl (<6,7 mmol/l)
Vor dem Schlafengehen90-120 mg/dl (5,0-6,6 mmol/l)

Welcher Blutzuckerwert gut ist, hängt davon ab, wann und ob Nahrung aufgenommen wird. So sollte der Wert eine Stunde nach dem Essen unter 140 mg/dl (<7,8 mmol/l) liegen. Zwei Stunden nach einer Mahlzeit sollte die Konzentration des Blutzuckers auf unter 120 mg/dl (<6,7 mmol/l) gesunken sein. Der Nüchternwert, also vor dem Essen, darf 60-90 mg/dl (3,3-5,0 mmol/l) betragen.

Maßnahmen, die den Blutzucker senken

Zwei Punkte sind entscheidend, um den Blutzuckerwert in den Normbereich zu bringen: Ernährung und Bewegung.

Geeignete und ungeeignete Lebensmittel bei Schwangerschaftsdiabetes

Die Nahrung sollte zu 40-50 % aus Kohlenhydraten, zu 20 % aus Proteinen und zu 30-35 % aus Fett bestehen.6 Sie sollten drei nicht zu große Hauptmahlzeiten und 2-3 kleinere Zwischenmahlzeiten am Tag essen, inklusiver einer Spätmahlzeit.

Konkret bedeutet das, dass Sie mehr Gemüse, ballaststoffreiche Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte zu sich nehmen. Der Verzehr von Süßigkeiten, Weißmehlprodukten oder salzhaltigen Fertiggerichten sollte stark verringert werden. Außerdem muss auf eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr geachtet werden. Viel erreichen können Sie auch dadurch, dass Sie Wasser oder ungesüßten Tee trinken anstatt von Säften oder Softdrinks.

Empfehlenswerte Lebensmittel:Nur selten verzehren:
Vollkornnudeln, VollkornreisWeizennudeln, geschälter Reis
Wasser, Mineralwasser, ungesüßter TeeFruchtsäfte, Softdrinks
Magerquark, HüttenkäseSahne, Créme fraiche
Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen)Fertiggerichte, Fastfood
Mageres Fleisch (z.B. Pute), SeefischFettes Fleisch, z.B. Rindfleisch oder Schwein
Pflanzenöle (Oliven- oder Rapsöl)Butter, Schmalz
Gemüse, ObstKuchen, Süßigkeiten

Ernährungshinweise als Patientenbroschüre des Diabeteszentrums Lüneburger Heide

Wie soll die Bewegungstherapie aussehen?

Eine gute Möglichkeit, den Blutzuckerwert zu senken, ist zügiges Spazierengehen. Mindestens 30 Minuten 2-3 Mal wöchentlich können schon einen großen positiven Effekt haben. Auch viele Sportarten können während der Schwangerschaft fortgesetzt werden, beispielsweise Radfahren, Schwimmen oder Schwangerschaftsyoga, sofern dem gesundheitlich nach Absprache mit Ihrem Arzt nichts im Wege steht.

Wann wird Insulin gespritzt?

Falls die Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht den gewünschten Erfolg bringt, folgt eine Behandlung mit Insulin, das gespritzt wird. Blutzuckersenkende Tabletten sind in der Schwangerschaft nicht offiziell zugelassen. Sie werden nur unterstützend als letztes Mittel „off-label“ eingesetzt, wenn sich der Blutzuckerspiegel auf anderem Wege nicht unter Kontrolle bringen lässt.

Welche Nebenwirkungen hat Insulin in der Schwangerschaft?

Insulin ist das einzige Medikament, das zur Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes zugelassen ist, weil es sich als sehr sicher und wirksam erwiesen hat. Es schadet Ihrem Kind nicht. Da das Hormon Insulin eine aufbauende Wirkung im Körper hat, ist eine Gewichtszunahme möglich. Wichtig ist, dass Insulin immer optimal an Ihren Blutzuckerwert angepasst dosiert werden muss. Denn zu viel Insulin kann zu einer Unterzuckerung führen.

Wann gibt es ein Beschäftigungsverbot bei Schwangerschaftsdiabetes?

Beim Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes handelt es sich um eine Risikoschwangerschaft. Das bedeutet aber nicht, dass Sie zwangsläufig besorgt sein müssen oder grundsätzlich nicht arbeiten dürfen, sondern dass Sie in der Schwangerschaft engmaschiger überwacht werden. Stellt Ihr Arzt aber fest, dass Ihre Arbeit gefährdend für Sie oder Ihr Kind ist, weil beispielsweise die Gefahr einer Frühgeburt erkennbar ist, kann er ein individuelles Beschäftigungsverbot aussprechen.

Wie lässt sich einem Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen?

Um das Gestationsdiabetes-Risiko zu verringern, sollten Sie bereits spätestens ab dem Kinderwunsch damit beginnen, sich körperlich fit zu halten, indem Sie sich gesund und ausgewogen ernähren. Wer schon vor der Schwangerschaft einen gesunden und aktiven Lebensstil führt, reduziert das Risiko deutlich stärker als diejenigen, die erst während der Schwangerschaft ihre schlechten Lebensgewohnheiten über Bord werfen. Später anzufangen ist trotzdem besser, als es gar nicht zu tun.

Wie sieht es mit dem Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt aus?

Glücklicherweise stabilisiert sich die Stoffwechsellage in den allermeisten Fällen und der Diabetes verschwindet nach der Geburt wieder. Falls Insulin in der Schwangerschaft gespritzt wurde, wird die Insulinbehandlung ab Beginn der Wehentätigkeit eingestellt. Zur Kontrolle werden aber noch die Blutzuckerwerte überprüft.

Grundsätzlich wird dann nach 6-12 Wochen nach der Geburt ein erneuter „großer“ Zuckerbelastungstest (oGTT) durchgeführt, weil der Diabetes in Einzelfällen bestehen bleiben kann.

Auch in den folgenden Jahren wird Ihnen je nach persönlichem Risiko alle 1-3 Jahre ein weiterer Test angeboten. Die Teilnahme an den Nachsorgeuntersuchungen ist unerlässlich, da ein unentdeckter Diabetes sich manchmal nicht bemerkbar macht, aber trotzdem Schäden an Ihren Organen anrichten kann.

Ist Schwangerschaftsdiabetes nur Panikmache?

Das Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes in den letzten 15 Jahren ist weltweit deutlich gestiegen.1 Das hört sich zunächst erschreckend an. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass dies teilweise an veränderten Screeningverfahren und der Einführung neuer diagnostischer Grenzwerte liegt.
Außerdem steigt die Zahl der Schwangeren, die wesentliche Risikofaktoren, wie beispielsweise Übergewicht und höheres Alter, mitbringen. Wichtig ist, dass ein Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig erkannt wird. Nur so lässt sich dagegen etwas tun, damit Mutter und Kind ohne gesundheitliche Folgen durch die Schwangerschaft kommen.

Durch meine persönliche Erfahrung als Apothekerin kann ich berichten, dass Patientinnen mit Schwangerschaftsdiabetes in aller Regel eine nahezu normale Schwangerschaft erleben. Es ist immer erfreulich zu sehen, dass auch die Kinder gesund und munter zur Welt kommen, wenn die Mütter sich an die Vorgaben zur Senkung des Blutzuckerwertes halten.

Quellenangaben

  1. AWMF online. Das Portal der wissenschaftlichen Medizin. S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge, 2. Auflage. AWMF-Registernummer: 057-008. Stand 03/2018. Online verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/057-008l_S3_Gestationsdiabetes-mellitus-GDM-Diagnostik-Therapie-Nachsorge_2019-06.pdf Abgerufen am 13.02.2021
  2. AWMF online. Das Portal der wissenschaftlichen Medizin. S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge, 2. Auflage. AWMF-Registernummer: 057-008. Patientinnenleitlinie. Stand 03/2018. Online verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/057-008p_S3_Gestationsdiabetes-mellitus-GDM-Diagnostik-Therapie-Nachsorge_2020-01.pdf Abgerufen am 13.02.2021.
  3. Gensthaler, Brigitte M.. Pharmazeutische Zeitung: Gestationsdiabetes. Risiko für Mutter und Kind. Stand 02/2019. Online verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/risiko-fuer-mutter-und-kind/ Abgerufen am 13.02.2021.
  4. Hinneburg, Iris. Pharmazeutische Zeitung: Diabetes und Schwangerschaft. Gute Einstellung, gesundes Kind. Stand 01/2013. Online verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-042013/gute-einstellung-gesundes-kind/ Abgerufen am 13.02.2021
  5. Hinneburg, Iris. Pharmazeutische Zeitung: Glucosetoleranzstörung. Nebenwirkung Diabetes. Stand 04/2012. Online verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-182012/nebenwirkung-diabetes/ Abgerufen am 13.02.2021
  6. Hummel, Michael. Deutsches Ärzteblatt: Diabetes und Schwangerschaft: Was alles zu beachten ist. Stand 05/2014. Online verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/159783/Diabetes-und-Schwangerschaft-Was-alles-zu-beachten-ist Abgerufen am 13.02.2021.
  7. Kleinwechter, Helmut; Heinemann, Lutz; Freckmann, Guido. Deutsches Ärzteblatt: Diagnostik des Gestationsdiabetes: Die Crux liegt bei der Blutentnahme. Stand 04/2015. Online verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/169312/Diagnostik-des-Gestationsdiabetes-Die-Crux-liegt-bei-der-Blutentnahme Abgerufen am 13.02.2021.

Inhalt

  • Was genau ist ein Schwangerschaftsdiabetes?
  • Welche Ursachen hat der Schwangerschaftsdiabetes?
  • Symptome eines möglichen Schwangerschaftsdiabetes
  • Mögliche Folgen des Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind
  • Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes
  • Wie läuft ein Zuckertest in der Schwangerschaft ab?
  • Wie wird ein Schwangerschaftsdiabetes behandelt?
  • Welche Blutzuckerwerte sind in der Schwangerschaft normal?

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    Home Gesundheit Frauengesundheit
    Autor: PTA Redaktion
    Geprüft von: Stephanie Nitsch
    Lesezeichen
    Lesedauer ca. 5 min
    13.01.2026

    Behandlung der akuten Vaginalmykose

    Vaginalmykosen (Vulvovaginalkandidosen) werden in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle durch den Hefepilz Candida albicans verursacht. Dieser gehört zur natürlichen Mikroflora des menschlichen Körpers und kann aus dem Darm in die Vagina gelangen. Es handelt sich daher meist um eine endogene Infektion. Die typischen Beschwerden einer akuten Vaginalmykose lassen sich in der Regel rasch und effektiv lindern, insbesondere bei frühzeitiger und sachgerechter Behandlung.

    Antimykotische Therapie

    Standard der Therapie ist die lokale Anwendung eines Antimykotikums aus der Gruppe der Imidazole, insbesondere Clotrimazol. Clotrimazol wirkt fungistatisch bis fungizid, indem es die Ergosterol-Biosynthese in der Zellmembran der Pilze hemmt. Der Wirkstoff besitzt zudem ein breites antimikrobielles Spektrum und zeigt Wirksamkeit auch gegen bestimmte Bakterien wie Gardnerella vaginalis, Streptococcus– und Staphylococcus-Arten.

    Clotrimazol ist aufgrund seiner guten Verträglichkeit und hohen Wirksamkeit das Mittel der ersten Wahl zur Behandlung unkomplizierter Vaginalmykosen. Es ist apothekenpflichtig, aber ohne Rezept erhältlich. Die Standardtherapie erfolgt lokal über drei Tage mit Vaginaltabletten oder Vaginalzäpfchen, die in Kombination mit einer clotrimazolhaltigen Creme zur äußeren Anwendung eingesetzt werden. Die kombinierte innere und äußere Behandlung erzielt eine höhere Erfolgsrate als Monotherapien.

    Die Behandlungsdauer kann individuell variieren. Auch nach dem Abklingen der Symptome sollte die Creme noch über mehrere Tage weiter angewendet werden. Bei ausgeprägten Befunden kann eine zweite, weitere 3-Tages-Therapie erforderlich sein.

    Während der Menstruation sollte auf die Anwendung vaginaler Präparate verzichtet werden, da die Wirkstoffkonzentration in der Vagina vermindert sein kann. In der Schwangerschaft darf Clotrimazol angewendet werden, jedoch ohne Applikator, um eine mögliche mechanische Reizung des Gebärmutterhalses zu vermeiden.

    Therapieprinzipien und Nachsorge

    Sowohl 1-Tages- als auch 3-Tages-Therapien sind bei unkomplizierten Vaginalmykosen wirksam. Während die 1-Tages-Therapie mit einer einzigen Anwendung vollständig abgeschlossen ist, muss die 3-Tages-Therapie konsequent an allen vorgesehenen Tagen durchgeführt werden. Wird sie vorzeitig abgebrochen, kann die Infektion unvollständig behandelt bleiben und Beschwerden können fortbestehen. Die Mitbehandlung des Partners ist nur bei nachgewiesener Infektion oder Symptomen erforderlich; ein routinemäßiges Vorgehen ist nicht notwendig.

    Nach einer antimykotischen Behandlung braucht die Vaginalschleimhaut in der Regel keine spezielle Regeneration, da lokale Antimykotika die Schleimhaut nicht schädigen. Viele Frauen empfinden nach einer Infektion jedoch eine gewisse Trockenheit oder Reizung. Hier können milde, lipid- oder dexpanthenolhaltige Produkte die Schleimhaut beruhigen und die Barrierefunktion unterstützen.

    Liegt dagegen ein Mangel an Laktobazillen oder ein erhöhter vaginaler pH-Wert vor, etwa nach einer Antibiotikatherapie, können milchsäurehaltige Präparate sinnvoll sein, um die physiologische Vaginalflora zu stabilisieren und die Abwehr gegenüber pathogenen Keimen zu stärken.

    Eine von Laktobazillen dominierte Vaginalflora gilt im Allgemeinen als protektiv: Laktobazillen konkurrieren mit Candida um Adhäsionsstellen und können – stammabhängig – Stoffwechselprodukte wie Wasserstoffperoxid, Milchsäure oder antimikrobielle Peptide bilden, die das Wachstum von Hefen begrenzen. Vor diesem Hintergrund können probiotische Laktobazillen, nach Abschluss der Akuttherapie, dazu beitragen, das Scheidenmilieu langfristig zu stabilisieren und das natürliche Gleichgewicht der Vaginalflora wieder aufzubauen

    Chronisch rezidivierende Vaginalmykose

    Treten innerhalb eines Jahres vier oder mehr Episoden auf, spricht man von einer chronisch rezidivierenden Vaginalmykose. Etwa fünf Prozent der betroffenen Frauen sind hiervon betroffen. In diesen Fällen ist eine genaue diagnostische Abklärung erforderlich, um prädisponierende Faktoren wie Diabetes mellitus, hormonelle Einflüsse oder eine Partnerbesiedelung zu identifizieren.
    Zur Erregerdifferenzierung sollte eine Pilzkultur angelegt werden, um gegebenenfalls auch andere Candida-Spezies (z. B. C. glabrata, C. krusei) nachzuweisen, die gegen Azol-Antimykotika resistent sein können.

    In besonders hartnäckigen oder rezidivierenden Fällen kann eine systemische Therapie erwogen werden. Zu den möglichen Wirkstoffen zählen Triazole, Polyene oder Ciclopiroxolamin. Die Wahl des Präparats richtet sich nach der Schwere des Befundes, dem Erregernachweis und der individuellen Verträglichkeit. Während der Schwangerschaft ist eine systemische Therapie kontraindiziert.

    Begleitende Maßnahmen – was Kundinnen zusätzlich tun können

    Eine sorgfältige, aber sanfte Intimhygiene unterstützt den Heilungsprozess und beugt Rückfällen vor. Zur täglichen Reinigung genügt lauwarmes Wasser oder eine milde, auf die Intimregion angepasste Waschlotion. Wichtig ist, den empfindlichen Intimbereich nicht zu stark zu reinigen oder mechanisch zu reizen, eine übertriebene Hygiene kann die natürliche Schutzflora schwächen.

    Darüber hinaus können folgende Maßnahmen die Behandlung sinnvoll unterstützen:

    • Atmungsaktive Baumwollunterwäsche tragen und täglich wechseln.
    • Enge oder synthetische Kleidung meiden, um ein feucht-warmes Milieu zu vermeiden, in dem Hefepilze sich wohlfühlen.
    • Nasse Kleidung, etwa nach dem Schwimmen oder Sport, möglichst sofort wechseln.
    • Handtücher und Waschlappen täglich erneuern und nicht mit anderen Personen teilen.
    • Intimdeos, Scheidenspülungen oder desinfizierende Produkte vermeiden, sie können die Schleimhaut reizen und das Gleichgewicht der Scheidenflora stören.
    • Stress soweit möglich reduzieren, da anhaltender Stress die Immunabwehr schwächen und Infektionen begünstigen kann.
    • Während der Behandlung möglichst auf Geschlechtsverkehr verzichten; anschließend kann der Gebrauch von Kondomen sinnvoll sein, damit die Schleimhaut in Ruhe abheilen kann und nicht gereizt wird.
    • Hinweis zur Sicherheit von Kondomen: Vaginalcremes und -zäpfchen auf Öl- oder Fettbasis können die Reißfestigkeit von Latexkondomen und Diaphragmen beeinträchtigen.
    • Risiken im Schwimmbad beachten: Gechlorte Schwimmbecken gelten als unkritisch, während beheizte Whirlpools ein günstiges Umfeld für Pilzerreger bieten können. Längerer Aufenthalt im warmen Wasser lässt die Haut im Intimbereich leicht aufquellen und macht sie anfälliger. Vor dem Schwimmen kann im äußeren Intimbereich eine dünne Schicht einer wasserabweisenden, lipid- oder silikonhaltigen Schutzcreme aufgetragen werden, um die Haut vor Feuchtigkeit und Chlorreizungen zu schützen.
    • Ernährung im Blick behalten: Einige Fachleute gehen davon aus, dass eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung das Pilzwachstum begünstigen kann. Eine Anti-Pilz-Diät gilt jedoch als überholt: Candida albicans kann seinen Stoffwechsel anpassen und überlebt auch ohne Zuckerzufuhr. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung stärkt jedoch das Immunsystem sowie das Darmmikrobiom und kann so indirekt zur Schleimhautgesundheit beitragen.

    Fazit: Die Behandlung der akuten Vaginalmykose ist in der Regel unkompliziert und führt bei korrekter Anwendung zu einer schnellen Linderung der Beschwerden. Clotrimazol gilt aufgrund seines breiten Wirkspektrums und der sehr guten lokalen Verträglichkeit als Standardtherapeutikum. Entscheidend für den Therapieerfolg ist eine gesicherte Diagnose; eine gynäkologische Untersuchung ist daher besonders bei wiederkehrenden, atypischen oder während der Schwangerschaft auftretenden Infektionen erforderlich.

    Eine diskrete, einfühlsame Beratung in der Apotheke kann zusätzlich unterstützen – insbesondere durch Hinweise zur korrekten Anwendung, zur Schonung der Schleimhaut während der Behandlung sowie zu einfachen Maßnahmen, die das Scheidenmilieu stabilisieren und Reizungen vermeiden. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheiten sollte stets eine ärztliche Abklärung empfohlen werden.

    Autor
    PTA Redaktion

    Unsere Redaktion besteht aus ausgewählten PR-Redakteuren und -Beratern aus dem Bereich der Gesundheitskommunikation.

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    Geprüft von
    Stephanie Nitsch

    Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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    Literatur

    1. AWMF S2k Leitlinie. Vulvovaginalcandidose. Stand: 09.2020. Online verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-072l_S2k_Vulvovaginalkandidose_2020-10_01.pdf. Abgerufen am 30.04.2024
    2. Ruhnke M, Rickerts V, Cornely OA, Buchheidt D, Glöckner A, Heinz W, Höhl R, Horré R, Karthaus M, Kujath P, Willinger B, Presterl E, Rath P, Ritter J, Glasmacher A, Lass-Flörl C, Groll AH; German Speaking Mycological Society; Paul-Ehrlich-Society for Chemotherapy. Diagnosis and therapy of Candida infections: joint recommendations of the German Speaking Mycological Society and the Paul-Ehrlich-Society for Chemotherapy. Mycoses. 2011 Jul;54(4):279-310. doi: 10.1111/j.1439-0507.2011.02040.x
    3. Mendling W, Atef El Shazly M, Zhang L. Clotrimazole for Vulvovaginal Candidosis: More Than 45 Years of Clinical Experience. Pharmaceuticals (Basel). 2020 Sep 25;13(10):274. doi: 10.3390/ph13100274
    4. Leopoldt, Daniela. Clotrimazol. Stand: 11.2018. Online verfügbar unter: https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Clotrimazol_331#Wirkmechanismus. Zuletzt abgerufen im Mai 2024
    5. Rausch, Rika (2021). Plan B bei Scheidenpilz. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2021/daz-17-2021/plan-b-bei-scheidenpilz (zuletzt abgerufen im Mai 2024)
    6. Beikert, F.C., Ursache und Therapie chronischer Vulvitisbeschwerden (Causes and therapy of chronic vulvar discomfort), Dissertation, Universität Freiburg, 2007, online verfügbar unter: https://freidok.uni-freiburg.de/data/7107 (zuletzt abgerufen im Juni 2024)

    Inhalt

    • Behandlung der akuten Vaginalmykose
    • Antimykotische Therapie
    • Therapieprinzipien und Nachsorge
    • Chronisch rezidivierende Vaginalmykose
    • Begleitende Maßnahmen – was Kundinnen zusätzlich tun können

    Chronischer Scheidenpilz

    Bei einem Teil der Patientinnen gehen Vaginalmykosen in einen chronisch rezidivierenden Verlauf über, der die Lebensqualität deutlich einschränken kann und eine sorgfältige Aufmerksamkeit erfordert. Die Leitlinie empfiehlt eine systemische Langzeittherapie.

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    • Diabetes in der Schwangerschaft

      09.01.2026: Schwangerschaftsdiabetes entsteht durch eine Insulinresistenz. Begünstigt wird sie – ähnlich wie beim Typ-2-Diabetes – durch genetische Veranlagung, Übergewicht sowie Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung.

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    • Behandlung der akuten Vaginalmykose

      19.12.2025: Die typischen Beschwerden einer akuten Vaginalmykose lassen sich in der Regel rasch und effektiv lindern. Standard der Therapie ist die lokale Anwendung eines Antimykotikums aus der Gruppe der Imidazole, insbesondere Clotrimazol.

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    • Symptome und Diagnostik der akuten Vaginalmykose

      19.12.2025: Leitsymptom der akuten Vaginalmykose ist ein starker, oft quälender Juckreiz, insbesondere am Scheideneingang. Häufig treten zusätzlich Brennen, Rötung und Schwellung im Intimbereich auf. Die Diagnose erfolgt mittels Abstrich.

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      Home Gesundheit Frauengesundheit
      Autor: PTA Redaktion
      Geprüft von: Stephanie Nitsch
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      Lesedauer ca. 4 min
      07.01.2026

      Symptome und Diagnostik der akuten Vaginalmykose

      Vaginalmykosen (Vulvovaginalkandidosen) treten vorwiegend bei Frauen im reproduktiven Alter auf und gehören zu den häufigsten Infektionen des weiblichen Genitaltrakts. Etwa 70 bis 75 Prozent aller Frauen erleiden im Laufe ihres Lebens mindestens eine Episode. Hauptverursacher ist der Hefepilz Candida albicans, der zum natürlichen Mikrobiom des Körpers gehört und in geringer Menge meist unproblematisch ist. Unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise bei geschwächtem Immunsystem, hormonellen Veränderungen oder nach einer Antibiotikatherapie, kann sich der Pilz jedoch übermäßig vermehren und eine Infektion auslösen. Während der Schwangerschaft oder in Phasen ausgeprägter hormoneller Umstellungen wird die Entstehung einer akuten Vaginalmykose zusätzlich begünstigt.

      Nach den Wechseljahren ist eine Vaginalmykose dagegen deutlich seltener. Durch den sinkenden Östrogenspiegel und die damit einhergehende Veränderung des Schleimhautmilieus kommt es eher zu Pilzinfektionen des äußeren Intimbereichs (Vulva) oder anderer Hautareale.

      Trotz der typischen Symptomatik wird der Scheidenpilz in seiner Häufigkeit überschätzt. Nur etwa ein Drittel der Frauen, die sich wegen Juckreiz oder Ausfluss ärztlich untersuchen lassen, leidet tatsächlich an einer Candida-Infektion. Die übrigen Beschwerden beruhen meist auf anderen Ursachen wie Mischinfektionen, unspezifischen Irritationen oder hormonellen Veränderungen.

      Charakteristische Beschwerden einer akuten Vaginalmykose

      Die Symptome einer Vaginalmykose sind meist charakteristisch. Leitsymptom ist ein starker, oft quälender Juckreiz, insbesondere am Scheideneingang. Häufig treten zusätzlich Brennen, Rötung und Schwellung im Intimbereich auf. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder ein Brennen beim Wasserlassen können auftreten. Typisch ist ein weißlich-bröckeliger oder cremiger Ausfluss, der im Gegensatz zu bakteriellen Infektionen in der Regel geruchlos bleibt. Im Intimbereich zeigen sich häufig Rötungen und Reizungen der Schleimhaut.

      Die Beschwerden zeigen sich häufig zyklusabhängig und treten oft kurz vor der Menstruation auf, wenn der Östrogenspiegel steigt und Hefepilze günstigere Wachstumsbedingungen vorfinden. Da ähnliche Symptome auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können, sollte ein Juckreiz im Intimbereich grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden, insbesondere während der Schwangerschaft oder bei wiederkehrenden Episoden.

      Diagnostik der Vaginalmykose

      Die Diagnostik erfolgt in der gynäkologischen Praxis. Zunächst grenzt die Ärztin oder der Arzt im Anamnesegespräch mögliche Ursachen anhand der beschriebenen Beschwerden ein. Anschließend wird im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung ein Vaginalabstrich entnommen, der mikroskopisch auf Pilzzellen oder andere Erreger untersucht wird. Ergänzend kann die Bestimmung des vaginalen pH-Werts hilfreich sein: Bei einer Vaginalmykose liegt dieser in der Regel im physiologischen Bereich, während er bei bakteriellen Infektionen meist erhöht ist. Steht die Diagnose fest, erfolgt die Behandlung mit einem geeigneten Antimykotikum, das lokal oder systemisch angewendet wird.

      Differenzialdiagnose bei vaginalem Ausfluss – charakteristische Befunde im Vergleich

      Symptom / BefundBakterielle VaginoseTrichomonaden-InfektionVaginalmykose (Candiose)
      GeruchUnauffällig bis unangenehm, fischartig (typisch bei pH-Erhöhung)Stechend oder scharf, häufig intensiver als bei BVIn der Regel geruchsneutral, gelegentlich leicht säuerlich
      Ausfluss (Fluor vaginalis)Dünnflüssig, homogen, weißlich-grau verfärbtGelblich-grün, oft schaumig und vermehrtZunächst dünnflüssig, später weißlich und bröckelig („Hüttenkäse-artig“)
      Juckreiz und lokale IrritationMeist nicht vorhanden; Schleimhaut unauffälligHäufig ausgeprägt, mit Rötung und BrennenStark ausgeprägt; deutliche Rötung und Schwellung der Vulva und Vaginalschleimhaut
      Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)SeltenHäufigGelegentlich
      Vaginaler pH-WertErhöht (≥ 4,5)Erhöht (≥ 4,5)In der Regel normal (3,8 – 4,4)
      LaktobazillenfloraDeutlich reduziert oder fehlendReduziertMeist erhalten; nach Antibiotikatherapie ggf. vermindert

      Quelle: Fessler, B. (2018). DAZ.online, 12. April 2018.

      Wiederkehrende Beschwerden

      Von einer chronischen oder rezidivierenden Vaginalmykose spricht man, wenn vier oder mehr Infektionen pro Jahr auftreten. Etwa fünf von hundert Frauen sind hiervon betroffen. In solchen Fällen wird eine Pilzkultur angelegt, um die genaue Pilzart zu bestimmen und die Therapie entsprechend anzupassen. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, eine Partnerbesiedelung oder andere begünstigende Faktoren vorliegen.

      Auch psychische und körperliche Belastung können eine Rolle spielen, da Stress die Immunabwehr nachweislich schwächt. Kommt es immer wieder zu Infektionen, kann eine längerfristige Behandlung erforderlich sein.

      Fazit: Für die pharmazeutische Beratung ist entscheidend, dass nicht jeder Juckreiz im Intimbereich auf eine Mykose zurückzuführen ist. Eine ärztliche Abklärung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Gynäkologie ist unerlässlich, um Fehldiagnosen, unnötige Selbstmedikation und Resistenzentwicklungen zu vermeiden. Zwar sind gängige Antimykotika zur lokalen Behandlung ohne Rezept erhältlich, dennoch sollte die Anwendung immer unter fachkundiger Beratung erfolgen, insbesondere wenn Symptome untypisch, rezidivierend oder therapieresistent sind. PTA können betroffene Kundinnen darüber informieren, dass eine akute Vaginalmykose in der Regel schnell und gut behandelbar ist, gleichzeitig aber eine ärztliche Abklärung erforderlich bleibt, wenn Beschwerden wiederholt auftreten, ungewöhnlich stark ausgeprägt sind oder während der Schwangerschaft bestehen.

      Autor
      PTA Redaktion

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      Stephanie Nitsch

      Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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      Literatur

      1. Farr A, Effendy I, Frey Tirri B, Hof H, Mayser P, Petricevic L, Ruhnke M, Schaller M, Schaefer APA, Sustr V, Willinger B, Mendling W. Guideline: Vulvovaginal candidosis (AWMF 015/072, level S2k). Mycoses. 2021 Jun;64(6):583-602. doi: 10.1111/myc.13248
      2. Mendling, Werner. Vaginalinfektionen – Wissenswertes zu Behandlung und Prophylaxe. Stand: 2013. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-46-2013/vaginalinfektionen. Abgerufen am 28.08.21.
      3. Deschamps, Silke. Pilzinfektion der Scheide. Stand 23.04.2020. Online verfügbar unter: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/gynaekologische-und-urologische-erkrankungen/pilzinfektion-der-scheide-es-brennt-und-juckt-im-schritt-2017312. Abgerufen am 03.03.21.
      4. Fessler, Beate. (2018, April 12). Auf den Ausfluss achten. DAZ.online. Verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2018/daz-15-2018/auf-den-ausfluss-achten (abgerufen am 23.05.24).

      Inhalt

      • Symptome und Diagnostik der akuten Vaginalmykose
      • Charakteristische Beschwerden einer akuten Vaginalmykose
      • Diagnostik der Vaginalmykose
      • Wiederkehrende Beschwerden

      Chronischer Scheidenpilz

      Bei einem Teil der Patientinnen gehen Vaginalmykosen in einen chronisch rezidivierenden Verlauf über, der die Lebensqualität deutlich einschränken kann und eine sorgfältige Aufmerksamkeit erfordert. Die Leitlinie empfiehlt eine systemische Langzeittherapie.

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      • Diabetes in der Schwangerschaft

        09.01.2026: Schwangerschaftsdiabetes entsteht durch eine Insulinresistenz. Begünstigt wird sie – ähnlich wie beim Typ-2-Diabetes – durch genetische Veranlagung, Übergewicht sowie Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung.

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      • Behandlung der akuten Vaginalmykose

        19.12.2025: Die typischen Beschwerden einer akuten Vaginalmykose lassen sich in der Regel rasch und effektiv lindern. Standard der Therapie ist die lokale Anwendung eines Antimykotikums aus der Gruppe der Imidazole, insbesondere Clotrimazol.

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      • Symptome und Diagnostik der akuten Vaginalmykose

        19.12.2025: Leitsymptom der akuten Vaginalmykose ist ein starker, oft quälender Juckreiz, insbesondere am Scheideneingang. Häufig treten zusätzlich Brennen, Rötung und Schwellung im Intimbereich auf. Die Diagnose erfolgt mittels Abstrich.

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        Autor: PTA Redaktion
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        07.01.2026

        Ursachen einer akuten Vaginalmykose

        Eine Vaginalmykose zählt zu den häufigsten Infektionen im weiblichen Genitalbereich. Auslöser ist in der Mehrzahl der Fälle der Hefepilz Candida albicans, seltener treten andere Arten wie Candida glabrata oder Candida krusei auf. Hefepilze sind keine klassischen Krankheitserreger, sondern gehören bei vielen Frauen ganz natürlich zur Scheidenflora sowie zum Mikrobiom des Darms, der Haut und des Mund- und Rachenraums. Sie leben dort meist unauffällig, ohne Beschwerden zu verursachen. Erst wenn das empfindliche Gleichgewicht der Vaginalflora gestört wird, kann sich Candida albicans übermäßig vermehren und eine Infektion auslösen.

        In den meisten Fällen handelt es sich um eine endogene Infektion: Der Hefepilz ist bereits auf oder im Körper vorhanden und gelangt von dort in die Scheide. Eine direkte Ansteckung von außen spielt nur eine untergeordnete Rolle. Zwar kann Candida albicans beim Intimkontakt übertragen werden, doch allein die Übertragung führt in der Regel nicht zu einer Erkrankung. Damit sich tatsächlich eine Infektion entwickelt, müssen begünstigende Faktoren hinzukommen, etwa eine geschwächte Immunabwehr, hormonelle Veränderungen oder eine gestörte Scheidenflora.

        Schützendes Gleichgewicht der Scheidenflora

        Unter physiologischen Bedingungen halten Milchsäurebakterien (Laktobazillen, auch Döderlein-Stäbchen genannt) das Scheidenmilieu stabil und schützen vor pathogenen Keimen. Sie wandeln Glykogen, das unter dem Einfluss von Östrogen in der Vaginalschleimhaut gespeichert wird, in Milchsäure um. Dadurch bleibt der pH-Wert der Scheide mit 3,8 bis 4,4 im leicht sauren Bereich – eine Umgebung, in der sich krankmachende Mikroorganismen nur schwer vermehren können.

        Allerdings tritt eine Vaginalmykose in vielen Fällen auch dann auf, wenn der pH-Wert im Normbereich liegt. Entscheidend ist weniger der pH-Wert selbst als die funktionelle Balance der vaginalen Mikroflora. Zwar kann in manchen Fällen die Zahl der Laktobazillen reduziert sein, doch häufig bleibt sie weitgehend erhalten. Die Infektion entsteht, wenn lokale Abwehrmechanismen geschwächt sind oder Hefepilze wie Candida albicans günstige Wachstumsbedingungen vorfinden, beispielsweise durch eine vorübergehende Immunminderung.

        Begünstigende Faktoren

        Verschiedene Einflüsse können das Gleichgewicht der Scheidenflora verändern und damit eine Pilzinfektion begünstigen. Zu den wichtigsten zählen:

        • Hormonelle Veränderungen: Der Hefepilz Candida albicans verfügt über Rezeptoren, die auf Östrogen reagieren. Ein erhöhter Östrogenspiegel, etwa in der ersten Zyklushälfte, in der Schwangerschaft oder unter hormoneller Kontrazeption, kann daher das Wachstum des Pilzes fördern. Auch während einer Hormonersatztherapie kann das Risiko steigen.
        • Grunderkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenstörungen, Allergien oder Neurodermitis können die lokale Immunabwehr schwächen. Bei Diabetes begünstigt zudem der erhöhte Glukosegehalt im Vaginalmilieu das Pilzwachstum.
        • Medikamente: Nach einer Antibiotikatherapie entwickeln viele Frauen eine Scheidenpilzinfektion. Ursache ist vermutlich die Beeinträchtigung der natürlichen Scheidenflora: Antibiotika unterscheiden nicht zwischen krankmachenden und schützenden Bakterien und können daher auch die Milchsäurebakterien (Laktobazillen) verringern, die wesentlich zur Stabilität des vaginalen Milieus beitragen.
        • Immunschwäche und Stress: Ein geschwächtes Immunsystem oder anhaltende psychische Belastung können die Abwehrkräfte der Schleimhaut beeinträchtigen.
        • Übertriebene Intimhygiene: Häufige Scheidenspülungen, parfümierte Waschlotionen oder Intimdeos können das natürliche Milieu reizen und das Risiko für Infektionen erhöhen.
        • Lebensstil und äußere Einflüsse: Eine zuckerreiche Ernährung, feucht-warme Umgebungen sowie Reibung oder kleine Verletzungen im Intimbereich, etwa durch enge Kleidung, Sport oder Geschlechtsverkehr, können die Schleimhautbarriere schwächen und damit das Wachstum von Candida albicans begünstigen.
        • Risiken im Schwimmbad: Gechlorte öffentliche Schwimmbecken gelten als unkritisch und stellen wahrscheinlich kein relevantes Ansteckungsrisiko für Scheidenpilz dar. Beheizte Whirlpools dagegen können ein günstiges Umfeld für Pilzerreger bieten. Durch die Wärme und den längeren Aufenthalt quillt die Haut im Intimbereich leicht auf und wird dadurch anfälliger für Keime. Eine Ansteckung über Oberflächen wie Toilettensitze oder Türklinken ist hingegen sehr unwahrscheinlich, da Pilzerreger an der Luft schnell absterben.
        • Risiken durch eine zuckerreiche Ernährung: Einige Fachleute gehen davon aus, dass eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung das Pilzwachstum begünstigen kann. Auch Lebensmittel mit hohem Hefegehalt oder bestimmte Milchprodukte werden in diesem Zusammenhang genannt. Eine sogenannte Anti-Pilz-Diät gilt jedoch als überholt: Candida albicans kann seinen Stoffwechsel anpassen und überlebt auch ohne Zuckerzufuhr – das „Aushungern“ des Pilzes funktioniert daher nicht. Dennoch kann eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung das Immunsystem und das Darmmikrobiom unterstützen und dadurch indirekt helfen, einer Scheidenpilzinfektion vorzubeugen.

        Wiederkehrende Scheidenpilzinfektionen

        Treten Scheidenpilzinfektionen mehr als viermal pro Jahr auf, spricht man von einer chronisch rezidivierenden Vaginalmykose . Etwa fünf Prozent der Frauen sind davon betroffen. In solchen Fällen bilden sich häufig widerstandsfähige Sporen, die lange im Körper verbleiben und Rückfälle begünstigen. Auch eine Partnerbesiedelung kann zum sogenannten Ping-Pong-Effekt führen. Eine ärztliche Abklärung inklusive Pilzkultur und ggf. Mitbehandlung des Partners sind in diesen Fällen angezeigt.

        Lebensphasen und hormonelle Einflüsse

        Da das Wachstum von Candida albicans eng an den Östrogenspiegel gekoppelt ist, tritt eine Vaginalmykose vor allem im gebärfähigen Alter auf. In der Pubertät und während der Schwangerschaft sind hormonelle Veränderungen besonders ausgeprägt, wodurch die Infektionsneigung steigt. Nach den Wechseljahren nimmt das Risiko dagegen deutlich ab, da der Östrogenspiegel sinkt und die Schleimhaut weniger Glykogen enthält. In dieser Lebensphase sind Pilzinfektionen eher im äußeren Intimbereich zu finden.

        Übertragung und Ansteckungsrisiko

        Eine Vaginalmykose entsteht meist nicht durch Ansteckung, sondern durch eine Störung des mikrobiellen Gleichgewichts. Dennoch ist eine Übertragung beim Geschlechtsverkehr möglich. Insbesondere bei wiederkehrenden Infektionen kann es sinnvoll sein, den Partner mitbehandeln zu lassen. Bei Männern zeigt sich eine Candida-Infektion selten, meist in Form einer Balanitis mit Juckreiz, Rötung und Belägen an der Eichel.

        Fazit für die Beratung

        Akute Vaginalmykosen sind häufig, aber meist harmlos und gut behandelbar. Für die betroffene Frau ist wichtig zu wissen, dass sie in den meisten Fällen endogen entstehen und nicht Ausdruck mangelnder Hygiene sind. Eine ausgewogene Intimhygiene, ein stabiles Immunsystem und die Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapien tragen wesentlich dazu bei, das Gleichgewicht der Scheidenflora zu erhalten. Bei wiederkehrenden Infektionen sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.

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        Stephanie Nitsch

        Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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        Literatur

        1. Lloyd-Price J, Abu-Ali G, Huttenhower C. The healthy human microbiome. Genome Med. 2016 Apr 27;8(1):51. doi: 10.1186/s13073-016-0307-y
        2. AWMF S2k Leitlinie. Vulvovaginalcandidose. Stand: 09.2020. Online verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-072l_S2k_Vulvovaginalkandidose_2020-10_01.pdf. Abgerufen am 30.04.2024.
        3. Laubscher, Silke. Deutsche Apotheker Zeitung. Lästiger Juckreiz. Empfehlungen zur Prophylaxe und Therapie von Vaginalmykosen. Stand 2015. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2015/daz-28-2015/laestiger-juckreiz. Abgerufen am 03.03.21.
        4. Mendling, Werner. Vaginalinfektionen – Wissenswertes zu Behandlung und Prophylaxe. Stand: 2013. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-46-2013/vaginalinfektionen. Abgerufen am 30.04.2024.
        5. Eckes, Tanja (2023). Scheidenpilz: Ein Faktencheck. Online verfügbar unter: https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/erkrankungen-der-weiblichen-geschlechtsorgane/vaginalpilz-ein-faktencheck-980989.html. Abgerufen am 02.05.2024.
        6. Nagel, Geraldine (2022). Scheidenpilz (Vaginalpilz). Online verfügbar unter: https://www.onmeda.de/krankheiten/scheidenpilz-id200507/. Abgerufen am 02.05.2024.
        7. H.-J. Tietz, U. Gunkel. Teil 1: Mykosen in der gynäkologischen Praxis. gyne, 2020, Heft 01

        Inhalt

        • Ursachen einer akuten Vaginalmykose
        • Schützendes Gleichgewicht der Scheidenflora
        • Begünstigende Faktoren
        • Wiederkehrende Scheidenpilzinfektionen
        • Lebensphasen und hormonelle Einflüsse
        • Übertragung und Ansteckungsrisiko

        Chronischer Scheidenpilz

        Bei einem Teil der Patientinnen gehen Vaginalmykosen in einen chronisch rezidivierenden Verlauf über, der die Lebensqualität deutlich einschränken kann und eine sorgfältige Aufmerksamkeit erfordert. Die Leitlinie empfiehlt eine systemische Langzeittherapie.

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        • Diabetes in der Schwangerschaft

          09.01.2026: Schwangerschaftsdiabetes entsteht durch eine Insulinresistenz. Begünstigt wird sie – ähnlich wie beim Typ-2-Diabetes – durch genetische Veranlagung, Übergewicht sowie Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung.

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        • Behandlung der akuten Vaginalmykose

          19.12.2025: Die typischen Beschwerden einer akuten Vaginalmykose lassen sich in der Regel rasch und effektiv lindern. Standard der Therapie ist die lokale Anwendung eines Antimykotikums aus der Gruppe der Imidazole, insbesondere Clotrimazol.

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        • Symptome und Diagnostik der akuten Vaginalmykose

          19.12.2025: Leitsymptom der akuten Vaginalmykose ist ein starker, oft quälender Juckreiz, insbesondere am Scheideneingang. Häufig treten zusätzlich Brennen, Rötung und Schwellung im Intimbereich auf. Die Diagnose erfolgt mittels Abstrich.

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          Autorin:: PTA Redaktion
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          Lesedauer ca. 9 min
          19.12.2025

          Chronischer Scheidenpilz

          Scheidenpilzinfektionen zählen zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen. Die unkomplizierte akute Vaginalmykose lässt sich in der Regel rasch und zuverlässig mit lokal angewendeten Antimykotika behandeln. Bei einem Teil der Betroffenen kehrt die Infektion jedoch nach kurzer Zeit zurück, teils mit wiederkehrendem Verlauf. Wiederkehrende Infektionen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen und stellen sowohl für die betroffene Frau als auch für das betreuende Fachpersonal eine besondere Herausforderung dar.

          Von einer chronischen Scheidenpilzinfektion oder rezidivierenden Vaginalmykose sprechen Fachleute, wenn die typischen Symptome, also Juckreiz, Rötung, Schwellung und ein veränderter, in der Regel geruchloser Ausfluss, mehr als viermal pro Jahr auftreten. Die Infektion betrifft nicht nur die Scheide (Vagina), sondern häufig auch die Vulva, weshalb medizinisch korrekterweise von einer Vulvovaginalkandidose gesprochen wird.

          Bei der chronisch rezidivierenden Vulvovaginalkandidose (RVVC) ist Candida albicans weiterhin der häufigste Erreger. Nicht-albicans-Arten treten jedoch bei wiederholten Infektionen häufiger auf als bei Erstinfektionen. Bei Candida glabrata besteht von Natur aus eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Azol-Antimykotika wie Fluconazol, zusätzlich werden Resistenzen häufiger beobachtet. Candida krusei zeigt eine natürliche Unempfindlichkeit gegenüber Fluconazol. Wird dieser Erreger nachgewiesen, sollte daher auf ein alternativ wirksames Antimykotikum zurückgegriffen werden.

          Wenn harmlose Hefen zum Problem werden

          Hefepilze der Gattung Candida, insbesondere Candida albicans, sind natürliche Bewohner der Haut- und Schleimhautflora. Sie werden normalerweise durch das Immunsystem und die physiologische Vaginalflora kontrolliert. Erst bei einer stärkeren Vermehrung der Hefepilze führt die Besiedlung zu einer Entzündungsreaktion mit den typischen Beschwerden.

          Das bloße Vorhandensein von Candida albicans ist normalerweise unbedenklich. Treffen mehrere begünstigende Faktoren zusammen, etwa hormonelle Veränderungen, eine geschwächte Abwehr oder lokale Reizungen, kann sich daraus eine Vaginalmykose entwickeln.

          Besonders häufig betroffen sind Frauen mit geschwächtem Immunsystem, etwa infolge chronischer Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenstörungen, ebenso wie Patientinnen unter Chemotherapie oder längerfristiger Antibiotikabehandlung. Auch psychischer Stress, hormonelle Veränderungen oder eine erbliche Veranlagung können die Anfälligkeit erhöhen.

          Vaginalmykose und Östrogen

          Ein weiterer Grund, warum Frauen im gebärfähigen Alter besonders häufig betroffen sind, liegt in der hormonellen Situation: Unter dem Einfluss von Östrogen lagert sich vermehrt Glykogen in die Zellen der Vaginalschleimhaut ein. Wird die schützende Laktobazillenflora gestört oder verändert sich das Milieu, können die daraus entstehenden Zuckerabbauprodukte das Wachstum von Candida albicans begünstigen. In der östrogenisierten Vagina ist eine Kolonisation daher häufiger, eine symptomatische Infektion entsteht jedoch meist erst durch zusätzliche Störfaktoren wie eine Dysbiose, lokale Abwehrschwäche oder eine Antibiotikatherapie.

          Vaginalmykose und Schwangerschaft

          Schwangere haben aufgrund der hormonellen Veränderungen und der natürlichen Anpassung des Immunsystems ein erhöhtes Risiko für Vaginalmykosen. Bei etwa jeder dritten Schwangeren lassen sich Hefepilze in der Scheidenflora nachweisen.

          Der deutlich höhere Östrogenspiegel in der Schwangerschaft führt zu einer verstärkten Glykogeneinlagerung im Vaginalgewebe. Östrogene erleichtern zudem den Formwechsel des Pilzes hin zu seiner invasiveren, krankmachenden Variante. Candida kann über spezifische Andockstellen (Östrogenrezeptoren) auf diese Hormone reagieren, was das erhöhte Vorkommen während der Schwangerschaft zusätzlich erklärt.

          Biofilm und chronische Entzündung

          Candida albicans kann sich auf der Vaginalschleimhaut sowie auf Fremdmaterial wie Intrauterinpessaren zu stabilen Biofilmen organisieren. Innerhalb dieser strukturierten Zellverbände wandelt sich der Pilz von einem harmlosen Kommensalen zu einem potenziell pathogenen Erreger. Der Biofilm schützt ihn effektiv vor Antimykotika und Immunzellen. Dadurch kann Candida in der Schleimhaut persistieren und bei geschwächter lokalen Abwehr immer wieder entzündliche Episoden auslösen – ein zentraler Mechanismus chronisch-rezidivierender Vaginalmykosen.

          Antibiotika als Risikofaktor

          Nach einer Antibiotikatherapie entwickeln viele Frauen Pilzinfektionen im Intimbereich. Der Zusammenhang ist wissenschaftlich gut belegt, die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch vielschichtig: Antibiotika können die schützende Laktobazillenflora beeinträchtigen und dadurch den vaginalen pH-Wert erhöhen. Fehlen diese Milchsäurebakterien, verliert die Vaginalschleimhaut ihren natürlichen Schutz und Candida albicans findet günstigere Wachstumsbedingungen.

          Laktobazillen gelten als natürliche Gegenspieler von Hefen, da sie das Milieu durch Milchsäureproduktion sauer halten, antimikrobielle Substanzen bilden und um Nährstoffe und Haftstellen konkurrieren. Solange diese Flora intakt ist, bleibt Candida meist ein harmloser Mitbewohner. Wird sie jedoch durch Antibiotika, hormonelle Einflüsse oder lokale Reizungen gestört, steigt das Risiko einer Infektion.

          Nicht alle Antibiotika wirken gleich stark auf das Milieu: Schmal wirksame Präparate wie Penicillin V, Makrolide oder Nitrofurantoin beeinträchtigen die Flora kaum oder nur vorübergehend. Nach einer Antibiotikatherapie kann es sinnvoll sein, die Vaginal- und Darmflora gezielt zu regenerieren, etwa durch probiotische Laktobazillenpräparate, insbesondere bei Frauen mit wiederkehrenden Infektionen oder bekannt empfindlicher Schleimhaut.

          Therapie der chronisch rezidivierenden Vulvovaginalkandidose (RVVC)

          Die lokale Behandlung mit Antimykotika bildet das Fundament jeder Therapie der Vulvovaginalkandidose. Akute Infektionen lassen sich meist erfolgreich mit topisch angewendeten Wirkstoffen behandeln, da diese direkt an der Vaginal- und Vulvaschleimhaut hohe Wirkstoffkonzentrationen erreichen und rasch zur Symptomlinderung führen. Bei ausgedehnten oder besonders beschwerdeintensiven Verläufen kann zusätzlich zur leitliniengerechten systemischen Suppression eine begleitende lokale Therapie erwogen werden.

          Bei chronisch rezidivierender RVVC sollte die Behandlung auf mehreren Säulen beruhen: Dazu gehört die Abklärung möglicher Grunderkrankungen sowie Infektionsquellen aus Darm oder Mundraum, die als Reservoir dienen können; bei wiederholten Rezidiven kann eine ergänzende Behandlung dieser Bereiche (z. B. Mundspülungen mit Chlorhexidin oder eine unterstützende Darmsanierung) hilfreich sein. Systemische Antimykotika wie Fluconazol verteilen sich über den Blutkreislauf und erreichen tiefere Schleimhautschichten.

          Ziel der Behandlung ist nicht die vollständige Eliminierung aller Hefen, sondern die Wiederherstellung eines stabilen mikrobiellen Gleichgewichts, in dem Candida albicans als Teil der natürlichen Flora bestehen kann, ohne Beschwerden zu verursachen.

          Die Leitlinie empfiehlt bei chronischer RVVC eine systemische Langzeittherapie mit Fluconazol, um wiederkehrende Symptome zu kontrollieren und die Kolonisationslast dauerhaft zu senken. Fluconazol wirkt zuverlässig auf frei vorkommende Candida albicans-Zellen, erreicht aber etablierte Biofilme nur eingeschränkt. In vitro zeigen Nystatin und insbesondere Miconazol eine bessere Aktivität gegenüber frühen oder weniger stabilen Candida-Biofilmen als Fluconazol. Reife Biofilme bleiben jedoch hochresistent und erfordern eine speziesbezogene Therapie, ggf. Off-Label Ansätze. Die Kombination aus systemischer Suppression und lokaler Milieustabilisierung bleibt ein wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzeptes.

          Therapieempfehlung nach S2k-Leitlinie (AWMF 015/072, 09/2020)

          Bei chronischer RVVC empfiehlt die Leitlinie eine überwiegend orale Therapie, häufig als suppressive Langzeitbehandlung. Bewährt hat sich das stufenweise Schema mit Fluconazol 200 mg:

          • Woche 1: 200 mg oral an 3 Tagen pro Woche
          • 2 Monate: 200 mg 1× wöchentlich (bei Beschwerde- bzw. Pilzfreiheit)
          • 4 Monate: 200 mg alle 2 Wochen
          • 6 Monate: 200 mg 1× monatlich

          Dieses Regime kann die Rezidivrate deutlich senken; nach Absetzen sind jedoch erneute Schübe möglich. Alternativ wurde eine Erhaltungstherapie mit 150 mg Fluconazol 1× wöchentlich über 6 Monate untersucht.

          Non-albicans-Arten

          Bei Infektionen durch Non-albicans-Spezies, insbesondere Candida glabrata, sollten nach mykologischer Diagnostik alternative Wirkstoffe eingesetzt werden, insbesondere topisches Nystatin oder Ciclopiroxolamin. Candida krusei ist gegenüber Fluconazol wirkungslos; nach einer Clotrimazol-Primärtherapie kann ein Wechsel auf Nystatin oder Ciclopiroxolamin erfolgen.

          Therapie in der Schwangerschaft

          In der Schwangerschaft, besonders im 1. Trimenon, soll eine VVC laut Leitlinie mit topischem Clotrimazol behandelt werden, um Risiken für das ungeborene Kind zu minimieren. Systemisches Fluconazol und andere orale Triazole sind wegen möglicher Embryotoxizität zu vermeiden. Eine 6–7-tägige topische Behandlung in den letzten Schwangerschaftswochen wird empfohlen, um eine Kolonisation des Neugeborenen während der Geburt zu reduzieren. In der Schwangerschaft soll auf die Verwendung des Applikators verzichtet werden.

          Partnerbehandlung

          Die routinemäßige Behandlung asymptomatischer Partner wird nicht empfohlen. Bei Symptomen oder Hefenachweis beim Partner kann eine Einmalgabe von 150 mg Fluconazol in Erwägung gezogen werden.

          Probiotika

          Probiotische Präparate können nach Leitlinie einen prophylaktischen Nutzen haben, insbesondere bei chronischer RVVC. So zeigt beispielsweise Lactobacillus rhamnosus antagonistische Eigenschaften gegenüber Candida: Durch die Senkung des pH-Wertes, die Konkurrenz um Adhäsionsstellen sowie die Bildung antimikrobieller Metabolite hemmt er das Hefewachstum und trägt so zur Stabilisierung eines gesunden Vaginalmilieus bei.

          Überblick über wichtige Antimykotika

          Nystatin (Polyen)

          Nystatin bindet an Ergosterol, einen zentralen Baustein der Pilzmembran. Dadurch entstehen Poren, die die Zellmembran destabilisieren und zum Absterben der Pilzzellen führen. Es wirkt fungizid und wird vor allem lokal eingesetzt.

          Imidazol-Azole (Clotrimazol, Miconazol, Econazol, Fenticonazol)

          Diese Wirkstoffe hemmen die Synthese von Ergosterol, das für Aufbau und Funktion der Pilzmembran notwendig ist. Die Folge ist eine Störung des Zellwachstums. Im klinischen Einsatz wirken sie überwiegend fungistatisch – das heißt, sie bremsen die Vermehrung der Hefen. In hohen Konzentrationen zeigen sie in vitro auch fungizide Effekte, die jedoch therapeutisch keine wesentliche Rolle spielen.

          Ciclopiroxolamin (Hydroxypyridon)

          Ciclopiroxolamin wirkt auf den intrazellulären Eisen- und Enzymstoffwechsel der Pilze. Dadurch verliert die Zelle essenzielle Stoffwechselfunktionen und stirbt ab. Der Wirkstoff wirkt fungizid und zusätzlich antibakteriell, was ihn auch bei Mischinfektionen interessant macht.

          Fluconazol (Triazol-Azol; systemisch)

          Fluconazol hemmt, wie alle Azole, die Ergosterol-Synthese, wirkt jedoch systemisch und erreicht dadurch auch tiefere Schleimhautschichten. Es wirkt überwiegend fungistatisch und wird insbesondere bei chronisch rezidivierender Vulvovaginalkandidose (RVVC) eingesetzt. In der Langzeittherapie dient es der Suppression von Rezidiven. Fluconazol ist gut bioverfügbar, wird oral verabreicht und ist das leitlinienempfohlene Standardmedikament für die Erhaltungstherapie.

          Wichtig: In der Schwangerschaft dürfen systemische Triazole wie Fluconazol nicht eingesetzt werden.

          Im Anschluss an die Behandlung

          Nach einer antimykotischen Behandlung ist keine durch das Medikament verursachte Schleimhautschädigung zu erwarten. Bei chronisch rezidivierenden Vaginalmykosen liegt jedoch häufig schon im Vorfeld eine Störung des Vaginalmilieus vor, sodass eine gezielte Stabilisierung sinnvoll sein kann. Bei irritierter oder atrophischer Schleimhaut empfiehlt sich zunächst eine regenerierende Pflegephase, z. B. mit lipid-, vitamin-E- oder dexpanthenolhaltigen Präparaten. Anschließend kann, je nach mikrobiologischer Ausgangslage, eine probiotische Unterstützung erwogen werden, um den sauren pH-Wert zu stabilisieren und die physiologische Flora wiederaufzubauen. Während die Laktobazillenflora bei akuten Mykosen meist intakt bleibt, zeigen rezidivierende Verläufe häufiger qualitative oder quantitative Veränderungen.

          Mikrobiologisch gilt: Candida albicans kann als kommensaler Bewohner dauerhaft vorkommen und wird erst pathogen, wenn Milieu oder Abwehr aus dem Gleichgewicht geraten. Laktobazillen halten den pH-Wert im physiologisch sauren Bereich (3,8–4,4) und hemmen Hyphenbildung sowie Ausbreitung. Ein pH-Anstieg, etwa durch Menstruationsblut, Sperma, Antibiotika oder eine verminderte Lactobacillus-Aktivität, begünstigt dagegen eine infektiöse Aktivierung.

          Studien zeigen, dass eine laktobazillenreiche Flora einen wichtigen Schutzfaktor darstellt und bestimmte Stämme die Rezidivrate senken können. Aufgrund heterogener Daten wird der Einsatz probiotischer Präparate jedoch als mögliche, nicht zwingende Ergänzung empfohlen.

          Beratungskompetenz in der Apotheke

          Frauen mit wiederkehrenden Vaginalmykosen wenden sich häufig zunächst an die Apotheke. Neben fundiertem Fachwissen ist hier vor allem kommunikatives Feingefühl gefragt. Da das Thema für viele Patientinnen schambesetzt ist, sind eine diskrete, respektvolle und empathische Gesprächsführung entscheidende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beratung.

          PTA-Wissen kompakt: Chronische Vaginalmykose

          • Von einer chronisch-rezidivierenden Vaginalmykose spricht man, wenn typische Symptome mehr als viermal pro Jahr auftreten.
          • Neben Candida albicans spielen zunehmend Nicht-albicans-Arten (z. B. C. glabrata) eine Rolle, die oft weniger empfindlich gegenüber Azolen sind.
          • Typisch für eine Vaginalmykose ist ein ausgeprägter Juckreiz, der als besonders quälend empfunden wird und das Leitsymptom darstellt. Häufig treten zusätzlich Brennen, Rötungen, Schwellungen und ein wundes Gefühl im Genitalbereich auf. Akute Infektionen sind meist mit einem weißlich-bröckeligen, geruchlosen Ausfluss verbunden. Bei chronisch rezidivierenden Verläufen ist der typische weiß-bröckelige Ausfluss häufig weniger ausgeprägt und kann in manchen Fällen kaum wahrnehmbar sein.
          • Die chronische Vaginalmykose ist durch eine anhaltende Entzündung gekennzeichnet, die trotz Abklingen akuter Symptome bestehen bleibt. Sie ist mit einer chronischen Erkrankung vergleichbar und kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
          • Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenstörungen, allergisch-entzündliche Komponenten, immunmodulierende Therapien oder chronischer Stress erhöhen die Anfälligkeit deutlich.
          • Bei chronisch wiederkehrenden Scheidenpilzinfektionen kann es sinnvoll sein, potenzielle Persistenzquellen außerhalb der Vagina einzubeziehen. Auch die Verhütungsmethode kann eine Rolle spielen. Bei Verwendung eines Intrauterinpessars (Spirale) ist in manchen Fällen eine erhöhte Rezidivneigung beschrieben. Ein ärztliches Gespräch darüber, ob das Entfernen der Spirale zu einer Besserung beitragen könnte, ist daher empfehlenswert.
          • Bei chronisch rezidivierender Vulvovaginalkandidose empfiehlt die Leitlinie eine überwiegend orale Therapie mit Fluconazol in Form eines mehrstufigen Suppressionsschemas über mehrere Monate, basierend auf einer zuvor gesicherten mykologischen Diagnose.
          • Reife Candida-Biofilme sind sehr therapieresistent. In vitro zeigen Nystatin und vor allem Miconazol im Vergleich zu Fluconazol eine bessere Aktivität gegen Biofilm-Zellen, dennoch lassen sich etablierte Biofilme damit meist nicht vollständig beseitigen. Bei persistierenden Beschwerden ist deshalb eine gynäkologische Abklärung besonders wichtig.
          • Probiotika können das Scheidenmilieu stabilisieren und dadurch das Risiko weiterer Rückfälle reduzieren, besonders bei Frauen mit rezidivierenden Beschwerden.
          Autorin:
          PTA Redaktion

          Unsere Redaktion besteht aus ausgewählten PR-Redakteuren und -Beratern aus dem Bereich der Gesundheitskommunikation.

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          Geprüft von
          Stephanie Nitsch

          Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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          Literatur

          1. Russo R, Superti F, Karadja E, De Seta F. Randomised clinical trial in women with Recurrent Vulvovaginal Candidiasis: Efficacy of probiotics and lactoferrin as maintenance treatment. Mycoses. 2019 Apr;62(4):328-335. doi: 10.1111/myc.12883. Epub 2019 Feb 20. PMID: 30565745.
          2. Pane M and Chisari E (2024) Efficacy of Limosilactobacillus fermentum in the management of vulvovaginal candidiasis: comparative analysis with topical miconazole in a single-blind randomized clinical trial. Front. Microbiol. 15:1428590. doi: 10.3389/fmicb.2024.1428590
          3. Lehtoranta L, Ala-Jaakkola R, Laitila A und Maukonen J (2022) Gesunde vaginale Mikrobiota und Einfluss von Probiotika über die weibliche Lebensspanne. Vorderseite. Mikrobiol. 13:819958. doi: 10.3389/fmicb.2022.819958
          4. Noe-Letschnig, Marion. Rezidivierende Vulvovaginalcandidose: Überblick und Ausblick. Stand: 06.2020. Online verfügbar unter: https://www.universimed.com/ch/article/gynaekologie-geburtshilfe/rezidivierende-vulvovaginalcandidose-ueberblick-und-ausblick-2178952. Abgerufen am 28.08.21.
          5. Mendling. Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpingitis 2. erweiterte und vollständig neu bearbeitete Auflage
          6. Nobile CJ, Johnson AD. Candida albicans Biofilms and Human Disease. Annu Rev Microbiol. 2015;69:71-92. doi: 10.1146/annurev-micro-091014-104330. PMID: 26488273; PMCID: PMC4930275.
          7. AWMF S2k Leitlinie. Vulvovaginalcandidose. Stand:09.2020. Online verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-072l_S2k_Vulvovaginalkandidose_2020-10_01.pdf. Abgerufen am 28.08.21.
          8. Werner, Sabine. Ein Paradies für Pilze. Stand: 2017. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-37-2017/ein-paradies-fuer-pilze. Abgerufen am 28.08.21.
          9. Matsubara VH, Wang Y, Bandara HMHN, Mayer MPA, Samaranayake LP. Probiotic lactobacilli inhibit early stages of Candida albicans biofilm development by reducing their growth, cell adhesion, and filamentation. Appl Microbiol Biotechnol. 2016 Jul;100(14):6415-6426. doi: 10.1007/s00253-016-7527-3. Epub 2016 Apr 18. PMID: 27087525.
          10. Mendling, Werner. Vaginalinfektionen – Wissenswertes zu Behandlung und Prophylaxe. Stand: 2013. Online verfügbar unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-46-2013/vaginalinfektionen. Abgerufen am 28.08.21.
          11. NIHR Innovation Observatory (Hrsg.): Diclofenac–Clotrimazole for Vulvovaginal Candidiasis. Health Technology Briefing Nr. 31250, Version 1.0, Mai 2024. Newcastle University / National Institute for Health and Care Research (NIHR). Online verfügbar unter: https://www.io.nihr.ac.uk/…

          Inhalt

          • Wenn harmlose Hefen zum Problem werden
          • Therapie der chronischen Vaginalmykose
          • Überblick über wichtige Antimykotika
          • Beratungskompetenz in der Apotheke
          • PTA-Wissen kompakt: Chronische Vaginalmykose

          Frauenleiden Blasenentzündung: Neue Therapieansätze und wichtige Tipps

          Blasenentzündungen (Zystitiden) gehören zu den häufigsten Infektionen der Harnwege und betreffen vor allem Frauen. Sie entstehen meist durch das Eindringen von Escherichia coli Bakterien und äußern sich durch Symptome wie häufiges Wasserlassen sowie Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen.

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            Home Gesundheit Frauengesundheit
            Autor: PTA Redaktion
            Geprüft von: Stephanie Nitsch
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            Lesedauer ca. 3 min
            02.12.2025

            Ursachen einer bakteriellen Vaginose

            Von einer bakteriellen Vaginose (BV) spricht man, wenn die schützenden Milchsäurebakterien in der Vaginalflora durch bestimmte Bakterienarten, vor allem Gardnerella spp., verdrängt werden. Es entsteht ein Ungleichgewicht der vaginalen Mikroflora zugunsten pathogener Keime. Gardnerella spp. kommen auch in der gesunden Scheidenflora vor und sind in geringer Dichte unbedenklich. Das charakteristische Merkmal der bakteriellen Vaginose ist ein fest an der Vaginalwand haftender Biofilm. Dieser ist therapeutisch schwer zu beseitigen und gilt als Hauptursache der hohen Rezidivrate.

            Die Mechanismen, die zur übermäßigen Vermehrung von Gardnerella spp. und zum Verlust der Laktobazillen führen, sind bislang nicht vollständig geklärt. Vermutlich wirken mehrere Faktoren zusammen, darunter immunologische Prozesse, hormonelle Veränderungen und das individuelle Mikrobiom der Frau. Eine sexuelle Übertragung kann die Entwicklung oder Persistenz der BV zusätzlich begünstigen.

            Schützende Milchsäurebakterien

            Unter physiologischen Bedingungen dominieren Milchsäurebakterien (Laktobazillen, Döderlein-Stäbchen) und halten den vaginalen pH-Wert mit 3,8–4,4 im sauren Bereich. Sie schützen die Vaginalschleimhaut, indem sie Glykogen zu Milchsäure umwandeln und die Adhäsion potenziell pathogener Mikroorganismen verhindern. Zudem produzieren sie Wasserstoffperoxid, Bakteriocine und antimikrobiell wirksame Peptide, die das Wachstum anderer Keime hemmen.

            Syndrom

            Kommt es zur Dysbiose, werden die Laktobazillen verdrängt und durch fakultativ pathogene Bakterien ersetzt. Viele dieser Mikroorganismen sind natürlicher Bestandteil der Vaginalflora, führen jedoch erst durch Überwucherung zu klinisch relevanten Veränderungen. Im weiteren Verlauf bildet sich der charakteristische Biofilm, der die Behandlung erschwert und Rezidive begünstigt. Die BV wird heute als Syndrom verstanden, bei dem immunologische, mikrobiologische und ökologische Faktoren ineinandergreifen.

            An der Entstehung sind verschiedene Faktoren beteiligt. Zahlreiche vaginale Mikroorganismen entsprechen denen des Darms, sodass systemische und immunologische Prozesse auf beide Mikrobiome wirken können. Zu den relevanten Risikofaktoren zählen genetische und ethnische Unterschiede, hormonelle Schwankungen, Lebensstilfaktoren und sexuelle Übertragung.

            Der für viele Betroffene unangenehme, fischige Geruch entsteht durch die bakterielle Zersetzung von Eiweißbestandteilen zu flüchtigen Aminen (z. B. Trimethylamin). Diese entstehen insbesondere bei einem erhöhten vaginalen pH-Wert (≥ 4,5), wie er für die bakterielle Vaginose typisch ist, und werden durch den Kontakt mit alkalischem Milieu, etwa nach dem Geschlechtsverkehr, noch verstärkt. Er tritt nicht bei allen Betroffenen auf, wird jedoch häufig als besonders belastend empfunden.

            Bekannte Risikofaktoren für die Entstehung einer BV:

            • Genetik und Herkunft: Unterschiede in der Zusammensetzung der vaginalen Mikroflora zwischen Populationen.
            • Lebensstil: Rauchen, chronischer Stress, häufig wechselnde Sexualpartner, Übergewicht und übertriebene Intimhygiene beeinträchtigen das Scheidenmilieu. Auch Antibiotikatherapien können die Zahl schützender Laktobazillen verringern und die Vaginalflora schwächen.
            • Hormonelle Faktoren: Niedrige Östrogenspiegel sind mit einem erhöhten BV-Risiko assoziiert. Hormonelle Kontrazeptiva mit Östrogenanteil wirken tendenziell protektiv, während die Anwendung einer Kupferspirale das Risiko erhöhen kann.
            • Sexuelle Übertragung: Ein Zusammenhang mit sexueller Übertragung gilt als möglich. Gardnerella-Spezies wurden auch bei männlichen Partnern nachgewiesen (z. B. im Sperma oder Urin). Um das Risiko einer Reinfektion zu verringern, empfiehlt sich nach einer abgeschlossenen Behandlung die Verwendung von Kondomen beziehungsweise der Verzicht auf ungeschützten Geschlechtsverkehr.
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            Geprüft von
            Stephanie Nitsch

            Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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            Literatur

            1. Bacterial vaginosis. Guideline oft he DGGG, OEGGG and SGGG (S2k-Level, AWMF Registry No. 015-028, June 2023). https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-028l_S2k_Bakterielle-Vaginose_2023-07.pdf.
            2. Hohmann-Jeddi, Christina. Pharmazeutische Zeitung. Vaginale Mikrobiota. Schützende Mitbewohner. Stand: 13.07.2016. Online verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-282016/schuetzende-mitbewohner/. Abgerufen am 08.10.2021.
            3. Mendling, Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpingitis, 2. Auflage Springer (2006)

            Inhalt

            • Schützende Milchsäurebakterien
            • Syndrom
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              19.12.2025: Leitsymptom der akuten Vaginalmykose ist ein starker, oft quälender Juckreiz, insbesondere am Scheideneingang. Häufig treten zusätzlich Brennen, Rötung und Schwellung im Intimbereich auf. Die Diagnose erfolgt mittels Abstrich.

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              Home Gesundheit Frauengesundheit
              Autor: PTA Redaktion
              Geprüft von: Stephanie Nitsch
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              Lesedauer ca. 3 min
              02.12.2025

              Behandlung der bakteriellen Vaginose

              Eine bakterielle Vaginose (BV) erfordert eine gezielte antibiotische Therapie, um die ursächlichen Erreger zu eliminieren und die physiologische Vaginalflora wiederherzustellen.

              Für die Behandlung stehen Antibiotika und lokal wirksame Antiseptika zur Verfügung, die sowohl oral als auch vaginal angewendet werden können. Beide Therapieformen lassen sich kombinieren, um eine optimale Wirksamkeit zu erzielen. Zu den bewährten Antibiotika zählen Metronidazol und Clindamycin. Alternativ können Antiseptika wie Dequaliniumchlorid oder Octenidin lokal eingesetzt werden, insbesondere bei leichten Verlaufsformen oder bei Unverträglichkeiten gegenüber Antibiotika.

              Eine rechtzeitige Therapie ist entscheidend, da eine unbehandelte BV persistieren und zu aufsteigenden Infektionen führen kann. Die Behandlung zielt darauf ab, das bakterielle Ungleichgewicht zu korrigieren und die durch Gardnerella spp. dominierte Flora zu normalisieren.

              Wiederaufbau der Vaginalflora

              Klinische Studien belegen, dass der Einsatz von Laktobazillen die Heilung unterstützen und Rezidiven vorbeugen kann. Präparate mit probiotischen Kulturen oder Milchsäure können begleitend oder im Anschluss an die antibiotische Behandlung eingesetzt werden. Sie fördern die Regeneration des sauren Milieus und helfen, die geschädigte Vaginalflora zu stabilisieren.

              Laktobazillen senken den vaginalen pH-Wert durch die Bildung von Milchsäure, konkurrieren mit pathogenen Keimen um Adhäsionsstellen an der Vaginalschleimhaut und produzieren antimikrobiell wirksame Substanzen wie Wasserstoffperoxid und Bakteriocine. Durch diese Mechanismen tragen sie entscheidend zur Stabilität und Abwehrkraft der Vaginalflora bei.

              Ursachen für wiederkehrende Verläufe

              Wiederkehrende Infektionen sind häufig und stellen eine therapeutische Herausforderung dar. Sie entstehen meist dadurch, dass der bakterielle Biofilm, den Gardnerella spp. an der Vaginalwand bildet, durch die antibiotische Therapie nicht vollständig beseitigt wird. Dieser Biofilm schützt die Erreger vor antimikrobieller Wirkung und kann als Reservoir für erneute Infektionen dienen. Zudem werden in einzelnen Fällen Resistenzen, vor allem gegen Metronidazol, beobachtet. Beide Faktoren tragen zur hohen Rezidivrate der BV bei.

              Prävention und unterstützende Maßnahmen

              Neben der gezielten antibiotischen Behandlung spielen Maßnahmen zur Erhaltung der Vaginalgesundheit eine wichtige Rolle. Eine maßvolle Intimhygiene hilft, das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora zu bewahren. Übertriebene Reinigung, Vaginalspülungen oder der Einsatz aggressiver Produkte können das Milieu destabilisieren und die physiologische Intimflora schwächen. Für die tägliche Reinigung genügen klares Wasser oder milde, pH-adaptierte Waschlotionen. Hausmittel wie Joghurt-Tampons, Knoblauch oder Teebaumöl sind ungeeignet, da sie keine nachgewiesene Wirksamkeit besitzen und das empfindliche Scheidenmilieu zusätzlich irritieren können.

              Auch Probiotika können zur Stabilisierung des Scheidenmilieus beitragen. Eine längerfristige Anwendung kann das Immunsystem modulieren und die mikrobielle Balance unterstützen. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Stressvermeidung und ausreichend Schlaf fördert ebenfalls die Widerstandskraft.

              Darüber hinaus können auch Aspekte der Sexualhygiene zur Vorbeugung beitragen. So kann die konsequente Verwendung von Kondomen das Risiko einer Reinfektion senken. Beim Wechsel zwischen verschiedenen Sexualpraktiken empfiehlt sich der Gebrauch eines neuen Kondoms. Da Gardnerella spp. auch im männlichen Genitaltrakt vorkommen kann, kann in Einzelfällen eine Partnerdiagnostik und -behandlung erwogen werden.

              Fazit für die Beratung

              Die Behandlung der bakteriellen Vaginose erfolgt durch eine antibiotische Therapie, die die BV-typischen Keime gezielt reduziert und damit auch den fest anhaftenden Biofilm beeinflusst. Im Idealfall wird der Biofilm deutlich geschwächt. Anschließend unterstützt die Regeneration der Laktobazillenflora die Stabilisierung des vaginalen Milieus und kann helfen, erneute Beschwerden zu vermeiden.

              Autor
              PTA Redaktion

              Unsere Redaktion besteht aus ausgewählten PR-Redakteuren und -Beratern aus dem Bereich der Gesundheitskommunikation.

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              Geprüft von
              Stephanie Nitsch

              Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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              Literatur

              1. Bacterial vaginosis. Guideline oft he DGGG, OEGGG and SGGG (S2k-Level, AWMF Registry No. 015-028, June 2023). https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-028l_S2k_Bakterielle-Vaginose_2023-07.pdf.
              2. Mendling. Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpingitis, 2. Auflage Springer (2006)

              Inhalt

              • Wiederaufbau der Vaginalflora
              • Ursachen für wiederkehrende Verläufe
              • Prävention und unterstützende Maßnahmen
              • Fazit für die Beratung
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                19.12.2025: Leitsymptom der akuten Vaginalmykose ist ein starker, oft quälender Juckreiz, insbesondere am Scheideneingang. Häufig treten zusätzlich Brennen, Rötung und Schwellung im Intimbereich auf. Die Diagnose erfolgt mittels Abstrich.

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                02.12.2025

                Bakterielle Vaginose – Symptome und Diagnostik

                Die bakterielle Vaginose (BV) kann mit unterschiedlichen klinischen Ausprägungen einhergehen. Typisch ist ein vermehrter, dünnflüssiger, grau-weißlicher Fluor vaginalis, häufig begleitet von einem unangenehmen, fischartigen Geruch infolge der Bildung flüchtiger Amine. Der vaginale pH-Wert ist in der Regel ≥ 4,5.

                Weitere Symptome wie Brennen, Rötung, Juckreiz, Dysurie oder Dyspareunie können auftreten, sind jedoch nicht charakteristisch. Etwa die Hälfte der betroffenen Frauen ist asymptomatisch, was das Risiko für unerkannte, aufsteigende Infektionen erhöht. Solche Infektionen können sich durch Unterbauchschmerzen, Blutungsstörungen oder Fieber bemerkbar machen und erfordern eine ärztliche Abklärung. Besonders in der Schwangerschaft kann eine unbehandelte BV mit Komplikationen wie vorzeitigem Blasensprung, Zervixverkürzung, Frühgeburt oder intrauterinen Infektionen assoziiert sein.

                Da sich die Symptome einer BV teilweise mit denen anderer vaginaler Infektionen überschneiden (z. B. Candidose oder Trichomoniasis), ist eine differenzierte Diagnostik essenziell. Eine Selbstmessung des pH-Werts kann erste Hinweise auf eine Dysbiose liefern, ersetzt jedoch keine ärztliche Diagnose.

                Diagnostisches Vorgehen

                Die Diagnosestellung erfolgt nach klinischer Untersuchung und mikrobiologischer Analyse eines Vaginalabstrichs. Grundlage sind die Amsel-Kriterien und/oder der Nugent-Score.

                Amsel-Kriterien (1983)

                Eine BV gilt als gesichert, wenn mindestens drei der vier Kriterien erfüllt sind:

                1. Homogener, dünnflüssiger, grau-weißer Fluor
                2. Erhöhter pH-Wert > 4,5
                3. Positiver Amintest (fischiger Geruch nach Zugabe von 10 %iger Kalilauge)
                4. Nachweis von „Clue Cells“ – mit Bakterien übersäte Epithelzellen

                Nugent-Score

                Der Nugent-Score basiert auf einer mikroskopischen Beurteilung der Vaginalflora nach Gram-Färbung. Dabei werden Laktobazillen, Gardnerella spp. und Mobiluncus spp. quantitativ bewertet:

                Nugent-ScoreInterpretation
                0–3Normale Flora (negativ)
                4–6Intermediär, unklar
                7–10Bakterielle Vaginose wahrscheinlich

                Die Kombination aus klinischem Bild, pH-Wert und mikrobiologischem Befund ermöglicht eine sichere Diagnose und dient als Grundlage für die Therapieentscheidung.

                Differentialdiagnostik

                Zur Abgrenzung kommen insbesondere folgende Erkrankungen in Betracht:

                • Trichomoniasis: Schaumiger, gelblich-grünlicher Ausfluss; erhöhter pH-Wert; Nachweis von Trichomonas vaginalis im Nativpräparat.
                • Vaginale Candidose: Weißlich-bröckeliger, aber geruchloser Fluor, häufig Juckreiz und Brennen; pH meist < 4,5; mikroskopisch Pseudomyzelien und Sporen.
                • Andere Kolpitiden bakterieller oder unspezifischer Genese.

                Die Differentialdiagnose ist entscheidend, da sich die Therapie der BV grundlegend von der Behandlung mykotischer oder parasitärer Infektionen unterscheidet.

                Klinische Relevanz

                Eine unbehandelte BV kann über aufsteigende Infektionen zu Zervizitis, Endometritis, Salpingitis oder Adnexitis führen und damit auch die Fertilität beeinträchtigen. Im Rahmen einer Schwangerschaft sind Komplikationen wie Frühgeburt oder vorzeitiger Blasensprung möglich. Daher sollten alle Patientinnen mit entsprechenden Symptomen, insbesondere Schwangere, frühzeitig gynäkologisch untersucht und behandelt werden.

                Differentialdiagnose: Bakterielle Vaginose, Trichomoniasis und vaginale Candidose

                KriteriumBakterielle Vaginose (BV)TrichomoniasisVaginale Candidose
                Ätiologie / EntstehungsursacheVerdrängung der Laktobazillen durch Gardnerella spp. und andere Anaerobier; Bildung eines Biofilms an der VaginalwandInfektion mit dem Protozoon Trichomonas vaginalis, sexuell übertragbarÜbermäßige Vermehrung von Hefepilzen bei gestörter Scheidenflora oder Immunsuppression
                Leitender ErregerGardnerella spp. (Anaerobierdominanz)Trichomonas vaginalis (Parasit)Candida albicans (Hefepilz, seltener C. glabrata)
                Scheidenausfluss – MengeMeist vermehrtMeist vermehrtVariabel
                Scheidenausfluss – FarbeGrau-weißlichGelblich-grünlich oder bräunlichWeißlich
                Scheidenausfluss – KonsistenzDünnflüssig, homogenSchaumig, flüssigKrümelig bis flockig („bröckelig“)
                GeruchTypisch fischartig (Amingeruch)Scharf, unangenehmIn der Regel geruchlos
                Vaginaler pH-Wert≥ 4,5≥ 4,5Meist normal (< 4,5)
                ScheidenschleimhautKeine entzündlichen VeränderungenErytheme, punktförmige Blutungen am Gebärmutterhals („Erdbeer-Zervix“)Erytheme, Ödeme oder Rhagaden möglich
                Mikroskopischer Befund (Vaginalabstrich)„Clue Cells“ – mit Bakterien bedeckte EpithelzellenNachweis von Trichomonas vaginalis und LeukozytenNachweis von Pseudomyzelien und Sporen, ggf. Leukozyten
                Reaktion auf Kalilauge (10 % KOH-Test)Fischgeruch verstärkt sich (positiver Amintest)Keine charakteristische ReaktionPilzstrukturen (Pseudomyzelien) werden deutlicher sichtbar

                (modifiziert nach Weisner und Gätje; Quelle: Dissertation A. L. Reißhauer)

                Autor
                PTA Redaktion

                Unsere Redaktion besteht aus ausgewählten PR-Redakteuren und -Beratern aus dem Bereich der Gesundheitskommunikation.

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                Geprüft von
                Stephanie Nitsch

                Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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                Literatur

                1. Bacterial vaginosis. Guideline oft he DGGG, OEGGG and SGGG (S2k-Level, AWMF Registry No. 015-028, June 2023). https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-028l_S2k_Bakterielle-Vaginose_2023-07.pdf.
                2. Lechner, Monika. Infektiologische Ursachen und Folgen von Frühgeburt. Dissertation zum Erwerb des Doktorgrades der Zahnheilkunde an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München vorgelegt von Monika Lechner aus München 2013. Mit Genehmigung der Medizinischen Fakultät der Universität München. Online verfügbar unter: https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16310/1/Lechner_Monika.pdf. Abgerufen am 02.07.2024.
                3. Mendling, W. (o. D.). Frühgeburt durch Störung der Scheidenflora. Online verfügbar unter: http://werner-mendling.de/portfolio-items/fruehgeburt-durch-stoerung-der-scheidenflora/. Abgerufen am 02.07.2024.
                4. Richard Amsel, Patricia A. Totten, Carol A. Spiegel, Kirk C.S. Chen, David Eschenbach, King K. Holmes, Nonspecific vaginitis: Diagnostic criteria and microbial and epidemiologic associations, The American Journal of Medicine, Volume 74, Issue 1, 1983, Pages 14-22, https://doi.org/10.1016/0002-9343(83)91112-9.
                5. Nugent RP, Krohn MA, Hillier SL, Reliability of diagnosing bacterial vaginosis is improved by standardized method of gram stain interpretation. J Clin Micorbiol 1991; 29; 297–301
                6. Reißhauer, Anne Luise. Dissertation vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité –Universitätsmedizin Berlin. Datum der Promotion: 06.03.2020. Untersuchung der Verteilung von Gardnerella vaginalis -Genotypen bei Frauen mit bakterieller Vaginose mittels Fluoreszenz in situ Hybridisierung‘s (FISH) Sonden. Online verfügbar unter: https://d-nb.info/120618146X/34. Abgerufen am 03.03.21.

                Inhalt

                • Diagnostisches Vorgehen
                • Amsel-Kriterien (1983)
                • Nugent-Score
                • Differentialdiagnostik
                • Klinische Relevanz
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