Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der DAK nehmen immer mehr Arbeitnehmer gezielt leistungssteigernde Substanzen ein, um im Job besser dazustehen. Obwohl die positiven Effekte der Mittel laut Studie klar überschätzt werden ist allerorten von „Neuroenhancement“ die Rede, grob übersetzt: „Gehirnverbesserung“. Ein durchaus attraktiver Gedanke: Mittels einfacher Medikamenteneinnahme seine geistigen Potenziale ausschöpfen. Abgesehen von der Frage, ob dies mit den fraglichen Mitteln überhaupt möglich ist, treten in diesem Zusammenhang ethisch-moralische Problemstellungen auf: Darf man alles, was man kann? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich das Projekt „Pharmakologisches Neuroenhancement – Zwischen planbarem Wissenstransfer und nicht intendierten Rückwirkungen“ der Universität Mainz.

„Der rasante Fortschritt in den modernen Neurotechnologien innerhalb der letzten Jahre eröffnet der Medizin immer neue und weitreichendere Möglichkeiten, um von außen Funktionen des Gehirns zu modulieren und zu verändern. Die Frage, inwieweit Medikamente (…) auch zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit von Gesunden eingesetzt werden können und sollten, wird dabei in der Wissenschaft kontrovers diskutiert“ heißt es auf der Projekt-Webseite. Eine spannende Frage, denn die Medikamente bergen in den Augen der Forscher Potenzial „sowohl was den gesellschaftlichen Bedarf als auch was den ökonomischen Nutzen für die Hersteller angeht“.

Ein weiterer Aspekt, der in dem Forschungsprojekt beleuchtet wird, ist die Rolle der Medien bei der Vermittlung von Wissen über Neuroenhancement. Denn diese Rolle ist durchaus zwiespältig: In verschiedenen Medien, die über die Studie berichteten, wurde darauf eingegangen, dass viele dieser Mittel schwere Nebenwirkungen haben können und ein hohes Suchtpotenzial bergen. Auf fast jeder dieser Seiten fand sich jedoch auch eine Liste, mit welchen Stoff sich angeblich welche Wirkung erzielen lasse.

Wer selbst Erfahrungen mit Leistungssteigernden Substanzen am Arbeitsplatz hat, kann sich an dem Forschungsprojekt beteiligen, indem er sich als Interviewpartner meldet.


UMFRAGE: Forschung an leistungssteigernden Medikamenten – Chance oder Risiko?
Quellen