Immer häufiger erkranken Erwachsene an der bakteriellen, meldepflichtigen Infektionserkrankung Keuchhusten. Die Krankheit ist hochansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen.1 Sie zählt weltweit zu den häufigsten Infektionserkrankungen der Atemwege.2 Die sogenannte Kinderkrankheit wird immer noch verharmlost, dabei raten Mediziner dringend zur empfohlenen Impfung und zur regelmäßigen Auffrischung.

 

Keuchhusten-Auslöser und Merkmale der Erkrankung

Die Erkrankung wird durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst und durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das klinische Bild zeigt sich anfänglich in Form einer Erkältung. Darauffolgend kommt es zu den charakteristischen, krampfartigen Hustenanfällen mit einziehender Atmung, die dem Keuchhusten seinen Namen verleiht. Diese treten vorzugsweise nachts auf, meist gepaart mit Abhusten zähem Schleims und Erbrechen. Die Erkrankungszeit dauert bis zu 6 Wochen, daran anschließend folgt eine 6-10-wöchige Erholungsphase. Wichtig ist jedoch, dass sich die klassische Symptomatik bei Jugendlichen und Erwachsenen oftmals abgeschwächt zeigt. Anhand des Krankheitsverlaufes und einer zuverlässigen Laboruntersuchung kann die Diagnose gestellt werden.

Zahl der Keuchhusten-Meldungen nimmt drastisch zu

Anfang Januar meldetet der NDR, dass sich die Pertussis Fälle in Mecklenburg-Vorpommern im letzten Jahr verdoppelten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales mit.

Säuglinge besonders gefährdet

Für erkrankte Säuglinge besteht die größte Gefahr, die Erkrankung kann aufgrund möglicher Apnoen lebensbedrohlich sein. Zudem machen weitere, mögliche Komplikationen eine stationäre Behandlung notwendig. Rund ein Drittel bis zur Hälfte aller erkrankten Säuglinge stecken sich bei ihren Eltern an. Auch unbemerkt können infizierte Personen die Erreger weitergeben. In anderen Ländern, wie beispielsweise USA und England, wird die Impfung während der Schwangerschaft konkret empfohlen. Neueste Auswertungen schließen auf einen verbesserten Nestschutz in den ersten Wochen junger Säuglinge durch mütterliche Antikörper. Die Impfung während der Schwangerschaft verlief ohne erkennbare Risiken im SS-Verlauf oder direkte Schädigungen der Feten.3,4,5

Keuchhusten vorbeugen und Ansteckung vermeiden

Wie lauten die aktuellen Empfehlungen?

  • In Deutschland empfiehlt die STIKO eine Impfung bislang noch für Frauen im gebärfähigem Alter sowie vor einer geplanten Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt.
  • Generell wird Erwachsenen ein Kombinationsimpfstoff im Zusammenhang mit einer nötigen Tetanus/ Diphtherie Auffrischung empfohlen.6
  • Ebenso sollten betreuende Personen Neugeborener wie beispielsweise die Großeltern einen sicheren Impfstatus berücksichtigen. Bei Kontakt zu Erkrankten sollte vorsichtshalber eine Antibiotikaeinnahme erfolgen, so soll Ausbruch und Weitergabe der Infektion abgewendet werden.3,4,5

Betroffene verwechseln die atypisch verlaufenden Hustenattacken oftmals mit einer Bronchitis. Daher empfehlen Experten bei Husten, der hartnäckig über mehrere Wochen anhält, an Keuchhusten zu denken. Unbehandelt kann der Keuchhusten chronisch werden, Komplikationen wie beispielsweise Sekundärinfektionen, insbesondere die Lungenentzündung oder Rippen-und Leistenbrüche können die Folge sein.3,4,5,7

Hier findet Ihr die aktuellen Empfehlungen der STIKO.

Was Ihr als PTA wissen solltet

  • Keuchhusten zählt zu den meldepflichtigen, bakteriellen Infektionserkrankungen
  • Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion
  • Eine Weitergabe der Erreger ist auch durch nicht erkrankte Personen möglich
  • Die Antibiotikatherapie soll den Krankheitsverlauf mildern und eine Weitergabe verhindern
  • Die Diagnose wird anhand des Krankheitsverlaufes sowie einer Laboruntersuchung auf entsprechende Antikörper gestellt
  • Patienten sollten bei Verdacht (über Wochen anhaltender Husten) an einen Arzt verwiesen werden
  • Insbesondere Säuglinge sind gefährdet, die Übertragung erfolgt durch infizierte betreuende Personen
  • Erwachsenen wird eine Kombinationsimpfung in Verbindung mit der nötigen Tetanus-Auffrischung empfohlen
  • In anderen Ländern wurde erfolgsversprechend während der Schwangerschaft geimpft
  • In Deutschland empfiehlt die STIKO die Keuchhusten-Impfung bislang vor der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt
  • Um Komplikationen wie Sekundärinfektionen zu vermeiden, sollten Erwachsene langanhaltenden Husten ärztlich abklären lassen
  • Neue Leitlinie: Wann ist Husten verdächtig auf Keuchhusten?

Quellenangaben