Während die berechtigte Aufregung um vermutlich gefälschte Studien aus Indien noch anhält, widmete sich das British Medical Journal solchen Studien, die zwar aus vertrauenswürdigen Quellen kommen, aber trotzdem unseriös scheinen:
Das Blatt analysierte über 450 Pressemeldungen führender britischer Universitäten, in denen Erfolge in der medizinischen Forschung verkündet wurden, und 700 dazu veröffentlichte Zeitungsartikel. Ziel der Analyse war es, herauszufinden, wer für die Verzerrungen und Übertreibungen verantwortlich sei, die zu falschen Erwartungen und Hoffnungen der Öffentlichkeit führen könnten, und wer die zum Teil weit hergeholten Handlungsempfehlungen aus diesen Forschungsergebnissen ableite.

Das Ergebnis der Studie wirft kein gutes Licht auf die Pressestellen der Universitäten, die als Hauptverursacher der Übertreibungen identifiziert wurden. Die Medien griffen diese zwar auf, seien aber nur in einem Bruchteil der Fälle Urheber weiter Übertreibungen oder unbegründeter Ratschläge. Zugleich schien der Grad der Übertreibung aber keinen Einfluss darauf zu haben, ob eine Pressemeldung von den Medien überhaupt aufgegriffen wurde.

Die Verfasser der Studie sehen den Konkurrenzdruck unter den Universitäten sowie den Trend zur Eigenwerbung als Hauptursache für die überzogenen Meldungen und gelangen dadurch zu einem optimistischen Schluss:
Wenn der Großteil der Verzerrung schon in der akademischen Welt geschehe, dann habe man auch dort den Einfluss und die Möglichkeit, diese zu unterbinden und somit einen wichtigen Unterschied für die Qualität gesundheitsbezogener Nachrichten zu machen.

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