Weißer Hautkrebs ist unauffällig, tritt aber häufiger auf als der bekanntere schwarze Hautkrebs. Bei frühzeitiger Identifikation der Vorstufen kann ihm gut entgegengewirkt werden.

Die Bezeichnung weißer Hautkrebs oder heller Hautkrebs ist irreführend, denn die sichtbaren Symptome sind in der Regel rötlich, bräunlich oder leicht gelb eingefärbte Verhornungen. Mediziner sprechen daher eher vom Basaliom (Basalzellenkarzinom) oder Plattenepithelkarzinom (Spinaliom). Die unterschiedlichen Bezeichnungen kommen im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Formen des weißen Hautkrebses zur Anwendung.

Formen des weißen Hautkrebs

Es werden zwei Formen des weißen Hautkrebses unterschieden:

  • Das Basalzellenkarzinom (auch Basaliom) entsteht in der Basalzellschicht der Haut. Hierbei handelt es sich um die Zellschicht der Haut, in der die Regeneration stattfindet, sich also neue Zellen bilden, die zur Oberfläche aufsteigen. Das Basaliom ist die häufigste Form von Hautkrebs in Deutschland.
  • Das Plattenepithelkarzinom (auch Spinaliom) entsteht in den Stachelzellen der Haut. Diese Schicht liegt direkt über der basalen und in ihr beginnt die Verhornung der Haut.

Entstehung und Risikofaktoren

Sowohl für das Basalzellenkarzinom als auch das Plattenepithelkarzinom spielt die über lange Jahre hinweg gesammelte UV-Belastung eine Rolle. Beim Basaliom schlägt allerdings die Intensität der UV-Belastung zusätzlich zu Buche – so kann die Entstehung eines Basalzellenkarzinoms vermutlich auch bei vereinzelter, aber intensiver Sonnenbestrahlung begünstigt werden. Deswegen entstehen beide Krebsformen oft auf den sogenannten „Sonnenterassen“, also auf Nase, Ohren und Stirn oder bei lichtem Haar auf dem Kopf. Weiterhin sind häufig Nacken und Hände sowie die Oberlippe betroffen. Spinaliome treten auch an anderen Stellen des Körpers auf.

Da die Dauer der UV-Belastung eine Rolle für die Entstehung spielt, tritt der helle Hautkrebs öfter bei Menschen ab 60 Jahren auf. Helle Hauttypen (Hauttyp I und II) sind generell eher betroffen, zudem spielen genetische Faktoren eine Rolle. Externe Risikofaktoren sind beispielsweise der Kontakt mit giftigen Stoffen wie Arsen oder Teer sowie Strahlenschäden oder eine medizinisch notwendige Immunsuppression. Männern und Frauen sind in etwa gleich oft von hellem Hautkrebs betroffen, wobei die Männer den leicht größeren Anteil haben.

Symptome bei weißem Hautkrebs

Das Plattenepithelkarzinom hat eine gut erkennbare Vorstufe: Aktinische Keratosen. Hierbei handelt es sich um klar abgegrenzte, rötliche Flecken, die sich trocken und leicht rau (Sandpapierartig) anfühlen. Die aktinische Keratose ist an sich nicht bösartig, kann aber entarten und sollte daher umgehend behandelt werden.

Heller Hautkrebs schmerz normalerweise nicht und tritt nur optisch in Erscheinung. An den betroffenen Hautstellen treten bräunlich, rötlich oder sogar gelblich verfärbte Knötchen oder Krusten auf. Gelegentlich bluten diese, wenn sich Krusten lösen. Eine rein optische Identifikation ist jedoch kaum möglich und Gewissheit bringt nur die ärztliche Biopsie.

Therapie des weißen Hautkrebs

Basalzellenkarzinome streuen in der Regel keine Metastasen und sind gut behandelbar, können aber ins Nachbargewebe wachsen. Aus diesem Grund nennt man sie „halbbösartig“. Sie werden meist chirurgisch entfernt, bei größeren Karzinomen kommt auch Bestrahlung zur Anwendung. Seit einiger Zeit gibt es auch medikamentöse Behandlungsformen mit Cremes. Die deutsche Krebshilfe gibt die Heilungswahrscheinlichkeit mit 95% an.

Plattenepithelkarzinome werden ebenfalls meist chirurgisch entfernt. Sie können Metastasen streuen und sind somit potentiell tödlich. Daher ist in manchen Fällen die Entfernung der umgebenden Lymphknoten nötig. Auch Chemotherapie kann zum Einsatz kommen. Wird bereits die Vorstufe, die aktinische Keratose, behandelt, stehen die Heilungschancen sehr gut – die deutsche Krebshilfe spricht hier von nahezu 100%.

Was ihr als PTA wissen solltet

  • Die betroffenen Hautpartien bei hellem Hautkrebs können verfärbt, knotig oder verschorft sein.
  • Es ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland.
  • Ursache ist in den meisten Fällen jahrelang andauernde UV-Bestrahlung.
  • Er tritt häufig auf Sonnenterasen auf (Kopf, Nacken, Hände).
  • Das Plattenepithelkarzinom hat eine Vorstufe, die aktinische Keratose, die gut behandelbar ist.

Quellen und weiterführende Informationen