Antibiotika bei unkomplizierter Appendizitis: Langzeitdaten stützen Einsatz als Behandlungsoption

Zehnjährige Nachbeobachtung einer randomisierten Studie
Bei erwachsenen Patient:innen mit unkomplizierter akuter Appendizitis kann eine primäre Antibiotikatherapie auch langfristig eine Behandlungsoption darstellen. Das zeigen die Ergebnisse einer zehnjährigen beobachtenden Nachbeobachtung von Patient:innen, die initial antibiotisch behandelt wurden. Die Studie wurde im Fachjournal JAMA veröffentlicht.
Studiendesign
Untersucht wurden erwachsene Patient:innen mit bildgebend gesicherter, unkomplizierter akuter Appendizitis, die zunächst eine Antibiotikatherapie erhielten. In der Langzeitnachbeobachtung über bis zu zehn Jahre wurden Rückfälle sowie die Häufigkeit späterer Appendektomien erfasst.
Zentrale Ergebnisse der Langzeitnachbeobachtung
Nach zehn Jahren zeigten sich folgende Ergebnisse:
- Die tatsächliche Rückfallrate der Appendizitis, bestätigt durch histopathologische Befunde, lag bei 37,8 %.
- Die kumulative Appendektomierate betrug 44,3 %.
Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Patient:innen im Beobachtungszeitraum von zehn Jahren keine operative Entfernung des Wurmfortsatzes benötigte, obwohl initial auf eine Operation verzichtet wurde.
Schlussfolgerung der Autor:innen
Auf Grundlage dieser Langzeitdaten kommen die Autor:innen zu dem Ergebnis, dass die beobachtete Rückfall- und Appendektomierate den Einsatz von Antibiotika als Option bei unkomplizierter akuter Appendizitis bei erwachsenen Patient:innen unterstützt.
Bedeutung für die Einordnung
Die Studie zeigt, dass eine antibiotische Therapie bei ausgewählten erwachsenen Patient:innen mit unkomplizierter akuter Appendizitis nicht nur kurzfristig, sondern auch über einen langen Nachbeobachtungszeitraum eine mögliche Behandlungsstrategie darstellt. Eine Appendektomie war im Langzeitverlauf nicht bei allen Patient:innen erforderlich.
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