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Home Ursachen einer bakteriell…
Autor: PTA Redaktion
Geprüft von: Stephanie Nitsch
Lesezeichen
Lesedauer ca. 3 min
21.04.2026

Ursachen einer bakteriellen Vaginose

Von einer bakteriellen Vaginose (BV) spricht man, wenn die schützenden Milchsäurebakterien in der Vaginalflora durch bestimmte Bakterienarten, vor allem Gardnerella spp., verdrängt werden. Es entsteht ein Ungleichgewicht der vaginalen Mikroflora zugunsten pathogener Keime. Gardnerella spp. kommen auch in der gesunden Scheidenflora vor und sind in geringer Dichte unbedenklich. Das charakteristische Merkmal der bakteriellen Vaginose ist ein fest an der Vaginalwand haftender Biofilm. Dieser ist therapeutisch schwer zu beseitigen und gilt als Hauptursache der hohen Rezidivrate.

Die Mechanismen, die zur übermäßigen Vermehrung von Gardnerella spp. und zum Verlust der Laktobazillen führen, sind bislang nicht vollständig geklärt. Vermutlich wirken mehrere Faktoren zusammen, darunter immunologische Prozesse, hormonelle Veränderungen und das individuelle Mikrobiom der Frau. Eine sexuelle Übertragung kann die Entwicklung oder Persistenz der BV zusätzlich begünstigen.

Schützende Milchsäurebakterien

Unter physiologischen Bedingungen dominieren Milchsäurebakterien (Laktobazillen, Döderlein-Stäbchen) und halten den vaginalen pH-Wert mit 3,8–4,4 im sauren Bereich. Sie schützen die Vaginalschleimhaut, indem sie Glykogen zu Milchsäure umwandeln und die Adhäsion potenziell pathogener Mikroorganismen verhindern. Zudem produzieren sie Wasserstoffperoxid, Bakteriocine und antimikrobiell wirksame Peptide, die das Wachstum anderer Keime hemmen.

Syndrom

Kommt es zur Dysbiose, werden die Laktobazillen verdrängt und durch fakultativ pathogene Bakterien ersetzt. Viele dieser Mikroorganismen sind natürlicher Bestandteil der Vaginalflora, führen jedoch erst durch Überwucherung zu klinisch relevanten Veränderungen. Im weiteren Verlauf bildet sich der charakteristische Biofilm, der die Behandlung erschwert und Rezidive begünstigt. Die BV wird heute als Syndrom verstanden, bei dem immunologische, mikrobiologische und ökologische Faktoren ineinandergreifen.

An der Entstehung sind verschiedene Faktoren beteiligt. Zahlreiche vaginale Mikroorganismen entsprechen denen des Darms, sodass systemische und immunologische Prozesse auf beide Mikrobiome wirken können. Zu den relevanten Risikofaktoren zählen genetische und ethnische Unterschiede, hormonelle Schwankungen, Lebensstilfaktoren und sexuelle Übertragung.

Der für viele Betroffene unangenehme, fischige Geruch entsteht durch die bakterielle Zersetzung von Eiweißbestandteilen zu flüchtigen Aminen (z. B. Trimethylamin). Diese entstehen insbesondere bei einem erhöhten vaginalen pH-Wert (≥ 4,5), wie er für die bakterielle Vaginose typisch ist, und werden durch den Kontakt mit alkalischem Milieu, etwa nach dem Geschlechtsverkehr, noch verstärkt. Er tritt nicht bei allen Betroffenen auf, wird jedoch häufig als besonders belastend empfunden.

Bekannte Risikofaktoren für die Entstehung einer BV:

  • Genetik und Herkunft: Unterschiede in der Zusammensetzung der vaginalen Mikroflora zwischen Populationen.
  • Lebensstil: Rauchen, chronischer Stress, häufig wechselnde Sexualpartner, Übergewicht und übertriebene Intimhygiene beeinträchtigen das Scheidenmilieu. Auch Antibiotikatherapien können die Zahl schützender Laktobazillen verringern und die Vaginalflora schwächen.
  • Hormonelle Faktoren: Niedrige Östrogenspiegel sind mit einem erhöhten BV-Risiko assoziiert. Hormonelle Kontrazeptiva mit Östrogenanteil wirken tendenziell protektiv, während die Anwendung einer Kupferspirale das Risiko erhöhen kann.
  • Sexuelle Übertragung: Ein Zusammenhang mit sexueller Übertragung gilt als möglich. Gardnerella-Spezies wurden auch bei männlichen Partnern nachgewiesen (z. B. im Sperma oder Urin). Um das Risiko einer Reinfektion zu verringern, empfiehlt sich nach einer abgeschlossenen Behandlung die Verwendung von Kondomen beziehungsweise der Verzicht auf ungeschützten Geschlechtsverkehr.
Autor
PTA Redaktion

Unsere Redaktion besteht aus ausgewählten PR-Redakteuren und -Beratern aus dem Bereich der Gesundheitskommunikation.

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Geprüft von
Stephanie Nitsch

Stephanie Nitsch hat ihren Abschluss als examinierte Krankenschwester an der Universität zu Lübeck absolviert und arbeitete 10 Jahre im Operationsdienst verschiedener Fachgebiete. Als geprüfte Pharmareferentin besuchte sie anschließend neurologische und urologische Facharztpraxen, Kliniken und Apotheken. Im European Surgical Institute, dem europäischen Schulungszentrum der Firma Johnson&Johnson für minimal-invasive Chirurgie, betreute sie die CME-Kurse (Continuing Medical Education) für Chirurgen und war für die Schulung der neuen Außendienstmitarbeiter verantwortlich. Als spätere Gebietsmanagerin lagen ihr die Aus- und Weiterbildung sowie die klinische Anwendungsberatung des Ethicon-Produktportfolios im Operationssaal besonders am Herzen. Als medizinische Redakteurin unserer Healthcare-Abteilung verfasst sie Fachpublikationen und Patienteninformationen.

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Literatur

  1. Bacterial vaginosis. Guideline oft he DGGG, OEGGG and SGGG (S2k-Level, AWMF Registry No. 015-028, June 2023). https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-028l_S2k_Bakterielle-Vaginose_2023-07.pdf.
  2. Hohmann-Jeddi, Christina. Pharmazeutische Zeitung. Vaginale Mikrobiota. Schützende Mitbewohner. Stand: 13.07.2016. Online verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-282016/schuetzende-mitbewohner/. Abgerufen am 08.10.2021.
  3. Mendling, Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpingitis, 2. Auflage Springer (2006)

Inhalt

  • Schützende Milchsäurebakterien
  • Syndrom
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