Symptome und Diagnostik der akuten Vaginalmykose
Vaginalmykosen (Vulvovaginalkandidosen) treten vorwiegend bei Frauen im reproduktiven Alter auf und gehören zu den häufigsten Infektionen des weiblichen Genitaltrakts. Etwa 70 bis 75 Prozent aller Frauen erleiden im Laufe ihres Lebens mindestens eine Episode. Hauptverursacher ist der Hefepilz Candida albicans, der zum natürlichen Mikrobiom des Körpers gehört und in geringer Menge meist unproblematisch ist. Unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise bei geschwächtem Immunsystem, hormonellen Veränderungen oder nach einer Antibiotikatherapie, kann sich der Pilz jedoch übermäßig vermehren und eine Infektion auslösen. Während der Schwangerschaft oder in Phasen ausgeprägter hormoneller Umstellungen wird die Entstehung einer akuten Vaginalmykose zusätzlich begünstigt.
Nach den Wechseljahren ist eine Vaginalmykose dagegen deutlich seltener. Durch den sinkenden Östrogenspiegel und die damit einhergehende Veränderung des Schleimhautmilieus kommt es eher zu Pilzinfektionen des äußeren Intimbereichs (Vulva) oder anderer Hautareale.
Trotz der typischen Symptomatik wird der Scheidenpilz in seiner Häufigkeit überschätzt. Nur etwa ein Drittel der Frauen, die sich wegen Juckreiz oder Ausfluss ärztlich untersuchen lassen, leidet tatsächlich an einer Candida-Infektion. Die übrigen Beschwerden beruhen meist auf anderen Ursachen wie Mischinfektionen, unspezifischen Irritationen oder hormonellen Veränderungen.

Charakteristische Beschwerden einer akuten Vaginalmykose
Die Symptome einer Vaginalmykose sind meist charakteristisch. Leitsymptom ist ein starker, oft quälender Juckreiz, insbesondere am Scheideneingang. Häufig treten zusätzlich Brennen, Rötung und Schwellung im Intimbereich auf. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder ein Brennen beim Wasserlassen können auftreten. Typisch ist ein weißlich-bröckeliger oder cremiger Ausfluss, der im Gegensatz zu bakteriellen Infektionen in der Regel geruchlos bleibt. Im Intimbereich zeigen sich häufig Rötungen und Reizungen der Schleimhaut.
Die Beschwerden zeigen sich häufig zyklusabhängig und treten oft kurz vor der Menstruation auf, wenn der Östrogenspiegel steigt und Hefepilze günstigere Wachstumsbedingungen vorfinden. Da ähnliche Symptome auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können, sollte ein Juckreiz im Intimbereich grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden, insbesondere während der Schwangerschaft oder bei wiederkehrenden Episoden.
Diagnostik der Vaginalmykose
Die Diagnostik erfolgt in der gynäkologischen Praxis. Zunächst grenzt die Ärztin oder der Arzt im Anamnesegespräch mögliche Ursachen anhand der beschriebenen Beschwerden ein. Anschließend wird im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung ein Vaginalabstrich entnommen, der mikroskopisch auf Pilzzellen oder andere Erreger untersucht wird. Ergänzend kann die Bestimmung des vaginalen pH-Werts hilfreich sein: Bei einer Vaginalmykose liegt dieser in der Regel im physiologischen Bereich, während er bei bakteriellen Infektionen meist erhöht ist. Steht die Diagnose fest, erfolgt die Behandlung mit einem geeigneten Antimykotikum, das lokal oder systemisch angewendet wird.
Differenzialdiagnose bei vaginalem Ausfluss – charakteristische Befunde im Vergleich
| Symptom / Befund | Bakterielle Vaginose | Trichomonaden-Infektion | Vaginalmykose (Candiose) |
| Geruch | Unauffällig bis unangenehm, fischartig (typisch bei pH-Erhöhung) | Stechend oder scharf, häufig intensiver als bei BV | In der Regel geruchsneutral, gelegentlich leicht säuerlich |
| Ausfluss (Fluor vaginalis) | Dünnflüssig, homogen, weißlich-grau verfärbt | Gelblich-grün, oft schaumig und vermehrt | Zunächst dünnflüssig, später weißlich und bröckelig („Hüttenkäse-artig“) |
| Juckreiz und lokale Irritation | Meist nicht vorhanden; Schleimhaut unauffällig | Häufig ausgeprägt, mit Rötung und Brennen | Stark ausgeprägt; deutliche Rötung und Schwellung der Vulva und Vaginalschleimhaut |
| Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) | Selten | Häufig | Gelegentlich |
| Vaginaler pH-Wert | Erhöht (≥ 4,5) | Erhöht (≥ 4,5) | In der Regel normal (3,8 – 4,4) |
| Laktobazillenflora | Deutlich reduziert oder fehlend | Reduziert | Meist erhalten; nach Antibiotikatherapie ggf. vermindert |
Quelle: Fessler, B. (2018). DAZ.online, 12. April 2018.
Wiederkehrende Beschwerden
Von einer chronischen oder rezidivierenden Vaginalmykose spricht man, wenn vier oder mehr Infektionen pro Jahr auftreten. Etwa fünf von hundert Frauen sind hiervon betroffen. In solchen Fällen wird eine Pilzkultur angelegt, um die genaue Pilzart zu bestimmen und die Therapie entsprechend anzupassen. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, eine Partnerbesiedelung oder andere begünstigende Faktoren vorliegen.
Auch psychische und körperliche Belastung können eine Rolle spielen, da Stress die Immunabwehr nachweislich schwächt. Kommt es immer wieder zu Infektionen, kann eine längerfristige Behandlung erforderlich sein.
Fazit: Für die pharmazeutische Beratung ist entscheidend, dass nicht jeder Juckreiz im Intimbereich auf eine Mykose zurückzuführen ist. Eine ärztliche Abklärung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Gynäkologie ist unerlässlich, um Fehldiagnosen, unnötige Selbstmedikation und Resistenzentwicklungen zu vermeiden. Zwar sind gängige Antimykotika zur lokalen Behandlung ohne Rezept erhältlich, dennoch sollte die Anwendung immer unter fachkundiger Beratung erfolgen, insbesondere wenn Symptome untypisch, rezidivierend oder therapieresistent sind. PTA können betroffene Kundinnen darüber informieren, dass eine akute Vaginalmykose in der Regel schnell und gut behandelbar ist, gleichzeitig aber eine ärztliche Abklärung erforderlich bleibt, wenn Beschwerden wiederholt auftreten, ungewöhnlich stark ausgeprägt sind oder während der Schwangerschaft bestehen.
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Ursachen einer akuten Vaginalmykose
Eine Vaginalmykose zählt zu den häufigsten Infektionen im weiblichen Genitalbereich. Auslöser ist in der Mehrzahl der Fälle der Hefepilz Candida albicans, seltener treten andere Arten wie Candida glabrata oder Candida krusei auf. Hefepilze sind keine klassischen Krankheitserreger, sondern gehören bei vielen Frauen ganz natürlich zur Scheidenflora sowie zum Mikrobiom des Darms, der Haut und des Mund- und Rachenraums. Sie leben dort meist unauffällig, ohne Beschwerden zu verursachen. Erst wenn das empfindliche Gleichgewicht der Vaginalflora gestört wird, kann sich Candida albicans übermäßig vermehren und eine Infektion auslösen.
In den meisten Fällen handelt es sich um eine endogene Infektion: Der Hefepilz ist bereits auf oder im Körper vorhanden und gelangt von dort in die Scheide. Eine direkte Ansteckung von außen spielt nur eine untergeordnete Rolle. Zwar kann Candida albicans beim Intimkontakt übertragen werden, doch allein die Übertragung führt in der Regel nicht zu einer Erkrankung. Damit sich tatsächlich eine Infektion entwickelt, müssen begünstigende Faktoren hinzukommen, etwa eine geschwächte Immunabwehr, hormonelle Veränderungen oder eine gestörte Scheidenflora.

Schützendes Gleichgewicht der Scheidenflora
Unter physiologischen Bedingungen halten Milchsäurebakterien (Laktobazillen, auch Döderlein-Stäbchen genannt) das Scheidenmilieu stabil und schützen vor pathogenen Keimen. Sie wandeln Glykogen, das unter dem Einfluss von Östrogen in der Vaginalschleimhaut gespeichert wird, in Milchsäure um. Dadurch bleibt der pH-Wert der Scheide mit 3,8 bis 4,4 im leicht sauren Bereich – eine Umgebung, in der sich krankmachende Mikroorganismen nur schwer vermehren können.
Allerdings tritt eine Vaginalmykose in vielen Fällen auch dann auf, wenn der pH-Wert im Normbereich liegt. Entscheidend ist weniger der pH-Wert selbst als die funktionelle Balance der vaginalen Mikroflora. Zwar kann in manchen Fällen die Zahl der Laktobazillen reduziert sein, doch häufig bleibt sie weitgehend erhalten. Die Infektion entsteht, wenn lokale Abwehrmechanismen geschwächt sind oder Hefepilze wie Candida albicans günstige Wachstumsbedingungen vorfinden, beispielsweise durch eine vorübergehende Immunminderung.
Begünstigende Faktoren
Verschiedene Einflüsse können das Gleichgewicht der Scheidenflora verändern und damit eine Pilzinfektion begünstigen. Zu den wichtigsten zählen:
- Hormonelle Veränderungen: Der Hefepilz Candida albicans verfügt über Rezeptoren, die auf Östrogen reagieren. Ein erhöhter Östrogenspiegel, etwa in der ersten Zyklushälfte, in der Schwangerschaft oder unter hormoneller Kontrazeption, kann daher das Wachstum des Pilzes fördern. Auch während einer Hormonersatztherapie kann das Risiko steigen.
- Grunderkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenstörungen, Allergien oder Neurodermitis können die lokale Immunabwehr schwächen. Bei Diabetes begünstigt zudem der erhöhte Glukosegehalt im Vaginalmilieu das Pilzwachstum.
- Medikamente: Nach einer Antibiotikatherapie entwickeln viele Frauen eine Scheidenpilzinfektion. Ursache ist vermutlich die Beeinträchtigung der natürlichen Scheidenflora: Antibiotika unterscheiden nicht zwischen krankmachenden und schützenden Bakterien und können daher auch die Milchsäurebakterien (Laktobazillen) verringern, die wesentlich zur Stabilität des vaginalen Milieus beitragen.
- Immunschwäche und Stress: Ein geschwächtes Immunsystem oder anhaltende psychische Belastung können die Abwehrkräfte der Schleimhaut beeinträchtigen.
- Übertriebene Intimhygiene: Häufige Scheidenspülungen, parfümierte Waschlotionen oder Intimdeos können das natürliche Milieu reizen und das Risiko für Infektionen erhöhen.
- Lebensstil und äußere Einflüsse: Eine zuckerreiche Ernährung, feucht-warme Umgebungen sowie Reibung oder kleine Verletzungen im Intimbereich, etwa durch enge Kleidung, Sport oder Geschlechtsverkehr, können die Schleimhautbarriere schwächen und damit das Wachstum von Candida albicans begünstigen.
- Risiken im Schwimmbad: Gechlorte öffentliche Schwimmbecken gelten als unkritisch und stellen wahrscheinlich kein relevantes Ansteckungsrisiko für Scheidenpilz dar. Beheizte Whirlpools dagegen können ein günstiges Umfeld für Pilzerreger bieten. Durch die Wärme und den längeren Aufenthalt quillt die Haut im Intimbereich leicht auf und wird dadurch anfälliger für Keime. Eine Ansteckung über Oberflächen wie Toilettensitze oder Türklinken ist hingegen sehr unwahrscheinlich, da Pilzerreger an der Luft schnell absterben.
- Risiken durch eine zuckerreiche Ernährung: Einige Fachleute gehen davon aus, dass eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung das Pilzwachstum begünstigen kann. Auch Lebensmittel mit hohem Hefegehalt oder bestimmte Milchprodukte werden in diesem Zusammenhang genannt. Eine sogenannte Anti-Pilz-Diät gilt jedoch als überholt: Candida albicans kann seinen Stoffwechsel anpassen und überlebt auch ohne Zuckerzufuhr – das „Aushungern“ des Pilzes funktioniert daher nicht. Dennoch kann eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung das Immunsystem und das Darmmikrobiom unterstützen und dadurch indirekt helfen, einer Scheidenpilzinfektion vorzubeugen.
Wiederkehrende Scheidenpilzinfektionen
Treten Scheidenpilzinfektionen mehr als viermal pro Jahr auf, spricht man von einer chronisch rezidivierenden Vaginalmykose . Etwa fünf Prozent der Frauen sind davon betroffen. In solchen Fällen bilden sich häufig widerstandsfähige Sporen, die lange im Körper verbleiben und Rückfälle begünstigen. Auch eine Partnerbesiedelung kann zum sogenannten Ping-Pong-Effekt führen. Eine ärztliche Abklärung inklusive Pilzkultur und ggf. Mitbehandlung des Partners sind in diesen Fällen angezeigt.
Lebensphasen und hormonelle Einflüsse
Da das Wachstum von Candida albicans eng an den Östrogenspiegel gekoppelt ist, tritt eine Vaginalmykose vor allem im gebärfähigen Alter auf. In der Pubertät und während der Schwangerschaft sind hormonelle Veränderungen besonders ausgeprägt, wodurch die Infektionsneigung steigt. Nach den Wechseljahren nimmt das Risiko dagegen deutlich ab, da der Östrogenspiegel sinkt und die Schleimhaut weniger Glykogen enthält. In dieser Lebensphase sind Pilzinfektionen eher im äußeren Intimbereich zu finden.
Übertragung und Ansteckungsrisiko
Eine Vaginalmykose entsteht meist nicht durch Ansteckung, sondern durch eine Störung des mikrobiellen Gleichgewichts. Dennoch ist eine Übertragung beim Geschlechtsverkehr möglich. Insbesondere bei wiederkehrenden Infektionen kann es sinnvoll sein, den Partner mitbehandeln zu lassen. Bei Männern zeigt sich eine Candida-Infektion selten, meist in Form einer Balanitis mit Juckreiz, Rötung und Belägen an der Eichel.
Fazit für die Beratung
Akute Vaginalmykosen sind häufig, aber meist harmlos und gut behandelbar. Für die betroffene Frau ist wichtig zu wissen, dass sie in den meisten Fällen endogen entstehen und nicht Ausdruck mangelnder Hygiene sind. Eine ausgewogene Intimhygiene, ein stabiles Immunsystem und die Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapien tragen wesentlich dazu bei, das Gleichgewicht der Scheidenflora zu erhalten. Bei wiederkehrenden Infektionen sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.
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Provectis® nutra 2 in 1 – Eine smarte Kombination für mehr Balance
Probiotika & Mikronährstoffe – abgestimmt auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden.
Mit Provectis® nutra 2 in 1 erhalten Sie eine Produktlinie, die patentierte und dokumentierte probiotische Kulturen mit funktionellen Mikronährstoffen sinnvoll kombiniert. Die Formulierungen sind praxisnah aufgebaut und auf typische Beratungssituationen abgestimmt.
Ob bei erhöhter Belastung, unausgewogener Ernährung oder zur täglichen Ergänzung – Provectis® nutra 2 in 1 steht für eine moderne Unterstützung der Ernährung im Alltag Ihrer Kundinnen und Kunden.

Das Konzept – Gezielte Synergie aus Probiotika und Mikronährstoffen
- Probiotische Komponente: Patentierte Milchsäurebakterien (Lactiplantibacillus plantarum INDUCIA® DSM 21379, TENSIA® DSM 21380, MCC1 DSM 23881) sowie dokumentierte Bifidobacterium-Stämme (Bifidobacterium longum DSM 20219, Bifidobacterium infantis DSM 33361).
- Mikronährstoffkomponente: Gezielt ausgewählte Vitamine und Mineralstoffe mit zugelassenen Funktionen, gemäß Health-Claims-Verordnung – etwa zur Unterstützung der normalen Immunfunktion, des Energiestoffwechsels oder der Knochengesundheit.
- Synergien: Forschungen mit verschiedenen probiotischen Stämmen weisen darauf hin, dass Probiotika die Aufnahme und Verwertung bestimmter Nährstoffe beeinflussen können.
Umgekehrt können Vitamine und Mineralstoffe das innere Milieu positiv beeinflussen und so Rahmenbedingungen schaffen, in denen probiotische Kulturen ihre Eigenschaften entfalten können. Die Kombination beider Komponenten ergibt ein durchdachtes Zusammenspiel, das den Ansatz von Provectis unterstützt.
Übersicht der probiotischen Kulturen im Provectis®-Portfolio
Lactiplantibacillus plantarum INDUCIA® (DSM 21379)
EP2288360B1: Patentiert als Probiotikum mit Bezug zur natürlichen Immunfunktion; im Patent beschrieben für Anwendungen in Lebensmitteln und Arzneimitteln.
EP3193895B1: Patentiert als Stamm mit hypocholesterinämischen und antimikrobiellen Eigenschaften; im Patent beschrieben mit Aktivität u. a. gegen Clostridium difficile.
Lactiplantibacillus plantarum TENSIA® (DSM 21380)
EP2309870B1: Patentiert als Probiotikum mit antimikrobiellen und antihypertensiven Eigenschaften; im Patent beschrieben für den Einsatz in Lebensmitteln und medizinischen Präparaten sowie zur Hemmung pathogener Keime in Lebensmitteln.
Lactiplantibacillus plantarum MCC1 (DSM 23881)
EP2678419B1: Patentiert als Stamm mit proteolytischer Aktivität (Hydrolyse von Milchproteinen); im Patent beschrieben für Anwendungen im Zusammenhang mit Nahrungsmittelallergien (Hypoallergenität), urogenitalen Beschwerden (LUTS/BPH), oxidativem Stress und Entzündungen.
Bifidobacterium longum (DSM 20219)
Wissenschaftlich dokumentiert:
- Häufiger Bestandteil der menschlichen Darmmikrobiota.
- In Studien untersucht im Zusammenhang mit Mikrobiota-Balance und immunologischen Fragestellungen.
- Publikationen berichten über Daten zu Verdauung, Stoffwechsel und gastrointestinaler Verträglichkeit.
Bifidobacterium infantis (DSM 33361)
Wissenschaftlich dokumentiert:
- Typischer Bestandteil der Darmmikrobiota in der frühen Lebensphase.
- In Studien untersucht im Zusammenhang mit Mikrobiota, Immunmodulation und Barrierefunktion.
- Einzelne Publikationen untersuchen den möglichen Nutzen bei gastrointestinalen Beschwerden.
Provectis® Produktportfolio im Überblick

ProFem – Iron Advantage
PZN / EAN
CH01115375 / 7649988209819
ProFem kombiniert die dokumentierten und patentierten Milchsäurebakterienstämme Lactiplantibacillus plantarum INDUCIA® (DSM 21379) und Lactiplantibacillus plantarum TENSIA® (DSM 21380) mit Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Vitamin D und Vitamin K.
Die ernährungsphysiologischen Eigenschaften von L. plantarum INDUCIA® und L. plantarum TENSIA® sowie die darin enthaltenen Mikronährstoffe sind aufeinander abgestimmt und können synergistisch wirken.
Einsatzbereiche:
- Personen mit besonderem Fokus auf Eisenversorgung und Blutbildung
- Frauen in hormonellen Umstellungsphasen (z. B. Perimenopause, Menopause)
- Mädchen im Wachstum und zu Beginn des Menstruationszyklus
- Schwangere Frauen mit erhöhtem Eisen- und Kalziumbedarf
Funktion der Mikronährstoffe:
- Eisen und Vitamin B12 tragen zu einer normalen Bildung der roten Blutkörperchen und des Hämoglobins bei und helfen, Müdigkeit und Ermüdung zu verringern.
- Folsäure und Vitamin B12 tragen zu einer normalen Blutbildung und einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.
- Vitamin K und Vitamin D tragen zum Erhalt normaler Knochen bei.
- Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor bei.
ProPulse – Heart Vitality
PZN / EAN
CH01115377 / 7649988209840
ProPulse kombiniert den patentierten und dokumentierten Milchsäurebakterienstamm Lactiplantibacillus plantarum TENSIA® (DSM 21380) mit Niacin, Thiamin, Vitamin B6, Folsäure, Vitamin B12, Zink, Selen und Kalium.
Die Mikronährstoffe sind sorgfältig dosiert und formuliert, um die dokumentierten Vorteile des Stammes L. plantarum TENSIA® zu unterstützen und eine synergistische Wirkung zu fördern.
Einsatzbereiche:
- Personen, die besonderen Wert auf Herzfunktion und Blutdruckparameter legen
- Menschen in Zeiten hoher körperlicher oder geistiger Beanspruchung
- Ältere Menschen mit spezifischem Bedarf an kardiovaskulärer Unterstützung
Funktion der Mikronährstoffe:
- Niacin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
- Thiamin trägt zu einer normalen Herzfunktion bei.
- Vitamin B6, Folsäure, Vitamin B12 tragen zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.
- Selen und Zink tragen zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.
- Zink trägt zu einem normalen Fettsäurestoffwechsel bei.
- Kalium trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.
ProFlex – Active Support
PZN / EAN
CH01115374 / 7649988209826
ProFlex kombiniert die dokumentierten, patentierten Milchsäurebakterien Lactiplantibacillus plantarum INDUCIA® (DSM 21379) und Lactiplantibacillus plantarum MCC1 (DSM 23881) mit den Vitaminen D und K.
Das Produktkonzept basiert auf den sich ergänzenden ernährungsphysiologischen Eigenschaften von Probiotika und Mikronährstoffen, die so aufeinander abgestimmt sind, dass sie synergistisch wirken.
Einsatzbereiche:
- Personen mit erhöhter körperlicher Belastung (z. B. Training, körperlich anspruchsvolle Berufe)
- Menschen in Lebensphasen mit besonderem Unterstützungsbedarf der Mikrobiota (z. B. Regeneration, Alter, Stress, hormonelle Veränderungen)
Funktion der Mikronährstoffe:
- Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
- Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen und einer normalen Muskelfunktion bei.
- Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor bei.
ProShield – Daily Advantage
PZN / EAN
CH01115378 / 7649988209857
ProShield kombiniert den patentierten und dokumentierten Milchsäurebakterienstamm Lactiplantibacillus plantarum INDUCIA® (DSM 21379) mit Vitamin C, Vitamin D und gefriergetrocknetem Heidelbeerpulver (Vaccinium myrtillus).
Die Kombination aus L. plantarum INDUCIA®, Vitaminen und Heidelbeerpulver wurde so zusammengestellt, dass ihre Eigenschaften synergistisch wirken können.
Einsatzbereiche:
- In der Erkältungszeit und in saisonalen Übergängen
- Während oder nach einer Antibiotikatherapie (zeitlich versetzt einnehmen)
- Auf Reisen mit erhöhtem Infektionsrisiko
Funktion der Mikronährstoffe:
- Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems, zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
- Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
ProFeel – Inner Harmony
PZN / EAN
CH01115376 / 7649988209833
ProFeel enthält eine wirksame Kombination aus dokumentierten probiotischen Kulturen der Gattungen Lactiplantibacillus und Bifidobacterium, die sorgfältig ausgewählt und in präklinischen und klinischen Studien getestet wurden, um die Vielfalt und Stabilität der Darmmikrobiota zu erhalten und wiederherzustellen.
Einsatzbereiche:
- Während und nach einer Antibiotikatherapie (zeitlich versetzt einnehmen)
- In Zeiten mit erhöhtem Infektionsrisiko
- In Phasen physischer oder psychischer Belastung
- Auf Reisen mit wechselnden Ernährungs- oder Hygienebedingungen
- Geeignet für Schwangere
Die Stämme von ProFeel wurden mit mehreren positiven Wirkungen in Verbindung gebracht:
- Erhaltung der Vielfalt der intestinalen Mikrobiota,
- Unterstützung der Wiederbesiedlung mit nützlichen Bakterienpopulationen (Laktobazillen und Bifidobakterien) nach einer Störung (zum Beispiel nach einer Antibiotikatherapie),
- Förderung der Produktion nützlicher Metabolite wie kurzkettiger Fettsäuren,
- Aufrechterhaltung der normalen Durchlässigkeit und Integrität der Darmbarriere,
- Modulation der immunologischen Toleranz auf Darmebene,
- Beitrag zum Schutz des intestinalen Ökosystems in Situationen des Ungleichgewichts.
Ihre Vorteile auf einen Blick
- Synergistisches Konzept – Kombination aus patentierten und dokumentierten probiotischen Stämmen (L. plantarum INDUCIA® DSM 21379, TENSIA® DSM 21380, MCC1 DSM 23881, B. longum DSM 20219, B. infantis DSM 33361) mit gezielt ausgewählten Vitaminen und Mineralstoffen, die gemeinsam wirken.
- Technologische Qualität – HPMC-Kapseln (DR-0), magensaftresistent, schützen die empfindlichen Kulturen und Mikronährstoffe beim Durchgang durch den Magen und gewährleisten eine gezielte Freisetzung im Darm. Der Keimgehalt ist bis zum Ende der Haltbarkeitsdauer garantiert.
- Hohe Anwenderfreundlichkeit – hygienische und einfache Einnahme ohne Anrühren, ideal für den täglichen Gebrauch.
- Verträglichkeit – frei von Laktose, Gluten, Soja und Präbiotika wie Inulin oder FOS; je nach Variante vegan oder vegetarisch; auch geeignet für empfindliche Personen, insbesondere bei Fruktoseintoleranz, SIBO oder empfindlicher Verdauung.
- Praxisgerechtes Design – für die tägliche Anwendung, als Kur oder zur Langzeiteinnahme konzipiert. Trocken und bei Temperaturen unter 25 °C lagern, keine Kühlung erforderlich. Die Kulturen sind bis zum angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum stabil. Verpackung in Schraubdose oder Sachet, schützt vor Licht, Feuchtigkeit und Oxidation.
Unser Qualitätsversprechen
Provectis® steht für hohe Standards in Entwicklung, Herstellung und Produktsicherheit.
- Entwickelt in Zusammenarbeit mit renommierten mikrobiologischen Forschungsinstituten (z. B. BioCC, Estland).
- Zum Einsatz kommen dokumentierte, technologisch stabile und patentierte Bakterienstämme (z. B. TENSIA®, INDUCIA®, MCC1).
- Hergestellt nach GMP-Standards mit chargenbezogenen Prüfzertifikaten.
- Laborgeprüfte Reinheit und Stabilität bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum.
- Pflanzliche HPMC-Kapseln (DR-0) – vegan, stabil und gut magenverträglich.
- Frei von Gelatine, Gluten, Laktose, Soja und Gentechnik.
- Alle Produkte sind frei von Zuckerzusätzen, Füllstoffen und Präbiotika wie Inulin oder FOS.
Provectis® – Partnerschaftlich. Wissenschaftlich. Praxisnah.
Provectis® versteht sich als verlässlicher Partner für Fachpersonen im Apotheken- und Drogerieumfeld. Mit Provectis® 2 in 1 bieten wir Ihnen eine klar strukturierte Produktlinie, in der Milchsäurebakterien und Mikronährstoffe sinnvoll kombiniert sind, um die unterschiedlichen Bedürfnisse Ihrer Kundinnen und Kunden gezielt zu unterstützen.
Haben Sie Fragen oder wünschen Sie weitere Informationen?
Unser Team ist gerne für Sie da:
Provectis® Healthcare AG
Riehenring 173
CH-4058 Basel
Tel.: +41 61 22 00 664
E-Mail: contact@provectis.ch
Mehr über uns und unsere Produkte erfahren Sie unter:
www.provectis.ch
www.provectis-healthcare.com
Hinweis
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene Tagesdosis darf nicht überschritten werden. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren.
Diese Informationen richten sich ausschließlich an Fachpublikum (z. B. Apotheker:innen, PTA, Ärzt:innen) und sind nicht für Endverbraucher:innen bestimmt.
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Chronischer Scheidenpilz
Scheidenpilzinfektionen zählen zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen. Die unkomplizierte akute Vaginalmykose lässt sich in der Regel rasch und zuverlässig mit lokal angewendeten Antimykotika behandeln. Bei einem Teil der Betroffenen kehrt die Infektion jedoch nach kurzer Zeit zurück, teils mit wiederkehrendem Verlauf. Wiederkehrende Infektionen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen und stellen sowohl für die betroffene Frau als auch für das betreuende Fachpersonal eine besondere Herausforderung dar.

Von einer chronischen Scheidenpilzinfektion oder rezidivierenden Vaginalmykose sprechen Fachleute, wenn die typischen Symptome, also Juckreiz, Rötung, Schwellung und ein veränderter, in der Regel geruchloser Ausfluss, mehr als viermal pro Jahr auftreten. Die Infektion betrifft nicht nur die Scheide (Vagina), sondern häufig auch die Vulva, weshalb medizinisch korrekterweise von einer Vulvovaginalkandidose gesprochen wird.
Bei der chronisch rezidivierenden Vulvovaginalkandidose (RVVC) ist Candida albicans weiterhin der häufigste Erreger. Nicht-albicans-Arten treten jedoch bei wiederholten Infektionen häufiger auf als bei Erstinfektionen. Bei Candida glabrata besteht von Natur aus eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Azol-Antimykotika wie Fluconazol, zusätzlich werden Resistenzen häufiger beobachtet. Candida krusei zeigt eine natürliche Unempfindlichkeit gegenüber Fluconazol. Wird dieser Erreger nachgewiesen, sollte daher auf ein alternativ wirksames Antimykotikum zurückgegriffen werden.
Wenn harmlose Hefen zum Problem werden
Hefepilze der Gattung Candida, insbesondere Candida albicans, sind natürliche Bewohner der Haut- und Schleimhautflora. Sie werden normalerweise durch das Immunsystem und die physiologische Vaginalflora kontrolliert. Erst bei einer stärkeren Vermehrung der Hefepilze führt die Besiedlung zu einer Entzündungsreaktion mit den typischen Beschwerden.
Das bloße Vorhandensein von Candida albicans ist normalerweise unbedenklich. Treffen mehrere begünstigende Faktoren zusammen, etwa hormonelle Veränderungen, eine geschwächte Abwehr oder lokale Reizungen, kann sich daraus eine Vaginalmykose entwickeln.
Besonders häufig betroffen sind Frauen mit geschwächtem Immunsystem, etwa infolge chronischer Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenstörungen, ebenso wie Patientinnen unter Chemotherapie oder längerfristiger Antibiotikabehandlung. Auch psychischer Stress, hormonelle Veränderungen oder eine erbliche Veranlagung können die Anfälligkeit erhöhen.
Vaginalmykose und Östrogen
Ein weiterer Grund, warum Frauen im gebärfähigen Alter besonders häufig betroffen sind, liegt in der hormonellen Situation: Unter dem Einfluss von Östrogen lagert sich vermehrt Glykogen in die Zellen der Vaginalschleimhaut ein. Wird die schützende Laktobazillenflora gestört oder verändert sich das Milieu, können die daraus entstehenden Zuckerabbauprodukte das Wachstum von Candida albicans begünstigen. In der östrogenisierten Vagina ist eine Kolonisation daher häufiger, eine symptomatische Infektion entsteht jedoch meist erst durch zusätzliche Störfaktoren wie eine Dysbiose, lokale Abwehrschwäche oder eine Antibiotikatherapie.
Vaginalmykose und Schwangerschaft
Schwangere haben aufgrund der hormonellen Veränderungen und der natürlichen Anpassung des Immunsystems ein erhöhtes Risiko für Vaginalmykosen. Bei etwa jeder dritten Schwangeren lassen sich Hefepilze in der Scheidenflora nachweisen.
Der deutlich höhere Östrogenspiegel in der Schwangerschaft führt zu einer verstärkten Glykogeneinlagerung im Vaginalgewebe. Östrogene erleichtern zudem den Formwechsel des Pilzes hin zu seiner invasiveren, krankmachenden Variante. Candida kann über spezifische Andockstellen (Östrogenrezeptoren) auf diese Hormone reagieren, was das erhöhte Vorkommen während der Schwangerschaft zusätzlich erklärt.
Biofilm und chronische Entzündung
Candida albicans kann sich auf der Vaginalschleimhaut sowie auf Fremdmaterial wie Intrauterinpessaren zu stabilen Biofilmen organisieren. Innerhalb dieser strukturierten Zellverbände wandelt sich der Pilz von einem harmlosen Kommensalen zu einem potenziell pathogenen Erreger. Der Biofilm schützt ihn effektiv vor Antimykotika und Immunzellen. Dadurch kann Candida in der Schleimhaut persistieren und bei geschwächter lokalen Abwehr immer wieder entzündliche Episoden auslösen – ein zentraler Mechanismus chronisch-rezidivierender Vaginalmykosen.
Antibiotika als Risikofaktor
Nach einer Antibiotikatherapie entwickeln viele Frauen Pilzinfektionen im Intimbereich. Der Zusammenhang ist wissenschaftlich gut belegt, die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch vielschichtig: Antibiotika können die schützende Laktobazillenflora beeinträchtigen und dadurch den vaginalen pH-Wert erhöhen. Fehlen diese Milchsäurebakterien, verliert die Vaginalschleimhaut ihren natürlichen Schutz und Candida albicans findet günstigere Wachstumsbedingungen.
Laktobazillen gelten als natürliche Gegenspieler von Hefen, da sie das Milieu durch Milchsäureproduktion sauer halten, antimikrobielle Substanzen bilden und um Nährstoffe und Haftstellen konkurrieren. Solange diese Flora intakt ist, bleibt Candida meist ein harmloser Mitbewohner. Wird sie jedoch durch Antibiotika, hormonelle Einflüsse oder lokale Reizungen gestört, steigt das Risiko einer Infektion.
Nicht alle Antibiotika wirken gleich stark auf das Milieu: Schmal wirksame Präparate wie Penicillin V, Makrolide oder Nitrofurantoin beeinträchtigen die Flora kaum oder nur vorübergehend. Nach einer Antibiotikatherapie kann es sinnvoll sein, die Vaginal- und Darmflora gezielt zu regenerieren, etwa durch probiotische Laktobazillenpräparate, insbesondere bei Frauen mit wiederkehrenden Infektionen oder bekannt empfindlicher Schleimhaut.
Therapie der chronisch rezidivierenden Vulvovaginalkandidose (RVVC)
Die lokale Behandlung mit Antimykotika bildet das Fundament jeder Therapie der Vulvovaginalkandidose. Akute Infektionen lassen sich meist erfolgreich mit topisch angewendeten Wirkstoffen behandeln, da diese direkt an der Vaginal- und Vulvaschleimhaut hohe Wirkstoffkonzentrationen erreichen und rasch zur Symptomlinderung führen. Bei ausgedehnten oder besonders beschwerdeintensiven Verläufen kann zusätzlich zur leitliniengerechten systemischen Suppression eine begleitende lokale Therapie erwogen werden.
Bei chronisch rezidivierender RVVC sollte die Behandlung auf mehreren Säulen beruhen: Dazu gehört die Abklärung möglicher Grunderkrankungen sowie Infektionsquellen aus Darm oder Mundraum, die als Reservoir dienen können; bei wiederholten Rezidiven kann eine ergänzende Behandlung dieser Bereiche (z. B. Mundspülungen mit Chlorhexidin oder eine unterstützende Darmsanierung) hilfreich sein. Systemische Antimykotika wie Fluconazol verteilen sich über den Blutkreislauf und erreichen tiefere Schleimhautschichten.
Ziel der Behandlung ist nicht die vollständige Eliminierung aller Hefen, sondern die Wiederherstellung eines stabilen mikrobiellen Gleichgewichts, in dem Candida albicans als Teil der natürlichen Flora bestehen kann, ohne Beschwerden zu verursachen.
Die Leitlinie empfiehlt bei chronischer RVVC eine systemische Langzeittherapie mit Fluconazol, um wiederkehrende Symptome zu kontrollieren und die Kolonisationslast dauerhaft zu senken. Fluconazol wirkt zuverlässig auf frei vorkommende Candida albicans-Zellen, erreicht aber etablierte Biofilme nur eingeschränkt. In vitro zeigen Nystatin und insbesondere Miconazol eine bessere Aktivität gegenüber frühen oder weniger stabilen Candida-Biofilmen als Fluconazol. Reife Biofilme bleiben jedoch hochresistent und erfordern eine speziesbezogene Therapie, ggf. Off-Label Ansätze. Die Kombination aus systemischer Suppression und lokaler Milieustabilisierung bleibt ein wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzeptes.
Therapieempfehlung nach S2k-Leitlinie (AWMF 015/072, 09/2020)
Bei chronischer RVVC empfiehlt die Leitlinie eine überwiegend orale Therapie, häufig als suppressive Langzeitbehandlung. Bewährt hat sich das stufenweise Schema mit Fluconazol 200 mg:
- Woche 1: 200 mg oral an 3 Tagen pro Woche
- 2 Monate: 200 mg 1× wöchentlich (bei Beschwerde- bzw. Pilzfreiheit)
- 4 Monate: 200 mg alle 2 Wochen
- 6 Monate: 200 mg 1× monatlich
Dieses Regime kann die Rezidivrate deutlich senken; nach Absetzen sind jedoch erneute Schübe möglich. Alternativ wurde eine Erhaltungstherapie mit 150 mg Fluconazol 1× wöchentlich über 6 Monate untersucht.
Non-albicans-Arten
Bei Infektionen durch Non-albicans-Spezies, insbesondere Candida glabrata, sollten nach mykologischer Diagnostik alternative Wirkstoffe eingesetzt werden, insbesondere topisches Nystatin oder Ciclopiroxolamin. Candida krusei ist gegenüber Fluconazol wirkungslos; nach einer Clotrimazol-Primärtherapie kann ein Wechsel auf Nystatin oder Ciclopiroxolamin erfolgen.
Therapie in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft, besonders im 1. Trimenon, soll eine VVC laut Leitlinie mit topischem Clotrimazol behandelt werden, um Risiken für das ungeborene Kind zu minimieren. Systemisches Fluconazol und andere orale Triazole sind wegen möglicher Embryotoxizität zu vermeiden. Eine 6–7-tägige topische Behandlung in den letzten Schwangerschaftswochen wird empfohlen, um eine Kolonisation des Neugeborenen während der Geburt zu reduzieren. In der Schwangerschaft soll auf die Verwendung des Applikators verzichtet werden.
Partnerbehandlung
Die routinemäßige Behandlung asymptomatischer Partner wird nicht empfohlen. Bei Symptomen oder Hefenachweis beim Partner kann eine Einmalgabe von 150 mg Fluconazol in Erwägung gezogen werden.
Probiotika
Probiotische Präparate können nach Leitlinie einen prophylaktischen Nutzen haben, insbesondere bei chronischer RVVC. So zeigt beispielsweise Lactobacillus rhamnosus antagonistische Eigenschaften gegenüber Candida: Durch die Senkung des pH-Wertes, die Konkurrenz um Adhäsionsstellen sowie die Bildung antimikrobieller Metabolite hemmt er das Hefewachstum und trägt so zur Stabilisierung eines gesunden Vaginalmilieus bei.
Überblick über wichtige Antimykotika
Nystatin (Polyen)
Nystatin bindet an Ergosterol, einen zentralen Baustein der Pilzmembran. Dadurch entstehen Poren, die die Zellmembran destabilisieren und zum Absterben der Pilzzellen führen. Es wirkt fungizid und wird vor allem lokal eingesetzt.
Imidazol-Azole (Clotrimazol, Miconazol, Econazol, Fenticonazol)
Diese Wirkstoffe hemmen die Synthese von Ergosterol, das für Aufbau und Funktion der Pilzmembran notwendig ist. Die Folge ist eine Störung des Zellwachstums. Im klinischen Einsatz wirken sie überwiegend fungistatisch – das heißt, sie bremsen die Vermehrung der Hefen. In hohen Konzentrationen zeigen sie in vitro auch fungizide Effekte, die jedoch therapeutisch keine wesentliche Rolle spielen.
Ciclopiroxolamin (Hydroxypyridon)
Ciclopiroxolamin wirkt auf den intrazellulären Eisen- und Enzymstoffwechsel der Pilze. Dadurch verliert die Zelle essenzielle Stoffwechselfunktionen und stirbt ab. Der Wirkstoff wirkt fungizid und zusätzlich antibakteriell, was ihn auch bei Mischinfektionen interessant macht.
Fluconazol (Triazol-Azol; systemisch)
Fluconazol hemmt, wie alle Azole, die Ergosterol-Synthese, wirkt jedoch systemisch und erreicht dadurch auch tiefere Schleimhautschichten. Es wirkt überwiegend fungistatisch und wird insbesondere bei chronisch rezidivierender Vulvovaginalkandidose (RVVC) eingesetzt. In der Langzeittherapie dient es der Suppression von Rezidiven. Fluconazol ist gut bioverfügbar, wird oral verabreicht und ist das leitlinienempfohlene Standardmedikament für die Erhaltungstherapie.
Wichtig: In der Schwangerschaft dürfen systemische Triazole wie Fluconazol nicht eingesetzt werden.
Im Anschluss an die Behandlung
Nach einer antimykotischen Behandlung ist keine durch das Medikament verursachte Schleimhautschädigung zu erwarten. Bei chronisch rezidivierenden Vaginalmykosen liegt jedoch häufig schon im Vorfeld eine Störung des Vaginalmilieus vor, sodass eine gezielte Stabilisierung sinnvoll sein kann. Bei irritierter oder atrophischer Schleimhaut empfiehlt sich zunächst eine regenerierende Pflegephase, z. B. mit lipid-, vitamin-E- oder dexpanthenolhaltigen Präparaten. Anschließend kann, je nach mikrobiologischer Ausgangslage, eine probiotische Unterstützung erwogen werden, um den sauren pH-Wert zu stabilisieren und die physiologische Flora wiederaufzubauen. Während die Laktobazillenflora bei akuten Mykosen meist intakt bleibt, zeigen rezidivierende Verläufe häufiger qualitative oder quantitative Veränderungen.
Mikrobiologisch gilt: Candida albicans kann als kommensaler Bewohner dauerhaft vorkommen und wird erst pathogen, wenn Milieu oder Abwehr aus dem Gleichgewicht geraten. Laktobazillen halten den pH-Wert im physiologisch sauren Bereich (3,8–4,4) und hemmen Hyphenbildung sowie Ausbreitung. Ein pH-Anstieg, etwa durch Menstruationsblut, Sperma, Antibiotika oder eine verminderte Lactobacillus-Aktivität, begünstigt dagegen eine infektiöse Aktivierung.
Studien zeigen, dass eine laktobazillenreiche Flora einen wichtigen Schutzfaktor darstellt und bestimmte Stämme die Rezidivrate senken können. Aufgrund heterogener Daten wird der Einsatz probiotischer Präparate jedoch als mögliche, nicht zwingende Ergänzung empfohlen.
Beratungskompetenz in der Apotheke
Frauen mit wiederkehrenden Vaginalmykosen wenden sich häufig zunächst an die Apotheke. Neben fundiertem Fachwissen ist hier vor allem kommunikatives Feingefühl gefragt. Da das Thema für viele Patientinnen schambesetzt ist, sind eine diskrete, respektvolle und empathische Gesprächsführung entscheidende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beratung.
PTA-Wissen kompakt: Chronische Vaginalmykose
- Von einer chronisch-rezidivierenden Vaginalmykose spricht man, wenn typische Symptome mehr als viermal pro Jahr auftreten.
- Neben Candida albicans spielen zunehmend Nicht-albicans-Arten (z. B. C. glabrata) eine Rolle, die oft weniger empfindlich gegenüber Azolen sind.
- Typisch für eine Vaginalmykose ist ein ausgeprägter Juckreiz, der als besonders quälend empfunden wird und das Leitsymptom darstellt. Häufig treten zusätzlich Brennen, Rötungen, Schwellungen und ein wundes Gefühl im Genitalbereich auf. Akute Infektionen sind meist mit einem weißlich-bröckeligen, geruchlosen Ausfluss verbunden. Bei chronisch rezidivierenden Verläufen ist der typische weiß-bröckelige Ausfluss häufig weniger ausgeprägt und kann in manchen Fällen kaum wahrnehmbar sein.
- Die chronische Vaginalmykose ist durch eine anhaltende Entzündung gekennzeichnet, die trotz Abklingen akuter Symptome bestehen bleibt. Sie ist mit einer chronischen Erkrankung vergleichbar und kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
- Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenstörungen, allergisch-entzündliche Komponenten, immunmodulierende Therapien oder chronischer Stress erhöhen die Anfälligkeit deutlich.
- Bei chronisch wiederkehrenden Scheidenpilzinfektionen kann es sinnvoll sein, potenzielle Persistenzquellen außerhalb der Vagina einzubeziehen. Auch die Verhütungsmethode kann eine Rolle spielen. Bei Verwendung eines Intrauterinpessars (Spirale) ist in manchen Fällen eine erhöhte Rezidivneigung beschrieben. Ein ärztliches Gespräch darüber, ob das Entfernen der Spirale zu einer Besserung beitragen könnte, ist daher empfehlenswert.
- Bei chronisch rezidivierender Vulvovaginalkandidose empfiehlt die Leitlinie eine überwiegend orale Therapie mit Fluconazol in Form eines mehrstufigen Suppressionsschemas über mehrere Monate, basierend auf einer zuvor gesicherten mykologischen Diagnose.
- Reife Candida-Biofilme sind sehr therapieresistent. In vitro zeigen Nystatin und vor allem Miconazol im Vergleich zu Fluconazol eine bessere Aktivität gegen Biofilm-Zellen, dennoch lassen sich etablierte Biofilme damit meist nicht vollständig beseitigen. Bei persistierenden Beschwerden ist deshalb eine gynäkologische Abklärung besonders wichtig.
- Probiotika können das Scheidenmilieu stabilisieren und dadurch das Risiko weiterer Rückfälle reduzieren, besonders bei Frauen mit rezidivierenden Beschwerden.
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Windeldermatitis
Eine Windeldermatitis gehört zu den häufigsten Hautproblemen in den ersten Lebensmonaten und kann für Eltern sehr belastend sein. Die Haut im Windelbereich ist plötzlich gerötet, wund und schmerzhaft – und viele Säuglinge reagieren entsprechend unruhig und weinerlich.
Eine Windeldermatitis ist ein typisches Thema im Apothekenalltag, bei dem Eltern häufig Unterstützung suchen. Mit einem guten Verständnis für Entstehung, Auslöser und mögliche Verläufe können PTA Sicherheit vermitteln und hilfreiche, alltagstaugliche Maßnahmen empfehlen. Die folgenden Inhalte bieten eine kompakte Orientierung und unterstützen eine einfühlsame und kompetente Beratung.

Grundlagen: Was ist eine Windeldermatitis?
Unter einer Windeldermatitis versteht man eine entzündliche Reizung der Haut im Windelbereich. Die Haut im Bereich von Po und Genitalien ist besonders empfindlich, da sie durch das dauerhaft warme, feuchte Milieu in der Windel und den engen Kontakt mit Urin und Stuhl stärker belastet wird. Die Entzündung kann zunächst mild beginnen, aber bei ungünstigen Bedingungen rasch an Ausdehnung und Intensität zunehmen.
Wie entsteht eine Windeldermatitis?
Die Entwicklung wird durch mehrere Faktoren begünstigt, die sich gegenseitig verstärken. Scheuern, Feuchtigkeit, Wärme sowie die enzym- und ammoniakhaltigen Bestandteile von Urin und Stuhl können die Haut empfindlich reizen und die natürliche Hautbarriere schwächen. Dadurch verliert sie an Stabilität, wird durchlässiger und reagiert schneller mit Rötung, Brennen oder Wundsein.
Vor allem nachts, wenn die Windel über viele Stunden getragen wird, quillt die Haut stärker auf und reizende Substanzen können leichter eindringen – wodurch eine Windeldermatitis begünstigt wird. Auch Durchfall, Infekte oder das Zahnen können zu häufigeren und weicheren Stühlen führen, die die ohnehin empfindliche Haut zusätzlich beanspruchen. Weitere auslösende Faktoren sind ungeeignete Feuchttücher, Duftstoffe, Tenside oder Waschmittelreste in Stoffwindeln. Kinder mit empfindlicher oder atopischer Haut reagieren allgemein schneller auf Reize. Auch eine sehr saure oder stark gewürzte Ernährung kann die Haut im Windelbereich zusätzlich irritieren.
Symptome und typische Verläufe
Eine Windeldermatitis kann plötzlich auftreten – am Abend ist die Haut noch unauffällig, während der Po am nächsten Morgen deutlich gerötet und wund erscheint. Zu den klassischen Symptomen gehören:
- gerötete, glänzende Haut
- nässende oder schuppende Areale
- schmerzhafte Berührungsempfindlichkeit, Brennen beim Wasserlassen
- Unruhe des Kindes, Weinen, Schreien beim Windelwechseln
- teilweise intensiver Ammoniakgeruch der Windel
Die Ausprägung kann stark variieren. Bei milden Formen zeigt sich lediglich eine leichte Rötung. Bei ausgeprägteren Verläufen entstehen schmerzhafte und offene Hautläsionen, die das Wohlbefinden des Kindes deutlich beeinträchtigen.
Windelsoor – wenn Hefepilze beteiligt sind
Im feucht-warmen Windelklima können sich Hefepilze, insbesondere Candida albicans, leicht vermehren. Das Risiko steigt zusätzlich bei Durchfall, nach einer Antibiotikatherapie oder bei Kindern mit geschwächter Hautbarriere.
Typische Hinweise auf Windelsoor sind:
- kräftig gerötete, scharf begrenzte Hautareale
- feine Schuppung am Rand
- kleine Papeln oder Pusteln („Satellitenläsionen“)
- Juckreiz oder sichtbares Unbehagen
- fehlende Besserung trotz Barriere- oder Zinkpflege
Antimykotika – Mittel der ersten Wahl bei Windelsoor
Bei Verdacht auf eine Candida-Beteiligung ist ein topisches Antimykotikum erforderlich.
Als Standard gelten Wirkstoffe wie:
- Clotrimazol
- Miconazol
- Nystatin
Azolhaltige Wirkstoffe (Clotrimazol, Miconazol) werden häufig bevorzugt, da sie breiter wirksam sind und zusätzlich leicht entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.
Nystatin wirkt spezifisch gegen Candida und ist eine gute Option bei empfindlicher Haut oder wenn Azole nicht geeignet sind.
Darreichungsform und Anwendung
Cremepasten sind im Windelbereich besonders geeignet, weil sie:
- gut haften
- Feuchtigkeit aufnehmen
- einen schützenden Film bilden
- den Wirkstoff gleichmäßig freisetzen
Die Anwendung erfolgt in der Regel 2–3-mal täglich auf gereinigter und sorgfältig getrockneter Haut.
Therapiedauer
Die Behandlung wird bis zur vollständigen Abheilung fortgeführt und anschließend noch einige Tage weiter, um Rückfälle zu vermeiden.
Behandlung einer Windeldermatitis
Die Basis jeder Therapie besteht darin, Reizfaktoren zu reduzieren und die Haut zu schützen. Häufiges Windelwechseln, eine milde Reinigung und regelmäßige Lufttrocknungsphasen sind die wichtigsten Schritte. Zur Reinigung eignet sich lauwarmes Wasser, für die Pflege werden Wund- und Heilsalben verwendet, die entzündungshemmend, adstringierend und sekretionsbindend wirken. Die Salbe sollte eine weiche, gut verstreichbare Textur haben, damit sie ohne Schmerzen aufgetragen werden kann und sich beim nächsten Windelwechsel leicht wieder ablösen lässt.
Windeln sollten atmungsaktiv sein und auch dann gewechselt werden, wenn sie äußerlich noch trocken wirken. Bei ausgeprägten Befunden kann ein zusätzlicher Windelwechsel in der Nacht hilfreich sein. Spezifische Therapiemaßnahmen richten sich nach Schweregrad und möglicher Infektion. Ziel ist es, die entzündeten Hautbereiche möglichst schnell zu beruhigen und die Hautbarriere wiederherzustellen. Je nach Befund kommen dabei antimykotische, antimikrobielle oder auch entzündungshemmende Präparate zum Einsatz. Diese können bei Bedarf kombiniert werden.
Vorbeugung – damit es gar nicht erst so weit kommt
Viele Windeldermatitiden lassen sich vermeiden, wenn Eltern die Windel regelmäßig wechseln und auf eine sanfte Reinigung achten. Bei Stoffwindeln spielt die Waschhygiene eine wichtige Rolle: mindestens 60 °C, enzymfreie Waschmittel, auf Weichspüler sollte verzichtet werden.
Windeln sollten niemals zu eng sitzen – etwas Luftzirkulation schützt die Haut. Bei Kindern mit Neurodermitis oder besonders sensibler Haut ist eine tägliche, milde Basispflege sinnvoll, um die Hautbarriere zu stärken und Entzündungen vorzubeugen.

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Wann sollte ein Arzt hinzugezogen werden?
Eine ärztliche Abklärung ist erforderlich, wenn:
- die Entzündung schwer ausgeprägt ist
- nässende, blutende oder ausgedehnte Wunden auftreten
- Fieber oder starker Krankheitsverdacht besteht
- Symptome trotz korrekter Pflege nicht abheilen
- ein Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht
- Windelsoor häufig wiederkehrt
Zusammenfassung – Was Eltern wissen sollten
Eine Windeldermatitis ist eine häufige und meist gut behandelbare Hautirritation. Entscheidend sind eine gute Hygiene, ein sorgfältiger Windelwechsel und eine konsequente Barrierepflege. Zinkhaltige Cremes oder Präparate mit Dexpanthenol sowie eine ausreichende Lufttrocknung helfen zuverlässig dabei, die gereizte Haut zu beruhigen. Bei Hinweisen auf eine Pilz- oder bakterielle Infektionen ist eine zielgerichtete Behandlung nötig.
Checkliste – Pflegetipps für Eltern
1. Windeln häufig wechseln
- Windeln möglichst direkt nach dem Stuhlgang oder Urinieren wechseln.
- Auch wenig gefüllte oder vermeintlich trockene Windeln sollten gewechselt werden.
- Ausreichend saugstarke, atmungsaktive Wegwerfwindeln verwenden; auf luftundurchlässige Plastikwindeln verzichten.
2. Sanfte Reinigung
- Den Windelbereich mit lauwarmem Wasser oder einem milden Öl reinigen. Anschließend sollte auch das verwendete Öl mit Wasser vollständig entfernt werden.
- Die Haut sorgfältig trocken tupfen; bei Bedarf kurz mit kühler Föhnluft trocknen .
- Auf Feuchttücher, Puder sowie Produkte mit Duftstoffen, Alkohol oder reizenden Tensiden verzichten.
3. Haut entlasten und Luft zuführen
- Tägliche Windelpausen ermöglichen: das Baby möglichst oft ohne Windel strampeln oder krabbeln lassen.
- Kleidung nicht zu eng anlegen, damit Luft zirkulieren kann.
4. Beruhigende Zusatzpflege
- Schwarztee-Abkochungen oder Gerbstoffbäder können die gereizte Haut beruhigen. Kompressen im abgekühlten Tee tränken und in die Windel legen.
- Ein paar Tropfen Muttermilch können leichte Reizungen lindern.
- Dexpanthenol: unterstützt die Heilung gereizter Haut, hilft, die Hautbarriere zu stärken und die Haut geschmeidig zu halten, wirkt beruhigend und kann leichte Rötungen lindern.
- Zinkoxid: bildet eine schützende Schicht, die Urin und Stuhl von der Haut fernhält, wirkt entzündungshemmend und kann nässende Stellen leicht austrocknen, hilft, die Haut im Windelbereich schneller zu beruhigen.
5. Richtige Behandlung bei Verdacht auf Infektionen
- Bei typischen Zeichen eines Pilzbefalls (z. B. Pickelchen und Pusteln, scharf begrenzte Rötung) Antimykotika anwenden.
- Fettende Salben bei Pilzbefall meiden, da sie das feuchte Milieu verstärken.
- Bei Verdacht auf bakterielle Beteiligung (z. B. Bläschen, nässende Stellen) an ärztliche Abklärung erinnern.
6. Ernährung und allgemeine Pflege
- Scharfe, stark gewürzte oder sehr saure Speisen können den Stuhl irritieren – in solchen Fällen lieber vermeiden.
- Gestillte Babys bekommen etwas seltener eine Windeldermatitis. Das liegt vor allem daran, dass ihr Stuhl einen niedrigeren pH-Wert hat und insgesamt milder ist. Dadurch wird die Haut im Windelbereich weniger stark gereizt.
PTA-Wissen kompakt
- Eine Windeldermatitis entsteht vor allem durch anhaltende Feuchtigkeit, Reibung und den direkten Kontakt der empfindlichen Haut mit Urin und Stuhl. Diese Faktoren führen dazu, dass die Haut aufquillt, ihre Schutzfunktion verliert und leichter gereizt oder entzündet reagiert.
- Die wichtigsten Maßnahmen zur Behandlung bestehen darin, Reizfaktoren konsequent zu reduzieren. Dazu gehören häufiges Windelwechseln, die schonende Reinigung mit lauwarmem Wasser sowie das gründliche Trocknen des Windelbereichs (die kleinen Hautfalten nicht vergessen). Regelmäßige Windelpausen unterstützen zusätzlich die Regeneration, da die Haut ausreichend Luft bekommt und schneller abheilen kann.
- Für die tägliche Pflege eignen sich vor allem Präparate mit Zinkoxid oder Dexpanthenol, da sie die Hautbarriere stabilisieren, Reizungen lindern und die natürliche Heilung fördern. Bei ausgeprägten Verläufen kann vorübergehend auch der Einsatz eines milden topischen Kortikoids erforderlich sein.
- Gestillte Säuglinge entwickeln insgesamt seltener eine Windeldermatitis. Ein wesentlicher Grund ist der niedrigere pH-Wert ihres Stuhls, der die Haut weniger reizt und weniger aggressive Verdauungsenzyme enthält. Urin kann die Haut im Windelbereich jedoch grundsätzlich unabhängig von der Stuhlzusammensetzung reizen, da er durch Ammoniakbildung alkalisch wird und die aufgeweichte Haut zusätzlich belastet. Beim Zusammentreffen von Urin und Stuhl kann sich das Irritationspotenzial erhöhen; dieser Effekt fällt bei gestillten Babys aufgrund der milderen Stuhleigenschaften meist geringer aus. Antimikrobielle Faktoren der Muttermilch können zudem dazu beitragen, dass Hautirritationen und sekundäre Infektionen seltener auftreten.
- Auch einige Hausmittel können unterstützend eingesetzt werden. Muttermilch wird häufig aufgrund ihrer beruhigenden und leicht antimikrobiellen Eigenschaften genutzt: Eine kleine Menge wird vorsichtig auf die gereizte Haut getupft und an der Luft trocknen gelassen. Schwarzer Tee wirkt durch seine Gerbstoffe leicht adstringierend und lindernd; er kann als abgekühlte Kompresse in die Windel gelegt oder zur sanften Reinigung der Haut verwendet werden.
- Zeigen sich klar begrenzte, kräftig gerötete Hautareale mit typischen kleinen Satellitenpusteln, deutet dies auf einen Windelsoor hin. In solchen Fällen sollte ein Antimykotikum eingesetzt werden. Zu den gängigen Wirkstoffen gehören Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin. Die Präparate werden in der Regel mehrmals täglich dünn aufgetragen und sollten auch einige Tage nach sichtbarer Abheilung weiterverwendet werden, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.
- Kinder mit sehr empfindlicher Haut, etwa im Rahmen einer Neurodermitis, profitieren von einer regelmäßigen, milden Basispflege. Sie unterstützt die Barrierefunktion und vermindert das Risiko für wiederkehrende Reizungen.
- Eltern sollten an einen Arzt verwiesen werden, wenn die Hautentzündung sehr ausgeprägt ist, stark nässt, sich trotz korrekter Pflege nicht bessert, immer wiederkehrt oder wenn zusätzlich Fieber oder ein allgemeiner Krankheitsverdacht besteht.
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Ursachen einer bakteriellen Vaginose

Von einer bakteriellen Vaginose (BV) spricht man, wenn die schützenden Milchsäurebakterien in der Vaginalflora durch bestimmte Bakterienarten, vor allem Gardnerella spp., verdrängt werden. Es entsteht ein Ungleichgewicht der vaginalen Mikroflora zugunsten pathogener Keime. Gardnerella spp. kommen auch in der gesunden Scheidenflora vor und sind in geringer Dichte unbedenklich. Das charakteristische Merkmal der bakteriellen Vaginose ist ein fest an der Vaginalwand haftender Biofilm. Dieser ist therapeutisch schwer zu beseitigen und gilt als Hauptursache der hohen Rezidivrate.
Die Mechanismen, die zur übermäßigen Vermehrung von Gardnerella spp. und zum Verlust der Laktobazillen führen, sind bislang nicht vollständig geklärt. Vermutlich wirken mehrere Faktoren zusammen, darunter immunologische Prozesse, hormonelle Veränderungen und das individuelle Mikrobiom der Frau. Eine sexuelle Übertragung kann die Entwicklung oder Persistenz der BV zusätzlich begünstigen.
Schützende Milchsäurebakterien
Unter physiologischen Bedingungen dominieren Milchsäurebakterien (Laktobazillen, Döderlein-Stäbchen) und halten den vaginalen pH-Wert mit 3,8–4,4 im sauren Bereich. Sie schützen die Vaginalschleimhaut, indem sie Glykogen zu Milchsäure umwandeln und die Adhäsion potenziell pathogener Mikroorganismen verhindern. Zudem produzieren sie Wasserstoffperoxid, Bakteriocine und antimikrobiell wirksame Peptide, die das Wachstum anderer Keime hemmen.
Syndrom
Kommt es zur Dysbiose, werden die Laktobazillen verdrängt und durch fakultativ pathogene Bakterien ersetzt. Viele dieser Mikroorganismen sind natürlicher Bestandteil der Vaginalflora, führen jedoch erst durch Überwucherung zu klinisch relevanten Veränderungen. Im weiteren Verlauf bildet sich der charakteristische Biofilm, der die Behandlung erschwert und Rezidive begünstigt. Die BV wird heute als Syndrom verstanden, bei dem immunologische, mikrobiologische und ökologische Faktoren ineinandergreifen.
An der Entstehung sind verschiedene Faktoren beteiligt. Zahlreiche vaginale Mikroorganismen entsprechen denen des Darms, sodass systemische und immunologische Prozesse auf beide Mikrobiome wirken können. Zu den relevanten Risikofaktoren zählen genetische und ethnische Unterschiede, hormonelle Schwankungen, Lebensstilfaktoren und sexuelle Übertragung.
Der für viele Betroffene unangenehme, fischige Geruch entsteht durch die bakterielle Zersetzung von Eiweißbestandteilen zu flüchtigen Aminen (z. B. Trimethylamin). Diese entstehen insbesondere bei einem erhöhten vaginalen pH-Wert (≥ 4,5), wie er für die bakterielle Vaginose typisch ist, und werden durch den Kontakt mit alkalischem Milieu, etwa nach dem Geschlechtsverkehr, noch verstärkt. Er tritt nicht bei allen Betroffenen auf, wird jedoch häufig als besonders belastend empfunden.
Bekannte Risikofaktoren für die Entstehung einer BV:
- Genetik und Herkunft: Unterschiede in der Zusammensetzung der vaginalen Mikroflora zwischen Populationen.
- Lebensstil: Rauchen, chronischer Stress, häufig wechselnde Sexualpartner, Übergewicht und übertriebene Intimhygiene beeinträchtigen das Scheidenmilieu. Auch Antibiotikatherapien können die Zahl schützender Laktobazillen verringern und die Vaginalflora schwächen.
- Hormonelle Faktoren: Niedrige Östrogenspiegel sind mit einem erhöhten BV-Risiko assoziiert. Hormonelle Kontrazeptiva mit Östrogenanteil wirken tendenziell protektiv, während die Anwendung einer Kupferspirale das Risiko erhöhen kann.
- Sexuelle Übertragung: Ein Zusammenhang mit sexueller Übertragung gilt als möglich. Gardnerella-Spezies wurden auch bei männlichen Partnern nachgewiesen (z. B. im Sperma oder Urin). Um das Risiko einer Reinfektion zu verringern, empfiehlt sich nach einer abgeschlossenen Behandlung die Verwendung von Kondomen beziehungsweise der Verzicht auf ungeschützten Geschlechtsverkehr.
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Behandlung der bakteriellen Vaginose
Eine bakterielle Vaginose (BV) erfordert eine gezielte antibiotische Therapie, um die ursächlichen Erreger zu eliminieren und die physiologische Vaginalflora wiederherzustellen.
Für die Behandlung stehen Antibiotika und lokal wirksame Antiseptika zur Verfügung, die sowohl oral als auch vaginal angewendet werden können. Beide Therapieformen lassen sich kombinieren, um eine optimale Wirksamkeit zu erzielen. Zu den bewährten Antibiotika zählen Metronidazol und Clindamycin. Alternativ können Antiseptika wie Dequaliniumchlorid oder Octenidin lokal eingesetzt werden, insbesondere bei leichten Verlaufsformen oder bei Unverträglichkeiten gegenüber Antibiotika.
Eine rechtzeitige Therapie ist entscheidend, da eine unbehandelte BV persistieren und zu aufsteigenden Infektionen führen kann. Die Behandlung zielt darauf ab, das bakterielle Ungleichgewicht zu korrigieren und die durch Gardnerella spp. dominierte Flora zu normalisieren.

Wiederaufbau der Vaginalflora
Klinische Studien belegen, dass der Einsatz von Laktobazillen die Heilung unterstützen und Rezidiven vorbeugen kann. Präparate mit probiotischen Kulturen oder Milchsäure können begleitend oder im Anschluss an die antibiotische Behandlung eingesetzt werden. Sie fördern die Regeneration des sauren Milieus und helfen, die geschädigte Vaginalflora zu stabilisieren.
Laktobazillen senken den vaginalen pH-Wert durch die Bildung von Milchsäure, konkurrieren mit pathogenen Keimen um Adhäsionsstellen an der Vaginalschleimhaut und produzieren antimikrobiell wirksame Substanzen wie Wasserstoffperoxid und Bakteriocine. Durch diese Mechanismen tragen sie entscheidend zur Stabilität und Abwehrkraft der Vaginalflora bei.
Ursachen für wiederkehrende Verläufe
Wiederkehrende Infektionen sind häufig und stellen eine therapeutische Herausforderung dar. Sie entstehen meist dadurch, dass der bakterielle Biofilm, den Gardnerella spp. an der Vaginalwand bildet, durch die antibiotische Therapie nicht vollständig beseitigt wird. Dieser Biofilm schützt die Erreger vor antimikrobieller Wirkung und kann als Reservoir für erneute Infektionen dienen. Zudem werden in einzelnen Fällen Resistenzen, vor allem gegen Metronidazol, beobachtet. Beide Faktoren tragen zur hohen Rezidivrate der BV bei.
Prävention und unterstützende Maßnahmen
Neben der gezielten antibiotischen Behandlung spielen Maßnahmen zur Erhaltung der Vaginalgesundheit eine wichtige Rolle. Eine maßvolle Intimhygiene hilft, das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora zu bewahren. Übertriebene Reinigung, Vaginalspülungen oder der Einsatz aggressiver Produkte können das Milieu destabilisieren und die physiologische Intimflora schwächen. Für die tägliche Reinigung genügen klares Wasser oder milde, pH-adaptierte Waschlotionen. Hausmittel wie Joghurt-Tampons, Knoblauch oder Teebaumöl sind ungeeignet, da sie keine nachgewiesene Wirksamkeit besitzen und das empfindliche Scheidenmilieu zusätzlich irritieren können.
Auch Probiotika können zur Stabilisierung des Scheidenmilieus beitragen. Eine längerfristige Anwendung kann das Immunsystem modulieren und die mikrobielle Balance unterstützen. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Stressvermeidung und ausreichend Schlaf fördert ebenfalls die Widerstandskraft.
Darüber hinaus können auch Aspekte der Sexualhygiene zur Vorbeugung beitragen. So kann die konsequente Verwendung von Kondomen das Risiko einer Reinfektion senken. Beim Wechsel zwischen verschiedenen Sexualpraktiken empfiehlt sich der Gebrauch eines neuen Kondoms. Da Gardnerella spp. auch im männlichen Genitaltrakt vorkommen kann, kann in Einzelfällen eine Partnerdiagnostik und -behandlung erwogen werden.
Fazit für die Beratung
Die Behandlung der bakteriellen Vaginose erfolgt durch eine antibiotische Therapie, die die BV-typischen Keime gezielt reduziert und damit auch den fest anhaftenden Biofilm beeinflusst. Im Idealfall wird der Biofilm deutlich geschwächt. Anschließend unterstützt die Regeneration der Laktobazillenflora die Stabilisierung des vaginalen Milieus und kann helfen, erneute Beschwerden zu vermeiden.
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Bakterielle Vaginose – Symptome und Diagnostik
Die bakterielle Vaginose (BV) kann mit unterschiedlichen klinischen Ausprägungen einhergehen. Typisch ist ein vermehrter, dünnflüssiger, grau-weißlicher Fluor vaginalis, häufig begleitet von einem unangenehmen, fischartigen Geruch infolge der Bildung flüchtiger Amine. Der vaginale pH-Wert ist in der Regel ≥ 4,5.
Weitere Symptome wie Brennen, Rötung, Juckreiz, Dysurie oder Dyspareunie können auftreten, sind jedoch nicht charakteristisch. Etwa die Hälfte der betroffenen Frauen ist asymptomatisch, was das Risiko für unerkannte, aufsteigende Infektionen erhöht. Solche Infektionen können sich durch Unterbauchschmerzen, Blutungsstörungen oder Fieber bemerkbar machen und erfordern eine ärztliche Abklärung. Besonders in der Schwangerschaft kann eine unbehandelte BV mit Komplikationen wie vorzeitigem Blasensprung, Zervixverkürzung, Frühgeburt oder intrauterinen Infektionen assoziiert sein.
Da sich die Symptome einer BV teilweise mit denen anderer vaginaler Infektionen überschneiden (z. B. Candidose oder Trichomoniasis), ist eine differenzierte Diagnostik essenziell. Eine Selbstmessung des pH-Werts kann erste Hinweise auf eine Dysbiose liefern, ersetzt jedoch keine ärztliche Diagnose.

Diagnostisches Vorgehen
Die Diagnosestellung erfolgt nach klinischer Untersuchung und mikrobiologischer Analyse eines Vaginalabstrichs. Grundlage sind die Amsel-Kriterien und/oder der Nugent-Score.
Amsel-Kriterien (1983)
Eine BV gilt als gesichert, wenn mindestens drei der vier Kriterien erfüllt sind:
- Homogener, dünnflüssiger, grau-weißer Fluor
- Erhöhter pH-Wert > 4,5
- Positiver Amintest (fischiger Geruch nach Zugabe von 10 %iger Kalilauge)
- Nachweis von „Clue Cells“ – mit Bakterien übersäte Epithelzellen
Nugent-Score
Der Nugent-Score basiert auf einer mikroskopischen Beurteilung der Vaginalflora nach Gram-Färbung. Dabei werden Laktobazillen, Gardnerella spp. und Mobiluncus spp. quantitativ bewertet:
| Nugent-Score | Interpretation |
| 0–3 | Normale Flora (negativ) |
| 4–6 | Intermediär, unklar |
| 7–10 | Bakterielle Vaginose wahrscheinlich |
Die Kombination aus klinischem Bild, pH-Wert und mikrobiologischem Befund ermöglicht eine sichere Diagnose und dient als Grundlage für die Therapieentscheidung.
Differentialdiagnostik
Zur Abgrenzung kommen insbesondere folgende Erkrankungen in Betracht:
- Trichomoniasis: Schaumiger, gelblich-grünlicher Ausfluss; erhöhter pH-Wert; Nachweis von Trichomonas vaginalis im Nativpräparat.
- Vaginale Candidose: Weißlich-bröckeliger, aber geruchloser Fluor, häufig Juckreiz und Brennen; pH meist < 4,5; mikroskopisch Pseudomyzelien und Sporen.
- Andere Kolpitiden bakterieller oder unspezifischer Genese.
Die Differentialdiagnose ist entscheidend, da sich die Therapie der BV grundlegend von der Behandlung mykotischer oder parasitärer Infektionen unterscheidet.
Klinische Relevanz
Eine unbehandelte BV kann über aufsteigende Infektionen zu Zervizitis, Endometritis, Salpingitis oder Adnexitis führen und damit auch die Fertilität beeinträchtigen. Im Rahmen einer Schwangerschaft sind Komplikationen wie Frühgeburt oder vorzeitiger Blasensprung möglich. Daher sollten alle Patientinnen mit entsprechenden Symptomen, insbesondere Schwangere, frühzeitig gynäkologisch untersucht und behandelt werden.
Differentialdiagnose: Bakterielle Vaginose, Trichomoniasis und vaginale Candidose
| Kriterium | Bakterielle Vaginose (BV) | Trichomoniasis | Vaginale Candidose |
| Ätiologie / Entstehungsursache | Verdrängung der Laktobazillen durch Gardnerella spp. und andere Anaerobier; Bildung eines Biofilms an der Vaginalwand | Infektion mit dem Protozoon Trichomonas vaginalis, sexuell übertragbar | Übermäßige Vermehrung von Hefepilzen bei gestörter Scheidenflora oder Immunsuppression |
| Leitender Erreger | Gardnerella spp. (Anaerobierdominanz) | Trichomonas vaginalis (Parasit) | Candida albicans (Hefepilz, seltener C. glabrata) |
| Scheidenausfluss – Menge | Meist vermehrt | Meist vermehrt | Variabel |
| Scheidenausfluss – Farbe | Grau-weißlich | Gelblich-grünlich oder bräunlich | Weißlich |
| Scheidenausfluss – Konsistenz | Dünnflüssig, homogen | Schaumig, flüssig | Krümelig bis flockig („bröckelig“) |
| Geruch | Typisch fischartig (Amingeruch) | Scharf, unangenehm | In der Regel geruchlos |
| Vaginaler pH-Wert | ≥ 4,5 | ≥ 4,5 | Meist normal (< 4,5) |
| Scheidenschleimhaut | Keine entzündlichen Veränderungen | Erytheme, punktförmige Blutungen am Gebärmutterhals („Erdbeer-Zervix“) | Erytheme, Ödeme oder Rhagaden möglich |
| Mikroskopischer Befund (Vaginalabstrich) | „Clue Cells“ – mit Bakterien bedeckte Epithelzellen | Nachweis von Trichomonas vaginalis und Leukozyten | Nachweis von Pseudomyzelien und Sporen, ggf. Leukozyten |
| Reaktion auf Kalilauge (10 % KOH-Test) | Fischgeruch verstärkt sich (positiver Amintest) | Keine charakteristische Reaktion | Pilzstrukturen (Pseudomyzelien) werden deutlicher sichtbar |
(modifiziert nach Weisner und Gätje; Quelle: Dissertation A. L. Reißhauer)
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